Dehnungsmessstreifen · Messtechnik

Querkraftmessung mit 45°-DMS im Steg: Schubspannung und Brückensignal

Aus der Querkraft und der Stegfläche die mittlere Schubspannung in der neutralen Faser, die 45°-Dehnungen und das Signal einer Halb- oder Vollbrücke berechnen.

DMSKeil 2017
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Eingaben

Mittlere Schubspannung dünnwandiger Stege; bei Vollquerschnitten ist τ_max = 1,5·F/A (Rechteck) bzw. 4/3·F/A (Kreis). Die DMS müssen in der neutralen Faser liegen.

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Ergebnisse

Werte eingeben und Berechnung starten.

Methode

Was wird berechnet?

In der Stegmitte eines Trägers ist die Biegespannung null und die Querkraft erzeugt reinen Schub; die Hauptdehnungen liegen unter ±45° und haben gleichen Betrag mit entgegengesetztem Vorzeichen. DMS-Paare unter 45° beidseitig des Stegs zur Vollbrücke verschaltet messen die Querkraft weitgehend unabhängig vom Biegemoment – das Prinzip der Scherstab-Wägezelle. Keil nutzt die Näherung τ ≈ F/A_Steg für dünnwandige Profile.

Gleichungen

τ_max ≈ F/A_Steg (Keil Gl. 10.42)

ε₁ = −ε₂ = τ(1+ν)/E

U_M/U_B = k/4·(4ε) = k·ε (Vollbrücke, Gl. 10.43)

Vorgehen

Schritt für Schritt

  1. Querkraft und Stegabmessungen am Messquerschnitt eintragen.
  2. Für genaue Werte τ = F·S/(I·t) mit dem statischen Moment ansetzen und hier als Vergleich nutzen.
  3. Schaltung wählen; die Vollbrücke kompensiert Biegung und Temperatur.

Typischer Fehler

Den gesamten Profilquerschnitt statt der Stegfläche einsetzen oder die DMS außerhalb der neutralen Faser installieren, wo Biegedehnung überlagert.

Praxis

Anwendung und Grenzen

Scherstab-Wägezellen, Querkraftmessung an Trägern, Lagerkraftbestimmung an Achsen und Kranbahnen, Auflagerkräfte im Bauwesen.

Mittlere Schubspannung dünnwandiger Stege; bei Vollquerschnitten ist τ_max = 1,5·F/A (Rechteck) bzw. 4/3·F/A (Kreis). Die DMS müssen in der neutralen Faser liegen.

Quelle

Fachliche Grundlage

Keil, Dehnungsmessstreifen, 2. Aufl. 2017, Abschn. 10.2.4 Querkraftbeanspruchte Messobjekte, Gl. (10.42), (10.43).

Die Quelle belegt die Gleichungsstruktur und die Zahlenbeispiele; dieser Rechner ersetzt keine Kalibrierung der Messkette.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist die Querkraftmessung biegeunabhängig?

In der neutralen Faser ist die Biegedehnung null, und die ±45°-Anordnung reagiert nur auf die Gleitung.

Kann ich damit eine Wägezelle auslegen?

Ja, überschlägig: Stegfläche so wählen, dass ε bei Nennlast etwa 500–1000 µm/m beträgt.

Was ist die Gleitung γ?

Die Winkeländerung des Elements; sie ist gleich dem Durchmesser des Verformungskreises, γ = ε₁ − ε₂ = 2ε₁.