Spannung im Mittelpunkt einer freien rotierenden Vollscheibe · σ0 = (3+ν)ρω²R²/8

Zentrums-Spannung einer rotierenden Vollscheibe berechnen

Fliehkräfte belasten die Vollscheibe auch ohne äußeres Moment. Im Zentrum sind Radial- und Umfangsspannung gleich und am größten.

MINTSI
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Eingaben

Größte Radial- und Umfangszugspannung der idealen Vollscheibe im Mittelpunkt; für eine Bauteilfreigabe mit Werkstoffgrenzen und weiteren Lasten prüfen.

Masse pro Scheibenvolumen aus Werkstoffdatenblatt; Stahl liegt grob bei 7850 kg/m³. Dichte im tatsächlichen Werkstoffzustand verwenden.

Umdrehungen pro Minute der Scheibe im betrachteten Betriebspunkt; höchste zulässige Betriebsdrehzahl und mögliche Überdrehzahl getrennt prüfen. Intern wird n in Winkelgeschwindigkeit ω umgerechnet.

Abstand von der Drehachse zum freien Scheibenrand, aus dem Außendurchmesser durch zwei teilen; 0,2 m ist ein Rechenbeispiel.

Dimensionslose elastische Querdehnung je Längsdehnung des Werkstoffs. Aus Werkstoffdatenblatt; für viele Metalle liegt ν grob um 0,3.

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Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

σ0 = (3+ν) · ρ · ω² · R² / 8

Fliehkräfte belasten die Vollscheibe auch ohne äußeres Moment. Im Zentrum sind Radial- und Umfangsspannung gleich und am größten.

Eingaben verstehen
  • Spannung im Zentrum σ0 — Größte Radial- und Umfangszugspannung der idealen Vollscheibe im Mittelpunkt; für eine Bauteilfreigabe mit Werkstoffgrenzen und weiteren Lasten prüfen.
  • Werkstoffdichte ρ — Masse pro Scheibenvolumen aus Werkstoffdatenblatt; Stahl liegt grob bei 7850 kg/m³. Dichte im tatsächlichen Werkstoffzustand verwenden.
  • Drehzahl n — Umdrehungen pro Minute der Scheibe im betrachteten Betriebspunkt; höchste zulässige Betriebsdrehzahl und mögliche Überdrehzahl getrennt prüfen. Intern wird n in Winkelgeschwindigkeit ω umgerechnet.
  • Außenradius R — Abstand von der Drehachse zum freien Scheibenrand, aus dem Außendurchmesser durch zwei teilen; 0,2 m ist ein Rechenbeispiel.
  • Querkontraktionszahl ν — Dimensionslose elastische Querdehnung je Längsdehnung des Werkstoffs. Aus Werkstoffdatenblatt; für viele Metalle liegt ν grob um 0,3.
Beispiel

Stahlscheibe mit ρ = 7850 kg/m³, n = 3000 min⁻¹, R = 0,2 m und ν = 0,3: ω = 314,16 rad/s und σ0 = 12,78 MPa.

Annahmen und Grenzen

Dünne Vollscheibe konstanter Dicke, freier Außenrand, keine Bohrung, homogener isotroper linear-elastischer Werkstoff, gleichförmige Rotation. Nabe, Kerben, Bohrungen, Presssitz, Temperatur und Ermüdung fehlen; kein vollständiger Festigkeitsnachweis.

Fachartikel

Spannung in einer rotierenden Vollscheibe verstehen

Auch ohne Antriebsmoment kann eine schnell drehende Scheibe durch ihre eigene Masse beansprucht werden. Dieser Rechner schätzt die größte Spannung im Zentrum einer idealen Vollscheibe.

Was beschreibt diese Größe?

Jeder Massenteil der Scheibe braucht eine nach innen gerichtete Kraft für seine Kreisbewegung. Dadurch entstehen innere Zugspannungen. In einer dünnen Vollscheibe mit konstanter Dicke, freiem Außenrand und ohne Bohrung sind Radial- und Umfangsspannung im Mittelpunkt gleich: σ0 = (3+ν)ρω²R²/8. ρ ist die Dichte, ν die Querkontraktionszahl, ω die Winkelgeschwindigkeit und R der Außenradius. Der Rechner wandelt die eingegebene Drehzahl n in ω = 2πn/60 um, wenn n in Umdrehungen pro Minute vorliegt.

