Zacher/Reuter 2024, Abschnitt 3.5, Gleichungen 3.59 und 3.68: gedämpfte Eigenkreisfrequenz

PT2-Eigenzeit aus gemessenen Schwingungspeaks

Die Peakabstände liefern die gedämpfte Schwingungsfrequenz; zusammen mit dem Dämpfungsgrad entsteht daraus die ungedämpfte Eigenzeit für das PT2-Modell.

MINTSI
01

Eingaben

Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz des identifizierten PT2-Modells. Verwenden Sie T₀ zusammen mit D in Sprungantwort, Ausregelzeit oder Simulation.

Dimensionsloses Abklingmaß zwischen 0 und 1. Aus Modellparametern oder mit dem Rechner zur Dämpfung aus der Ausschwingkurve bestimmen.

Zeitstempel eines gut erkennbaren Maximums oder Minimums relativ zum Start der Aufzeichnung. Verwenden Sie für t₁ und t₂ dieselbe Peakrichtung.

Zeitstempel eines späteren gleichgerichteten Peaks. t₂ muss größer als t₁ sein; weiter auseinanderliegende Peaks können den relativen Ablesefehler verringern.

Ganze Zahl vollständiger Schwingungsperioden zwischen t₁ und t₂. Aufeinanderfolgende Maxima oder aufeinanderfolgende Minima ergeben N=1.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

Te=(t₂−t₁)/N; ωe=2π/Te; T₀=√(1−D²)/ωe

Die Peakabstände liefern die gedämpfte Schwingungsfrequenz; zusammen mit dem Dämpfungsgrad entsteht daraus die ungedämpfte Eigenzeit für das PT2-Modell.

Eingaben verstehen
  • Eigenzeit T₀Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz des identifizierten PT2-Modells. Verwenden Sie T₀ zusammen mit D in Sprungantwort, Ausregelzeit oder Simulation.
  • Dämpfungsgrad DDimensionsloses Abklingmaß zwischen 0 und 1. Aus Modellparametern oder mit dem Rechner zur Dämpfung aus der Ausschwingkurve bestimmen.
  • Zeit des früheren Peaks t₁Zeitstempel eines gut erkennbaren Maximums oder Minimums relativ zum Start der Aufzeichnung. Verwenden Sie für t₁ und t₂ dieselbe Peakrichtung.
  • Zeit des späteren Peaks t₂Zeitstempel eines späteren gleichgerichteten Peaks. t₂ muss größer als t₁ sein; weiter auseinanderliegende Peaks können den relativen Ablesefehler verringern.
  • Anzahl voller Perioden NGanze Zahl vollständiger Schwingungsperioden zwischen t₁ und t₂. Aufeinanderfolgende Maxima oder aufeinanderfolgende Minima ergeben N=1.
Beispiel

Bei D=0,3 liegen zwei aufeinanderfolgende Maxima bei t₁=1 s und t₂=7,2832 s. Damit ist Te≈6,2832 s, ωe≈1 rad/s und T₀=√(1−0,3²)/1≈0,9539 s.

Annahmen und Grenzen

Lineares zeitinvariantes unterdämpftes PT2-System mit 0<D<1, konstanter Schwingungsperiode und klar erkennbaren gleichgerichteten Peaks. Totzeit verschiebt beide Zeitstempel gleich und kürzt sich im Abstand heraus; Drift, Nichtlinearität und zusätzliche dominante Pole sind ausgeschlossen.

Fachartikel

PT2-Eigenzeit aus gemessenen Schwingungspeaks verstehen

Der Rechner gewinnt einen zweiten wichtigen PT2-Modellparameter direkt aus einer Messkurve. Während der Amplitudenabfall den Dämpfungsgrad beschreibt, liefert der zeitliche Abstand gleichgerichteter Peaks die gedämpfte Schwingungsfrequenz und daraus die Eigenzeit T₀.

Was beschreibt diese Größe?

PT2 steht für ein System zweiter Ordnung mit zwei Energiespeichern. Im unterdämpften Bereich 0<D<1 schwingt seine Antwort mit der gedämpften Eigenkreisfrequenz ωe. T₀ ist der Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz ω₀. Beide hängen über ωe=√(1−D²)/T₀ zusammen.

