Dehnungsmessstreifen · Messtechnik

Dehnung und Spannung aus dem Brückensignal (mV/V)

Gemessenes Brückensignal in Dehnung und einachsige Spannung umrechnen, mit Korrektur der Viertelbrücken-Nichtlinearität nach Gl. 4.7.

DMSKeil 2017
01

Eingaben

Leitungswiderstände, Querempfindlichkeit und Temperaturgang sind nicht enthalten; die Nichtlinearitätskorrektur gilt nur für einen aktiven Zweig (B = 1).

02

Ergebnisse

Werte eingeben und Berechnung starten.

Methode

Was wird berechnet?

Der Messverstärker zeigt das Spannungsverhältnis der Brücke an. Über k-Faktor und Brückenfaktor wird daraus die Dehnung; für die Viertelbrücke liefert die exakte Gleichung 4.7 bei großen Signalen eine etwas größere Dehnung als die lineare Näherung. Die Umrechnung in Spannung gilt nur im einachsigen Spannungszustand – bei zweiachsigen Zuständen sind zwei Dehnungen und das Hookesche Gesetz nach Gl. 9.27/9.28 nötig.

Gleichungen

ε = 4·(U_M/U_B)/(k·B) (aus Keil Gl. 4.8)

Viertelbrücke exakt: U_M/U_B = ΔR/(2(2R₀+ΔR)) ⇒ ΔR/R₀ = 4s/(1−2s) (Keil Gl. 4.7)

σ = E·ε (einachsig)

Vorgehen

Schritt für Schritt

  1. Signal in mV/V, k-Faktor und Brückenfaktor der verwendeten Schaltung eintragen.
  2. Für Viertelbrücken bei > 1 mV/V den exakten Wert verwenden.
  3. Nur bei einachsiger Beanspruchung in Messrichtung die Spannung σ = E·ε übernehmen.

Typischer Fehler

Den im Verstärker fest eingestellten k-Faktor 2,00 verwenden, obwohl der DMS 2,08 hat, oder das Signal in mV statt mV/V eintragen.

Praxis

Anwendung und Grenzen

Auswertung von Rohsignalen aus Datenloggern ohne DMS-Modus, Umrechnung von Aufnehmerkennwerten und Kontrolle von Verstärkereinstellungen (k-Faktor, Brückenfaktor).

Leitungswiderstände, Querempfindlichkeit und Temperaturgang sind nicht enthalten; die Nichtlinearitätskorrektur gilt nur für einen aktiven Zweig (B = 1).

Quelle

Fachliche Grundlage

Keil, Dehnungsmessstreifen, 2. Aufl. 2017, Abschn. 4.2, Gl. (4.7), (4.8), Abb. 4.2; Abschn. 9.4, Gl. (9.27), (9.28).

Die Quelle belegt die Gleichungsstruktur und die Zahlenbeispiele; dieser Rechner ersetzt keine Kalibrierung der Messkette.

FAQ

Häufige Fragen

Wie groß ist die Nichtlinearität bei 0,5 mV/V?

ΔR/R₀ = 4·0,0005/(1−0,001) = 2,002 ‰ statt 2,000 ‰, also 0,1 %.

Was, wenn der Verstärker in µm/m anzeigt?

Dann hat er bereits mit seinem k-Faktor und Brückenfaktor gerechnet; nur Abweichungen müssen korrigiert werden (ε = ε_Anzeige·k_Gerät/k_DMS).

Kann ich σ bei Biegung so berechnen?

Ja, die Randfaserspannung ist einachsig; ε muss die Biegedehnung eines Streifens sein, nicht das B-fache.