Zacher/Reuter 2024, Abschnitt 3.5: schwingfähige P-Strecke 2. Ordnung

PT2-Glied: gedämpfte Sprungantwort

Das PT2-Modell beschreibt Systeme mit zwei gekoppelten Speichern, deren Ausgang den Endwert je nach Dämpfung überschwingen kann.

MINTSI
01

Eingaben

Momentane Änderung des Ausgangs gegenüber dem Zustand vor dem Sprung. Für einen absoluten Messwert ist der frühere Ausgangswert zu addieren.

Endwertänderung geteilt durch Eingangssprung. Bestimmen Sie K aus stationären Messwerten vor und nach dem Versuch.

Sprunghöhe neuer minus alter Eingangswert. Sie legt zusammen mit K den späteren Endwert fest.

Dimensionsloses Maß für das Abklingen der Schwingung. D aus Sprungmessung oder Modellidentifikation; kleine Werte bedeuten starkes Überschwingen. Dieser Rechner gilt für 0<D<1.

Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz: T₀=1/ω₀. Sie wird aus Modellparametern oder der gemessenen Schwingungsdauer bestimmt.

Beobachtungszeit ab dem Moment des Eingangssprungs.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Technische Prinzipskizze
K · Δuy(t)t
Rechenweg

y=K·Δu·[1−e^(−D·t/T₀)·(cos(ωd·t)+D/√(1−D²)·sin(ωd·t))], ωd=√(1−D²)/T₀

Das PT2-Modell beschreibt Systeme mit zwei gekoppelten Speichern, deren Ausgang den Endwert je nach Dämpfung überschwingen kann.

Eingaben verstehen
  • Ausgangsänderung y(t)Momentane Änderung des Ausgangs gegenüber dem Zustand vor dem Sprung. Für einen absoluten Messwert ist der frühere Ausgangswert zu addieren.
  • Statische Verstärkung KEndwertänderung geteilt durch Eingangssprung. Bestimmen Sie K aus stationären Messwerten vor und nach dem Versuch.
  • Eingangssprung ΔuSprunghöhe neuer minus alter Eingangswert. Sie legt zusammen mit K den späteren Endwert fest.
  • Dämpfungsgrad DDimensionsloses Maß für das Abklingen der Schwingung. D aus Sprungmessung oder Modellidentifikation; kleine Werte bedeuten starkes Überschwingen. Dieser Rechner gilt für 0<D<1.
  • Eigenzeit T₀Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz: T₀=1/ω₀. Sie wird aus Modellparametern oder der gemessenen Schwingungsdauer bestimmt.
  • Zeit seit dem Sprung tBeobachtungszeit ab dem Moment des Eingangssprungs.
Beispiel

K=1, Δu=1, D=0,5 und T₀=1 s ergeben bei t=5 s y≈1,0746: Der Ausgang liegt noch 7,46 % über dem Endwert.

Annahmen und Grenzen

Lineares zeitinvariantes PT2-Glied, Ruhelage vor dem idealen Sprung und unterdämpfter Fall 0<D<1; Totzeit, Nullstellen, Begrenzung und zusätzliche Pole fehlen.

Fachartikel

PT2-Glied: gedämpfte Sprungantwort verstehen

Zeitlichen Ausgang eines unterdämpften PT2-Glieds aus Verstärkung, Dämpfung, Eigenzeit, Sprunghöhe und Zeit berechnen.

Was beschreibt diese Größe?

Das PT2-Modell beschreibt Systeme mit zwei gekoppelten Speichern, deren Ausgang den Endwert je nach Dämpfung überschwingen kann. Dieser Rechner bildet einen klar abgegrenzten technischen Zusammenhang aus den angezeigten Größen ab. Die Definition hilft, die Eingaben auf denselben Bezugszustand zu bringen, bevor das Ergebnis interpretiert wird.