Formel und Variablen

Te=(t₂−t₁)/N; ωe=2π/Te; T₀=√(1−D²)/ωe

  • Gemessene Periodendauer: Te=(t₂−t₁)/N
  • Gedämpfte Eigenkreisfrequenz: ωe=2π/Te
  • Eigenzeit: T₀=√(1−D²)/ωe
Symbol / EingabeBedeutung
Eigenzeit T₀Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz des identifizierten PT2-Modells. Verwenden Sie T₀ zusammen mit D in Sprungantwort, Ausregelzeit oder Simulation.
Dämpfungsgrad DDimensionsloses Abklingmaß zwischen 0 und 1. Aus Modellparametern oder mit dem Rechner zur Dämpfung aus der Ausschwingkurve bestimmen.
Zeit des früheren Peaks t₁Zeitstempel eines gut erkennbaren Maximums oder Minimums relativ zum Start der Aufzeichnung. Verwenden Sie für t₁ und t₂ dieselbe Peakrichtung.
Zeit des späteren Peaks t₂Zeitstempel eines späteren gleichgerichteten Peaks. t₂ muss größer als t₁ sein; weiter auseinanderliegende Peaks können den relativen Ablesefehler verringern.
Anzahl voller Perioden NGanze Zahl vollständiger Schwingungsperioden zwischen t₁ und t₂. Aufeinanderfolgende Maxima oder aufeinanderfolgende Minima ergeben N=1.

Eingaben richtig wählen

D ist der Dämpfungsgrad aus Modellparametern oder einer Amplitudenauswertung. t₁ und t₂ sind Zeitstempel zweier Maxima oder zweier Minima – nicht eines Maximums und des folgenden Minimums. N zählt die vollständigen Perioden dazwischen. Benachbarte gleichgerichtete Peaks ergeben N=1.

So benutzt du den Rechner

Messkurve um ihren Endwert betrachten und zwei gut erkennbare Peaks derselben Richtung markieren. Beide Zeitstempel auf derselben Zeitachse ablesen und die Zahl vollständiger Perioden zählen. Wenn möglich mehrere Perioden verwenden, solange Frequenz und Betriebszustand konstant bleiben. D separat aus dem Abklingen bestimmen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Bei D=0,3 liegen zwei aufeinanderfolgende Maxima bei 1 s und 7,2832 s. Die Periodendauer beträgt rund 2π s, also ist ωe≈1 rad/s. Daraus folgt T₀=√(1−0,3²)/1≈0,9539 s.

Ergebnis und Einheiten verstehen

T₀ charakterisiert die ungedämpfte Grunddynamik des Modells. Zusammen mit D ist das unterdämpfte PT2-Glied vollständig parametrisiert. Der Wert kann direkt in Sprungantwort und Ausregelzeit übernommen werden; ein kleineres T₀ bedeutet eine schnellere Grunddynamik.

t₁, t₂ und T₀ sind Zeiten und werden intern in Sekunden umgerechnet. ωe wird intern in Radiant pro Sekunde berechnet. D und N sind dimensionslos.

Passender nächster Rechenschritt

Bestimme D mit PT2-Dämpfung aus der Ausschwingkurve. Übernimm D und T₀ danach in die PT2-Sprungantwort oder die PT2-Ausregelzeit.

Typische Anwendungen

Geeignet für Modellidentifikation aus Labor- und Anlagenmessungen, mechanische Schwinger, schwingende Regelkreise sowie die Vorbereitung einer Simulation oder Reglerauslegung.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Vorausgesetzt werden ein lineares zeitinvariantes PT2-Verhalten, konstante Periodendauer und 0<D<1. Zusätzliche dominante Pole, nichtlineare Reibung, wechselnde Parameter, Drift oder falsch zugeordnete Peaks verfälschen T₀. Totzeit beeinflusst den Peakabstand nicht, solange beide Peaks gleich verschoben werden.

Typischer Fehler: Kein Maximum mit dem direkt folgenden Minimum kombinieren; das wäre nur eine halbe Periode. N nicht als Zahl der sichtbaren Peaks missverstehen. t₂ muss später als t₁ liegen. Die gedämpfte Periodendauer darf nicht einfach als 2πT₀ behandelt werden, wenn D deutlich von null abweicht.

Häufige Fragen

Wofür ist „PT2-Eigenzeit aus gemessenen Schwingungspeaks“ gedacht?

Geeignet für Modellidentifikation aus Labor- und Anlagenmessungen, mechanische Schwinger, schwingende Regelkreise sowie die Vorbereitung einer Simulation oder Reglerauslegung.

Woher kommen die Eingabewerte?

D ist der Dämpfungsgrad aus Modellparametern oder einer Amplitudenauswertung. t₁ und t₂ sind Zeitstempel zweier Maxima oder zweier Minima – nicht eines Maximums und des folgenden Minimums. N zählt die vollständigen Perioden dazwischen. Benachbarte gleichgerichtete Peaks ergeben N=1.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Vorausgesetzt werden ein lineares zeitinvariantes PT2-Verhalten, konstante Periodendauer und 0<D<1. Zusätzliche dominante Pole, nichtlineare Reibung, wechselnde Parameter, Drift oder falsch zugeordnete Peaks verfälschen T₀. Totzeit beeinflusst den Peakabstand nicht, solange beide Peaks gleich verschoben werden.

Quellen, Methodik und Review

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-20