Dehnungsmessstreifen · Messtechnik

DMS-Rechner: Widerstandsänderung und k-Faktor

Berechne relative und absolute Widerstandsänderung eines Dehnungsmessstreifens aus Nennwiderstand, k-Faktor und Dehnung inklusive Viertelbrückensignal.

DMSKeil 2017
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Eingaben

Der k-Faktor gilt für Raumtemperatur und den elastischen Bereich; Querempfindlichkeit, Temperaturgang und Kriechen sind nicht enthalten. Das Viertelbrückensignal ist die linearisierte Näherung nach Gl. 4.8.

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Ergebnisse

Werte eingeben und Berechnung starten.

Methode

Was wird berechnet?

Die Grundgleichung des Dehnungsmessstreifens verknüpft die relative Widerstandsänderung linear mit der Dehnung über den k-Faktor. Der k-Faktor wird vom Hersteller nach Richtlinie im Bereich ±1000 µm/m auf einem Biegebalken mit ν₀ = 0,285 bestimmt. Für Konstantan setzt sich k nach Keil Gl. 2.12 aus dem Geometrieanteil (1+2ν) und dem Anteil der Änderung des spezifischen Widerstands zusammen.

Gleichungen

ΔR/R = k · ε (Keil Gl. 2.2)

ΔR = k · ε · R₀

UM/UB = ΔR/(4R₀) = k·ε/4 (Keil Gl. 4.8)

Grenzen

Voraussetzungen und typischer Fehler

Der k-Faktor gilt für Raumtemperatur und den elastischen Bereich; Querempfindlichkeit, Temperaturgang und Kriechen sind nicht enthalten. Das Viertelbrückensignal ist die linearisierte Näherung nach Gl. 4.8.

Dehnung in % statt µm/m eingeben oder den k-Faktor des Messverstärkers (oft fest 2,00) nicht an den DMS anpassen.

Eingaben

Was du eingibst – und woher die Werte kommen

Nennwiderstand R₀ [Ω]
Der Nennwiderstand ist der elektrische Widerstand des unbelasteten Dehnungsmessstreifens. Er legt fest, wie groß die absolute Widerstandsänderung bei einer Dehnung ausfällt und wie viel Strom bei gegebener Speisespannung fließt. Woher: Aufdruck auf der DMS-Packung; Standardwerte 120 Ω und 350 Ω, seltener 700 Ω oder 1000 Ω. Höhere Werte bedeuten weniger Eigenerwärmung und weniger Kabeleinfluss.
k-Faktor
Der k-Faktor ist die Empfindlichkeit des Dehnungsmessstreifens: Er sagt, wie stark sich der elektrische Widerstand ändert, wenn der Streifen gedehnt wird (ΔR/R = k·ε). Ohne ihn lässt sich aus einem elektrischen Signal keine Dehnung berechnen. Woher: Er steht auf jeder DMS-Packung bzw. im Datenblatt des Herstellers, typisch 2,0 bis 2,1 für Konstantan-Folienstreifen; die Angabe gilt für Raumtemperatur. Der Wert muss auch im Messverstärker eingestellt sein.
Dehnung ε [µm/m]
Die Dehnung am Ort des Dehnungsmessstreifens, kurz DMS, in Mikrometer pro Meter (µm/m): 1000 µm/m entsprechen 0,1 % Längenänderung. Positiv bedeutet Zug, negativ Druck. Woher: aus einer überschlägigen Festigkeitsrechnung, einer Finite-Elemente-Simulation oder einer ersten Messung. Der Rechner schätzt daraus die Widerstandsänderung und das erwartbare Messsignal ab.
Einordnung

Wofür der Rechner da ist

Erste Abschätzung des zu erwartenden Messsignals vor einer Installation, Wahl des Nennwiderstands und Plausibilisierung von Messverstärkereinstellungen. Keils Zahlenbeispiel: 120 Ω, k = 2, ε = 1000 µm/m ergeben ΔR = 0,24 Ω und 0,5 mV/V.

Wie es weitergeht

  1. Nennwiderstand und k-Faktor aus dem DMS-Datenblatt übernehmen.
  2. Dehnung in µm/m eingeben (1000 µm/m = 1 ‰ = 0,1 %).
  3. ΔR/R, ΔR und das Viertelbrückensignal ablesen und mit der Auflösung des Messverstärkers vergleichen.
Ergebnisse

So liest du die Ergebnisse

  • ΔR/R und ΔR beschreiben nur den einen Streifen; sie sind unabhängig davon, wie er verschaltet wird.
  • Das Viertelbrückensignal ist das kleinste Signal, das dieser Streifen liefern kann – Halb- und Vollbrücken vervielfachen es mit dem Brückenfaktor.
  • Liegt das Signal unter etwa 0,01 mV/V, ist die erwartete Dehnung für eine sinnvolle Messung zu klein; dann Messstelle mit höherer Dehnung oder Vollbrücke wählen.
Ergebnisgrößen

Was jeder Wert bedeutet

Relative Widerstandsänderung ΔR/R [‰]
Relative Widerstandsänderung des einzelnen Dehnungsmessstreifens in Promille: 2 ‰ bedeutet, dass ein 120-Ohm-Streifen um 0,24 Ohm zunimmt. Positiv steht für Zug, negativ für Stauchung. Dieser Wert eignet sich zum Plausibilitätscheck mit dem k-Faktor.
Widerstandsänderung ΔR [Ω]
Absolute Widerstandsänderung des Dehnungsmessstreifens in Ohm. Sie zeigt, warum eine direkte Widerstandsmessung meist zu ungenau ist und stattdessen eine Wheatstone-Brücke verwendet wird.
Widerstand unter Last R₀ + ΔR [Ω]
Gesamtwiderstand des belasteten Streifens. Diesen Wert kann man bei einer kontrollierten Prüfung mit einem präzisen Ohmmeter vergleichen; für laufende Messungen ist das Brückensignal geeigneter.
Viertelbrückensignal UM/UB (linear) [mV/V]
Erwartetes Viertelbrückensignal in Millivolt Ausgangsspannung je Volt Speisespannung (mV/V). Mit dem Eingangsbereich des Messverstärkers vergleichen; liegt es zu niedrig, helfen eine empfindlichere Messstelle oder mehr aktive Streifen.
Quelle

Fachliche Grundlage

Keil, Dehnungsmessstreifen, 2. Aufl. 2017, Abschn. 2.2 Empfindlichkeit, Gl. (2.2), (2.12); Abschn. 4.2, Gl. (4.8).

Die Quelle belegt die Gleichungsstruktur und die Zahlenbeispiele; dieser Rechner ersetzt keine Kalibrierung der Messkette.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist k ≈ 2 bei Konstantan?

Nach Keil Gl. 2.12 liefert allein die Geometrie 1+2ν ≈ 1,6; der Rest stammt aus der Änderung des spezifischen Widerstands mit dem Volumen (Bridgman-Konstante).

Ist die Beziehung bei großen Dehnungen noch linear?

Für Metallgitter im elastoplastischen Bereich bleibt ΔR/R = kε in guter Näherung gültig; die Brückenschaltung selbst wird jedoch nichtlinear (Gl. 4.7).

Welche Rolle spielt der Nennwiderstand?

ΔR skaliert mit R₀, das Verhältnis ΔR/R und das Brückensignal nicht. Höhere Widerstände senken Strom und Eigenerwärmung.