- Kraft F am Balkenende [N]
- Die Kraft, die quer zum Balken an seinem freien Ende angreift und ihn biegt. Woher: Nennlast des Aufnehmers oder erwartete Betriebskraft; Vorzeichen frei (bestimmt nur, welche Seite Zug hat).
- Abstand DMS ↔ Kraftangriff x [mm]
- Abstand vom Kraftangriffspunkt bis zur Mitte des Messgitters des Dehnungsmessstreifens, entlang des Balkens gemessen. Dieser Hebelarm bestimmt das Biegemoment an der Messstelle; ein Streifen näher an der Einspannung sieht daher mehr Dehnung. Woher: technische Zeichnung oder direkt vom Lastangriff bis zur Gittermitte messen.
- Freie Balkenlänge l (für Durchbiegung) [mm]
- Freie Länge des Balkens von der Einspannstelle bis zum Kraftangriffspunkt. Sie wird nur für die Durchbiegung am Balkenende gebraucht, nicht für die Dehnung am DMS; meist ist sie etwas größer als der DMS-Abstand x. Woher: Zeichnung oder Messung.
- Balkenbreite b [mm]
- Breite des Rechteckquerschnitts – die Abmessung quer zur Biegerichtung, also die Fläche, auf der der DMS klebt. Sie geht linear ein: doppelte Breite = halbe Dehnung. Woher: Messschieber oder Zeichnung.
- Balkendicke h [mm]
- Dicke des Balkens in Biegerichtung. Sie geht quadratisch in die Dehnung ein: halbe Dicke = vierfache Dehnung. Woher: Messschieber/Zeichnung.
- Elastizitätsmodul E [N/mm²]
- Der Elastizitätsmodul beschreibt, wie steif der Werkstoff des Bauteils ist – wie viel Spannung nötig ist, um eine bestimmte Dehnung zu erzeugen (σ = E·ε). Er wird gebraucht, um aus gemessenen oder berechneten Dehnungen Spannungen zu machen und umgekehrt. Woher: Werkstofftabellen oder Datenblatt; Stahl ≈ 210 000 N/mm², Aluminium ≈ 70 000 N/mm², Titan ≈ 110 000 N/mm². Bei erhöhter Temperatur sinkt E.
- k-Faktor
- Der k-Faktor ist die Empfindlichkeit des Dehnungsmessstreifens: Er sagt, wie stark sich der elektrische Widerstand ändert, wenn der Streifen gedehnt wird (ΔR/R = k·ε). Ohne ihn lässt sich aus einem elektrischen Signal keine Dehnung berechnen. Woher: Er steht auf jeder DMS-Packung bzw. im Datenblatt des Herstellers, typisch 2,0 bis 2,1 für Konstantan-Folienstreifen; die Angabe gilt für Raumtemperatur. Der Wert muss auch im Messverstärker eingestellt sein.
- DMS-Schaltung
- Ein DMS auf einer Seite (Viertelbrücke), je einer oben und unten (Halbbrücke, hebt Längskraft und Temperatur auf) oder je zwei oben und unten (Vollbrücke, größtes Signal). Woher: Anzahl verfügbarer Streifen und Genauigkeitsanspruch.
- Speisespannung U_B [V]
- Die Brückenspeisespannung ist die Gleich- oder Wechselspannung, mit der der Messverstärker die Brückenschaltung versorgt. Das Messsignal ist proportional zu ihr – deshalb wird das Signal meist als Verhältnis mV/V angegeben und die Speisespannung nur für die absolute Signalspannung gebraucht. Woher: Einstellung am Messverstärker, üblich 2,5 V, 5 V oder 10 V; die Obergrenze bestimmt die Eigenerwärmung des DMS (siehe Rechner Speisespannung).