Formel und Variablen

σ0 = (3+ν) · ρ · ω² · R² / 8

  • Winkelgeschwindigkeit: ω = 2πn/60 bei n in min⁻¹
  • Zentrumsspannung: σr(0) = σt(0) = (3+ν)ρω²R²/8
Symbol / EingabeBedeutung
Spannung im Zentrum σ0Größte Radial- und Umfangszugspannung der idealen Vollscheibe im Mittelpunkt; für eine Bauteilfreigabe mit Werkstoffgrenzen und weiteren Lasten prüfen.
Werkstoffdichte ρMasse pro Scheibenvolumen aus Werkstoffdatenblatt; Stahl liegt grob bei 7850 kg/m³. Dichte im tatsächlichen Werkstoffzustand verwenden.
Drehzahl nUmdrehungen pro Minute der Scheibe im betrachteten Betriebspunkt; höchste zulässige Betriebsdrehzahl und mögliche Überdrehzahl getrennt prüfen. Intern wird n in Winkelgeschwindigkeit ω umgerechnet.
Außenradius RAbstand von der Drehachse zum freien Scheibenrand, aus dem Außendurchmesser durch zwei teilen; 0,2 m ist ein Rechenbeispiel.
Querkontraktionszahl νDimensionslose elastische Querdehnung je Längsdehnung des Werkstoffs. Aus Werkstoffdatenblatt; für viele Metalle liegt ν grob um 0,3.

Eingaben richtig wählen

ρ aus dem Werkstoffdatenblatt in kg/m³ übernehmen; Stahl liegt etwa bei 7850 kg/m³. n ist die tatsächliche oder zu prüfende Drehzahl, beispielsweise 3000 min⁻¹. R ist der Außenradius und nicht der Durchmesser. ν ist die dimensionslose Querkontraktionszahl aus Werkstoffdaten; für viele Metalle liegt sie nahe 0,3. Nur Werte 0 bis 0,5 sind in diesem vereinfachten Eingabebereich zugelassen.

So benutzt du den Rechner

Dichte, Drehzahl, Radius und Querkontraktionszahl eintragen. Die höchste relevante Drehzahl einschließlich möglicher Überdrehzahl gesondert prüfen. Den Spannungswert nicht direkt als zulässige Drehzahl lesen: weitere Lasten und Werkstoffgrenzen gehören in den vollständigen Nachweis.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Eine Vollscheibe aus Stahl mit ρ = 7850 kg/m³, n = 3000 min⁻¹, R = 0,20 m und ν = 0,30 hat ω = 314,16 rad/s. Daraus folgt σ0 = (3,3/8)·7850·314,16²·0,20² = 12,78 MPa.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Die Spannung wächst quadratisch mit Drehzahl und Radius. Doppelte Drehzahl oder doppelter Radius vervierfacht sie. Ein Loch oder eine feste Nabe verändert die Randbedingungen grundlegend; deren Spannungen können deutlich höher sein.

Intern werden kg/m³, rad/s, Meter und Pascal verwendet. Die Eingabe in min⁻¹ wird vor dem Quadrieren in rad/s umgerechnet; die Ausgabe in MPa bedeutet Millionen Pascal.

Passender nächster Rechenschritt

Der Massenträgheitsmoment-Rechner betrachtet die Rotationsdynamik; die Kreiselmoment-Rechnung eine geführte Drehachse.

Typische Anwendungen

Vorprüfung von rotierenden Vollscheiben, kleinen Schwungrädern und Scheibenrotoren ohne Bohrung vor detaillierter Festigkeitsberechnung.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Gültig für dünne, homogene, isotrope, linear-elastische Vollscheiben konstanter Dicke mit freiem Außenrand, ohne Loch, Nabe, Presssitz, Kerbe oder äußere Spannung. Biegung, Temperatur, Ermüdung und Bruchverhalten fehlen. Keine Freigabe für sicherheitskritische Rotoren.

Typischer Fehler: Nicht den Durchmesser für R einsetzen; das würde die Spannung vervierfachen. Drehzahl in Umdrehungen pro Minute darf nicht direkt als ω in die Gleichung eingesetzt werden. Das Modell gilt nicht für eine Kreisringscheibe mit Bohrung.

Häufige Fragen

Wofür ist „Spannung in einer rotierenden Vollscheibe“ gedacht?

Vorprüfung von rotierenden Vollscheiben, kleinen Schwungrädern und Scheibenrotoren ohne Bohrung vor detaillierter Festigkeitsberechnung.

Woher kommen die Eingabewerte?

ρ aus dem Werkstoffdatenblatt in kg/m³ übernehmen; Stahl liegt etwa bei 7850 kg/m³. n ist die tatsächliche oder zu prüfende Drehzahl, beispielsweise 3000 min⁻¹. R ist der Außenradius und nicht der Durchmesser. ν ist die dimensionslose Querkontraktionszahl aus Werkstoffdaten; für viele Metalle liegt sie nahe 0,3. Nur Werte 0 bis 0,5 sind in diesem vereinfachten Eingabebereich zugelassen.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Gültig für dünne, homogene, isotrope, linear-elastische Vollscheiben konstanter Dicke mit freiem Außenrand, ohne Loch, Nabe, Presssitz, Kerbe oder äußere Spannung. Biegung, Temperatur, Ermüdung und Bruchverhalten fehlen. Keine Freigabe für sicherheitskritische Rotoren.

Quellen, Methodik und Review

  • Dankert/Dankert, Technische Mechanik, 7. Auflage 2013, Kapitel Rotationssymmetrische Modelle, Abschnitt Rotationssymmetrische Scheiben (lokale PDF 978-3-8348-2235-2; geprüft am 24.09.2026)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-24