Zacher/Reuter 2024, Abschnitt 3.2: PT1-Sprungantwort

PT1-Zeitkonstante aus einer Sprungmessung

Die inverse Auswertung macht aus einer aufgezeichneten Sprungantwort einen Modellparameter für Simulation und Reglerentwurf.

MINTSI
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Eingaben

Verzögerungskennwert des PT1-Ersatzmodells. Er kann anschließend im PT1-Sprungantwort-Rechner oder in einer Simulation verwendet werden.

Messwertänderung zum Zeitpunkt t relativ zum Ausgang vor dem Sprung, nicht der absolute Sensorwert.

Neuer stationärer Ausgang minus Ausgang vor dem Sprung. Erst ablesen, wenn sich der Prozess ausreichend beruhigt hat.

Zeit zwischen dem Eingangssprung und der Messung y(t), mit derselben Zeitbasis wie die gewünschte Zeitkonstante.

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Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

T=−t/ln(1−y(t)/y∞)

Die inverse Auswertung macht aus einer aufgezeichneten Sprungantwort einen Modellparameter für Simulation und Reglerentwurf.

Eingaben verstehen
  • Ermittelte Zeitkonstante TVerzögerungskennwert des PT1-Ersatzmodells. Er kann anschließend im PT1-Sprungantwort-Rechner oder in einer Simulation verwendet werden.
  • Gemessene Ausgangsänderung y(t)Messwertänderung zum Zeitpunkt t relativ zum Ausgang vor dem Sprung, nicht der absolute Sensorwert.
  • Bleibende Ausgangsänderung y∞Neuer stationärer Ausgang minus Ausgang vor dem Sprung. Erst ablesen, wenn sich der Prozess ausreichend beruhigt hat.
  • Messzeitpunkt tZeit zwischen dem Eingangssprung und der Messung y(t), mit derselben Zeitbasis wie die gewünschte Zeitkonstante.
Beispiel

Nach 5 s sind 6,3212 von später 10 Einheiten erreicht. Daraus folgt T=−5/ln(1−0,63212)≈5 s.

Annahmen und Grenzen

PT1-Verhalten ohne Totzeit, Anfangswert korrekt abgezogen und 0<y(t)<y∞ bei positiver Sprungantwort. Messrauschen und ein noch falsch geschätzter Endwert beeinflussen T stark.

Fachartikel

PT1-Zeitkonstante aus einer Sprungmessung verstehen

Zeitkonstante eines PT1-ähnlichen Prozesses aus einem Messpunkt, dem späteren Endwert und der verstrichenen Zeit bestimmen.

Was beschreibt diese Größe?

Die inverse Auswertung macht aus einer aufgezeichneten Sprungantwort einen Modellparameter für Simulation und Reglerentwurf. Dieser Rechner bildet einen klar abgegrenzten technischen Zusammenhang aus den angezeigten Größen ab. Die Definition hilft, die Eingaben auf denselben Bezugszustand zu bringen, bevor das Ergebnis interpretiert wird.

Formel und Variablen

T=−t/ln(1−y(t)/y∞)

Symbol / EingabeBedeutung
Ermittelte Zeitkonstante TVerzögerungskennwert des PT1-Ersatzmodells. Er kann anschließend im PT1-Sprungantwort-Rechner oder in einer Simulation verwendet werden.
Gemessene Ausgangsänderung y(t)Messwertänderung zum Zeitpunkt t relativ zum Ausgang vor dem Sprung, nicht der absolute Sensorwert.
Bleibende Ausgangsänderung y∞Neuer stationärer Ausgang minus Ausgang vor dem Sprung. Erst ablesen, wenn sich der Prozess ausreichend beruhigt hat.
Messzeitpunkt tZeit zwischen dem Eingangssprung und der Messung y(t), mit derselben Zeitbasis wie die gewünschte Zeitkonstante.

Eingaben richtig wählen

Ermittelte Zeitkonstante T: Verzögerungskennwert des PT1-Ersatzmodells. Er kann anschließend im PT1-Sprungantwort-Rechner oder in einer Simulation verwendet werden. Gemessene Ausgangsänderung y(t): Messwertänderung zum Zeitpunkt t relativ zum Ausgang vor dem Sprung, nicht der absolute Sensorwert. Bleibende Ausgangsänderung y∞: Neuer stationärer Ausgang minus Ausgang vor dem Sprung. Erst ablesen, wenn sich der Prozess ausreichend beruhigt hat. Messzeitpunkt t: Zeit zwischen dem Eingangssprung und der Messung y(t), mit derselben Zeitbasis wie die gewünschte Zeitkonstante.

So benutzt du den Rechner

Wähle die Zielgröße, trage die übrigen bekannten Größen mit Einheit ein und prüfe das Ergebnis anschließend mit dem angegebenen Beispiel und den Modellgrenzen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Nach 5 s sind 6,3212 von später 10 Einheiten erreicht. Daraus folgt T=−5/ln(1−0,63212)≈5 s.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Die inverse Auswertung macht aus einer aufgezeichneten Sprungantwort einen Modellparameter für Simulation und Reglerentwurf. Lies das Ergebnis als Modellwert für den gewählten Betriebspunkt und prüfe anschließend Einheit, Vorzeichen, Größenordnung und die Randbedingungen deiner Anwendung.

Verwende die im Rechner angezeigten Einheiten und rechne erst danach um. Besonders häufige Fehler entstehen bei Vorsätzen wie k-, m- und µ-.

Typische Anwendungen

PT1-Zeitkonstante aus einer Sprungmessung: Solche Grundrechnungen dienen als Plausibilitätsprüfung, als Vorbereitung einer Bauteilauswahl und als Ausgangspunkt für einen vollständigen Nachweis.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

PT1-Verhalten ohne Totzeit, Anfangswert korrekt abgezogen und 0<y(t)<y∞ bei positiver Sprungantwort. Messrauschen und ein noch falsch geschätzter Endwert beeinflussen T stark.

Typischer Fehler: Ein formal korrektes Ergebnis kann fachlich unpassend sein, wenn Lastfall, Bezugszustand oder Einheit nicht zur Anwendung passen.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich das Ergebnis?

Vergleiche Einheit und Größenordnung mit einer zweiten Rechnung und variiere die Eingaben einzeln.

Sind die Annahmen automatisch erfüllt?

Nein. Der Rechner zeigt das gewählte Modell; reale Randbedingungen müssen separat geprüft werden.

Kann ich beliebige Einheiten mischen?

Nur wenn der Rechner die Umrechnung innerhalb derselben physikalischen Größenart anbietet.

Quellen, Methodik und Review

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

Verantwortlich
NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-18