- Temperaturkoeffizient des Gitterwiderstands α_R [10⁻⁶/K]
- Temperaturkoeffizient des Messgitterwiderstands: Er gibt an, um wie viele Millionstel sich der elektrische Widerstand je Kelvin ändert, auch ohne mechanische Last. Hersteller stimmen ihn auf einen Bauteilwerkstoff ab; daraus entsteht ein selbstkompensierender Dehnungsmessstreifen. Woher: Datenblatt oder Temperaturgang-Diagramm der Streifencharge. Fehlt der Einzelwert, den veröffentlichten Temperaturgang direkt als maßgebende Korrektur verwenden.
- Wärmeausdehnung Bauteil α_B [10⁻⁶/K]
- Wärmeausdehnungskoeffizient des Bauteils, auf dem der DMS klebt: um wie viel µm/m es sich je Kelvin frei ausdehnt. Der aufgeklebte Streifen wird dabei mitgedehnt. Woher: Werkstofftabellen; ferritischer Stahl ≈ 11–12, austenitischer Stahl ≈ 16, Aluminium ≈ 23, Titan ≈ 9, Kunststoffe 50–100 (·10⁻⁶/K).
- Wärmeausdehnung Messgitter α_M [10⁻⁶/K]
- Wärmeausdehnungskoeffizient des Messgitterwerkstoffs selbst. Die Differenz zur Ausdehnung des Bauteils zwingt dem Gitter eine Dehnung auf, die wie ein Messwert aussieht. Woher: Konstantan (Standardgitter) ≈ 14,5·10⁻⁶/K, Karma ≈ 13; steht im Datenblatt des DMS.
- k-Faktor
- Der k-Faktor ist die Empfindlichkeit des Dehnungsmessstreifens: Er sagt, wie stark sich der elektrische Widerstand ändert, wenn der Streifen gedehnt wird (ΔR/R = k·ε). Ohne ihn lässt sich aus einem elektrischen Signal keine Dehnung berechnen. Woher: Er steht auf jeder DMS-Packung bzw. im Datenblatt des Herstellers, typisch 2,0 bis 2,1 für Konstantan-Folienstreifen; die Angabe gilt für Raumtemperatur. Der Wert muss auch im Messverstärker eingestellt sein.
- Temperaturänderung ΔT gegenüber Nullabgleich [K]
- Die Temperaturänderung ist die Differenz zwischen der Temperatur beim Nullabgleich der Brücke und der Temperatur während der Messung. Nur diese Differenz erzeugt temperaturbedingte Fehler; wird bei Messtemperatur abgeglichen, ist sie null. Woher: Thermoelement oder Widerstandsthermometer an der Messstelle bzw. am Kabel.
- Nennwiderstand R₀ [Ω]
- Der Nennwiderstand ist der elektrische Widerstand des unbelasteten Dehnungsmessstreifens. Er legt fest, wie groß die absolute Widerstandsänderung bei einer Dehnung ausfällt und wie viel Strom bei gegebener Speisespannung fließt. Woher: Aufdruck auf der DMS-Packung; Standardwerte 120 Ω und 350 Ω, seltener 700 Ω oder 1000 Ω. Höhere Werte bedeuten weniger Eigenerwärmung und weniger Kabeleinfluss.