Formel und Variablen

y=K·Δu·[1−e^(−D·t/T₀)·(cos(ωd·t)+D/√(1−D²)·sin(ωd·t))], ωd=√(1−D²)/T₀

Symbol / EingabeBedeutung
Ausgangsänderung y(t)Momentane Änderung des Ausgangs gegenüber dem Zustand vor dem Sprung. Für einen absoluten Messwert ist der frühere Ausgangswert zu addieren.
Statische Verstärkung KEndwertänderung geteilt durch Eingangssprung. Bestimmen Sie K aus stationären Messwerten vor und nach dem Versuch.
Eingangssprung ΔuSprunghöhe neuer minus alter Eingangswert. Sie legt zusammen mit K den späteren Endwert fest.
Dämpfungsgrad DDimensionsloses Maß für das Abklingen der Schwingung. D aus Sprungmessung oder Modellidentifikation; kleine Werte bedeuten starkes Überschwingen. Dieser Rechner gilt für 0<D<1.
Eigenzeit T₀Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz: T₀=1/ω₀. Sie wird aus Modellparametern oder der gemessenen Schwingungsdauer bestimmt.
Zeit seit dem Sprung tBeobachtungszeit ab dem Moment des Eingangssprungs.

Eingaben richtig wählen

Ausgangsänderung y(t): Momentane Änderung des Ausgangs gegenüber dem Zustand vor dem Sprung. Für einen absoluten Messwert ist der frühere Ausgangswert zu addieren. Statische Verstärkung K: Endwertänderung geteilt durch Eingangssprung. Bestimmen Sie K aus stationären Messwerten vor und nach dem Versuch. Eingangssprung Δu: Sprunghöhe neuer minus alter Eingangswert. Sie legt zusammen mit K den späteren Endwert fest. Dämpfungsgrad D: Dimensionsloses Maß für das Abklingen der Schwingung. D aus Sprungmessung oder Modellidentifikation; kleine Werte bedeuten starkes Überschwingen. Dieser Rechner gilt für 0<D<1. Eigenzeit T₀: Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz: T₀=1/ω₀. Sie wird aus Modellparametern oder der gemessenen Schwingungsdauer bestimmt. Zeit seit dem Sprung t: Beobachtungszeit ab dem Moment des Eingangssprungs.

So benutzt du den Rechner

Wähle die Zielgröße, trage die übrigen bekannten Größen mit Einheit ein und prüfe das Ergebnis anschließend mit dem angegebenen Beispiel und den Modellgrenzen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

K=1, Δu=1, D=0,5 und T₀=1 s ergeben bei t=5 s y≈1,0746: Der Ausgang liegt noch 7,46 % über dem Endwert.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Das PT2-Modell beschreibt Systeme mit zwei gekoppelten Speichern, deren Ausgang den Endwert je nach Dämpfung überschwingen kann. Lies das Ergebnis als Modellwert für den gewählten Betriebspunkt und prüfe anschließend Einheit, Vorzeichen, Größenordnung und die Randbedingungen deiner Anwendung.

Verwende die im Rechner angezeigten Einheiten und rechne erst danach um. Besonders häufige Fehler entstehen bei Vorsätzen wie k-, m- und µ-.

Typische Anwendungen

PT2-Glied: gedämpfte Sprungantwort: Solche Grundrechnungen dienen als Plausibilitätsprüfung, als Vorbereitung einer Bauteilauswahl und als Ausgangspunkt für einen vollständigen Nachweis.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Lineares zeitinvariantes PT2-Glied, Ruhelage vor dem idealen Sprung und unterdämpfter Fall 0<D<1; Totzeit, Nullstellen, Begrenzung und zusätzliche Pole fehlen.

Typischer Fehler: Ein formal korrektes Ergebnis kann fachlich unpassend sein, wenn Lastfall, Bezugszustand oder Einheit nicht zur Anwendung passen.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich das Ergebnis?

Vergleiche Einheit und Größenordnung mit einer zweiten Rechnung und variiere die Eingaben einzeln.

Sind die Annahmen automatisch erfüllt?

Nein. Der Rechner zeigt das gewählte Modell; reale Randbedingungen müssen separat geprüft werden.

Kann ich beliebige Einheiten mischen?

Nur wenn der Rechner die Umrechnung innerhalb derselben physikalischen Größenart anbietet.

Quellen, Methodik und Review

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

Verantwortlich
NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-17