Dehnungsmessstreifen · Messtechnik

Grundgleichung der DMS-Brücke: Signal aus vier Dehnungen

Brückenausgangssignal aus den Dehnungen der vier Brückenzweige und dem k-Faktor berechnen – linearisiert und mit der exakten Gleichung 4.6.

DMSKeil 2017
01

Eingaben

Gleiche Nennwiderstände und k-Faktoren in allen Zweigen, konstante Speisespannung, unbelasteter Ausgang.

02

Ergebnisse

Werte eingeben und Berechnung starten.

Methode

Was wird berechnet?

Mit gleichen Nennwiderständen in allen Zweigen folgt aus Gl. 4.1 die Grundgleichung 4.6. Ihr Zähler zeigt die Vorzeichenregel der Brücke: Dehnungen in Zweig 1 und 3 zählen positiv, in 2 und 4 negativ. Der Nenner enthält die Summe aller Widerstandsänderungen – ist sie ungleich null, wird die Brücke nichtlinear, was besonders bei nur einem aktiven Zweig ins Gewicht fällt.

Gleichungen

U_M/U_B = (ΔR₁−ΔR₂+ΔR₃−ΔR₄) / (2(2R₀+ΔR₁+ΔR₂+ΔR₃+ΔR₄)) (Keil Gl. 4.6)

U_M/U_B ≈ k/4·(ε₁ − ε₂ + ε₃ − ε₄) (linearisiert, Keil Gl. 4.10 ff.)

ΔRᵢ/R₀ = k·εᵢ

Vorgehen

Schritt für Schritt

  1. Jedem Brückenzweig die dort wirkende Dehnung zuordnen (Festwiderstände und Kompensations-DMS: 0).
  2. k-Faktor und Speisespannung eintragen.
  3. Linearisiertes und exaktes Signal vergleichen; bei großen Dehnungen mit dem exakten Wert auswerten.

Typischer Fehler

Kompensations-DMS mit ihrer Temperatur-Scheindehnung eintragen, obwohl diese in allen Zweigen gleich ist und sich aufhebt – oder Vorzeichen der Stauchung vergessen.

Praxis

Anwendung und Grenzen

Entwurf von Aufnehmerschaltungen, Prüfung der Temperaturkompensation (gleiche Dehnung in allen Zweigen ergibt null) und Beurteilung der Nichtlinearität bei Viertelbrücken an Kunststoffen oder im elastoplastischen Bereich.

Gleiche Nennwiderstände und k-Faktoren in allen Zweigen, konstante Speisespannung, unbelasteter Ausgang.

Quelle

Fachliche Grundlage

Keil, Dehnungsmessstreifen, 2. Aufl. 2017, Abschn. 4.2, Gl. (4.2)–(4.8); Abschn. 4.5, Gl. (4.10)–(4.18).

Die Quelle belegt die Gleichungsstruktur und die Zahlenbeispiele; dieser Rechner ersetzt keine Kalibrierung der Messkette.

FAQ

Häufige Fragen

Wie groß ist der Linearitätsfehler der Viertelbrücke?

Nach Keil etwa so groß wie die Dehnung selbst: bei 1000 µm/m rund 0,1 %.

Warum ist die Vollbrücke mit ±ε linear?

Weil sich die Widerstandsänderungen im Nenner zu null summieren.

Kann ich ungleiche k-Faktoren berücksichtigen?

Näherungsweise, indem die Dehnung eines Zweigs mit kᵢ/k skaliert wird.