Dehnungsmessstreifen · Messtechnik

Leitungswiderstand: Empfindlichkeitsverlust und scheinbare Dehnung in 2-, 3- und 4-Leitertechnik

Kabelwiderstand aus Länge und Querschnitt bestimmen und seine Wirkung auf Empfindlichkeit und Nullpunkt für Vollbrücke, Halbbrücke sowie Viertelbrücke in Zwei- und Dreileiterschaltung berechnen.

DMSKeil 2017
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Eingaben

Nur ohmsche Effekte; Kabelkapazität (Phasenverschiebung, Amplitudenabfall bei Trägerfrequenz, Keil Abschn. 6.3) und Sechsleitertechnik mit Fühlerleitungen sind nicht abgebildet.

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Ergebnisse

Werte eingeben und Berechnung starten.

Methode

Was wird berechnet?

Bei der Vollbrücke liegt das Kabel außerhalb der Brücke: Die Speiseadern bilden einen Spannungsteiler mit dem Brückenwiderstand und senken die Empfindlichkeit, Temperaturänderungen des Kabels verändern sie. Bei Halb- und Viertelbrücke sind die Adern Teil der Brückenzweige: Sie verkleinern den wirksamen k-Faktor, und in der Zweileiterschaltung wirkt jede temperaturbedingte Änderung des Kabelwiderstands als scheinbare Dehnung. Keils Beispiel: 3 m, 0,8 mm², 40 K ergeben 0,0216 Ω und 90 µm/m an 120 Ω. Die Dreileiterschaltung nach Ruge verteilt die Adern auf benachbarte Zweige und kompensiert diesen Effekt.

Gleichungen

R_K = ρ·L/q

Vollbrücke: E*/E = R_B/(R_B+2R_K) (Keil Gl. 6.1); ΔE/E = −2ΔR_K/(R_B+2R_K) (Gl. 6.2)

Viertel-/Halbbrücke: ΔR/(R_DMS+R_L) = k*·ε ⇒ k* = k·R/(R+R_L) (Keil Gl. 6.4)

Zweileiter: ε_s = ΔR_L/(k·(R+R_L)) mit R_L = 2R_K

Vorgehen

Schritt für Schritt

  1. Anschlussart, Kabellänge und Querschnitt eintragen.
  2. Empfindlichkeitsverlust beim Kalibrieren berücksichtigen oder den k-Faktor am Gerät entsprechend korrigieren.
  3. Bei Viertelbrücken mit Temperaturänderung immer Dreileitertechnik verwenden.

Typischer Fehler

Die doppelte Kabellänge (Hin- und Rückleitung) ein zweites Mal einsetzen – der Rechner berücksichtigt die Adernzahl bereits über die Anschlussart.

Praxis

Anwendung und Grenzen

Planung von Messkabeln bei Vielstellenmessungen, Beurteilung der Nullpunktdrift langer Zweileiter-Anschlüsse und Korrektur des k-Faktors bei langen Halbbrückenleitungen.

Nur ohmsche Effekte; Kabelkapazität (Phasenverschiebung, Amplitudenabfall bei Trägerfrequenz, Keil Abschn. 6.3) und Sechsleitertechnik mit Fühlerleitungen sind nicht abgebildet.

Quelle

Fachliche Grundlage

Keil, Dehnungsmessstreifen, 2. Aufl. 2017, Abschn. 6.2.2–6.2.3 Ohmscher Kabelwiderstand, Gl. (6.1)–(6.4), Abb. 6.1–6.3; Abschn. 6.7.

Die Quelle belegt die Gleichungsstruktur und die Zahlenbeispiele; dieser Rechner ersetzt keine Kalibrierung der Messkette.

FAQ

Häufige Fragen

Warum ist 350 Ω unempfindlicher gegen Kabel?

Alle Effekte skalieren mit R_K/R; beim gleichen Kabel sinkt der Einfluss um den Faktor 120/350.

Kompensiert die Dreileiterschaltung auch den Empfindlichkeitsverlust?

Nein, nur die scheinbare Dehnung; der Verlust durch eine Ader im Zweig bleibt und wird beim Kalibrieren ausgeglichen.

Wann lohnt die Sechsleitertechnik?

Bei Vollbrücken mit langen Kabeln oder Temperaturwechseln: Fühlerleitungen regeln die Speisespannung direkt am Aufnehmer nach.