- Kraft F [N]
- Die Kraft, die den Messkörper in seiner Längsrichtung belastet – beim Aufnehmerbau die Nennkraft, bei einer Bauteilmessung die zu erwartende Betriebskraft. Zug positiv, Druck negativ. Woher: Lastenheft, Auslegung oder Vergleichsmessung. 1 kN ≈ Gewichtskraft von 100 kg.
- Querschnittsfläche A [mm²]
- Tragende Querschnittsfläche des Messkörpers genau dort, wo die Dehnungsmessstreifen kleben. Bei einem Rundstab aus dem Durchmesser, bei einem Rohr aus Außen- und Innendurchmesser bestimmen. Die Fläche legt Spannung und Dehnung fest und ist beim Aufnehmerbau die wichtigste Stellgröße. Woher: technische Zeichnung oder gemessene Abmessungen; Aussparungen und Bohrungen abziehen.
- Elastizitätsmodul E [N/mm²]
- Der Elastizitätsmodul beschreibt, wie steif der Werkstoff des Bauteils ist – wie viel Spannung nötig ist, um eine bestimmte Dehnung zu erzeugen (σ = E·ε). Er wird gebraucht, um aus gemessenen oder berechneten Dehnungen Spannungen zu machen und umgekehrt. Woher: Werkstofftabellen oder Datenblatt; Stahl ≈ 210 000 N/mm², Aluminium ≈ 70 000 N/mm², Titan ≈ 110 000 N/mm². Bei erhöhter Temperatur sinkt E.
- Querdehnungszahl ν
- Die Querdehnungszahl (Poisson-Zahl) gibt an, wie stark sich ein Werkstoff quer zusammenzieht, wenn er in Längsrichtung gedehnt wird: ε_quer = −ν·ε_längs. Sie ist wichtig, weil quer geklebte DMS genau diese Querdehnung messen und weil bei zweiachsigen Spannungszuständen beide Richtungen zusammenwirken. Woher: Werkstofftabellen; Stahl 0,28–0,30, Aluminium 0,33, Kunststoffe 0,35–0,45.
- k-Faktor
- Der k-Faktor ist die Empfindlichkeit des Dehnungsmessstreifens: Er sagt, wie stark sich der elektrische Widerstand ändert, wenn der Streifen gedehnt wird (ΔR/R = k·ε). Ohne ihn lässt sich aus einem elektrischen Signal keine Dehnung berechnen. Woher: Er steht auf jeder DMS-Packung bzw. im Datenblatt des Herstellers, typisch 2,0 bis 2,1 für Konstantan-Folienstreifen; die Angabe gilt für Raumtemperatur. Der Wert muss auch im Messverstärker eingestellt sein.
- DMS-Schaltung
- Verschaltung der DMS am Zugstab: ein Streifen längs (einfach, aber Biegung und Temperatur stören), Halbbrücke längs+quer (temperaturkompensiert), Vollbrücke mit zwei Längsstreifen gegenüber plus zwei Kompensationsstreifen (kompensiert Biegung und Temperatur) oder die klassische Kraftaufnehmer-Schaltung mit je zwei Längs- und Querstreifen (größtes Signal, alles kompensiert). Woher: Entscheidung nach verfügbarer Kanalzahl und Störgrößen.
- Speisespannung U_B [V]
- Die Brückenspeisespannung ist die Gleich- oder Wechselspannung, mit der der Messverstärker die Brückenschaltung versorgt. Das Messsignal ist proportional zu ihr – deshalb wird das Signal meist als Verhältnis mV/V angegeben und die Speisespannung nur für die absolute Signalspannung gebraucht. Woher: Einstellung am Messverstärker, üblich 2,5 V, 5 V oder 10 V; die Obergrenze bestimmt die Eigenerwärmung des DMS (siehe Rechner Speisespannung).