Berechne Zug-, Torsions- und von-Mises-Vergleichsspannung einer metrischen Schraube aus Vorspannkraft und Gewindedrehmoment.
ISO898
02
Ergebnisse
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Eingaben und Rechenweg
Montagespannung aus Vorspannkraft und Gewindemoment
Der Rechner bildet den Beanspruchungszustand der Schraube beim Anziehen: Zugspannung aus der Vorspannkraft, Torsionsspannung aus dem Gewindemoment und daraus die Vergleichsspannung.
Eingaben
Nenndurchmesser, Steigung (daraus Aₛ und d₃ nach ISO 724), Festigkeitsklasse nach ISO 898-1, Montagevorspannkraft F_M und Gewindemoment M_G (z. B. aus dem Anziehdrehmoment-Rechner) gehen ein.
Der Spannungsquerschnitt ist kleiner als der Nennquerschnitt, weil der Gewindegrund die Zugkraft trägt. Querlast bringt zusätzliche Schubspannung; erst die Kombination zeigt, ob die Schraube wirklich sicher ist.
Zusammenhang
σ_M = F_M/Aₛ; τ_M = M_G/W_P mit W_P = π·d₃³/16 (konservative Wahl d₀ = d_i,min aus VDI 2230-1, R8); σ_red,M = √(σ_M² + 3·τ_M²). Die Ausnutzung bezieht σ_red,M auf die Prüfspannung S_p der Festigkeitsklasse.
Quellen und Grenzen: ISO 724 liefert d₂, d₃ und Aₛ; ISO 898-1 liefert S_p; VDI 2230-1:2015 Abschnitt 5.5.1 und R7/R8 beschreiben den Montagespannungsnachweis. Äußere Betriebslasten, Setzen und Dauerfestigkeit gehören in den vollständigen Verbindungsnachweis.
Fachartikel
Montagespannung aus Vorspannkraft und Gewindemoment im Detail
Der Rechner bildet den Beanspruchungszustand der Schraube beim Anziehen: Zugspannung aus der Vorspannkraft, Torsionsspannung aus dem Gewindemoment und daraus die Vergleichsspannung.
Was beschreibt diese Größe?
Schraubenrechner beschreiben eine Verbindung über Geometrie, Vorspannung, Reibung und Werkstoffgrenzen. Die Vorspannkraft hält Klemmteile zusammen; äußere Last, Setzen und Temperatur verändern die Reserve.
Formel und Variablen
σ_M = F_M/Aₛ; τ_M = M_G/W_P mit W_P = π·d₃³/16 (konservative Wahl d₀ = d_i,min aus VDI 2230-1, R8); σ_red,M = √(σ_M² + 3·τ_M²). Die Ausnutzung bezieht σ_red,M auf die Prüfspannung S_p der Festigkeitsklasse.
Eingaben richtig wählen
Nenndurchmesser, Steigung (daraus Aₛ und d₃ nach ISO 724), Festigkeitsklasse nach ISO 898-1, Montagevorspannkraft F_M und Gewindemoment M_G (z. B. aus dem Anziehdrehmoment-Rechner) gehen ein. Der Spannungsquerschnitt ist kleiner als der Nennquerschnitt, weil der Gewindegrund die Zugkraft trägt. Querlast bringt zusätzliche Schubspannung; erst die Kombination zeigt, ob die Schraube wirklich sicher ist.
So benutzt du den Rechner
Trage Nenndurchmesser und Steigung, die Festigkeitsklasse, die Montagevorspannkraft F_M und das Gewindemoment M_G ein. Das Gewindemoment ist der Reib- und Steigungsanteil im Gewinde, nicht das gesamte Anziehdrehmoment; der Anziehdrehmoment-Rechner weist es getrennt aus.
Der Spannungsquerschnitt ist kleiner als der Nennquerschnitt, weil der Gewindegrund die Zugkraft trägt. Querlast bringt zusätzliche Schubspannung; erst die Kombination zeigt, ob die Schraube wirklich sicher ist. Ein positives Prüfergebnis bedeutet nur, dass das gewählte Modell die eingegebenen Grenzwerte einhält. Streuung des Anziehverfahrens und reale Kontaktflächen können die Restklemmkraft bestimmen.
Kräfte in N oder kN, Momente in N·m, Spannungen in MPa; Aₛ und W_P werden intern in mm² und mm³ aus ISO 724 gebildet.
Typische Anwendungen
Prüfen, wie weit eine geplante Vorspannkraft die Schraube beim Anziehen ausnutzt, etwa zur Wahl der Festigkeitsklasse oder zur Einordnung eines Montagevorspannkraftniveaus (VDI 2230 empfiehlt für die Montage etwa 90 % von R_p0,2).
Annahmen, Grenzen und typische Fehler
ISO 724 liefert d₂, d₃ und Aₛ; ISO 898-1 liefert S_p; VDI 2230-1:2015 Abschnitt 5.5.1 und R7/R8 beschreiben den Montagespannungsnachweis. Äußere Betriebslasten, Setzen und Dauerfestigkeit gehören in den vollständigen Verbindungsnachweis.
Typischer Fehler: Nicht das gesamte Anziehdrehmoment als Gewindemoment eingeben – der Kopfreibungsanteil erzeugt keine Torsion im Schaft. Die Vergleichsspannung ist der Montagezustand; sie ersetzt weder den Betriebsnachweis mit äußeren Lasten noch die Bewertung von Setzen und Dauerfestigkeit.
Häufige Fragen
Warum wird die Torsionsspannung mit d₃ statt dₛ gebildet?
VDI 2230-1 lässt für W_P sowohl den Spannungsdurchmesser dₛ als auch den kleinsten Kerndurchmesser d_i,min zu. Der Rechner nutzt d₃ und liegt damit auf der sicheren Seite; mit dₛ wäre τ_M um rund 15 % kleiner.
Woher bekomme ich das Gewindemoment M_G?
Aus dem Anziehdrehmoment-Rechner, der das Anziehdrehmoment in Gewinde- und Kopfreibungsanteil zerlegt, oder aus einer Messung nach ISO 16047.
Reicht ein positives Ergebnis als vollständiger Festigkeitsnachweis?
Nein. Für eine reale Verbindung sind zusätzlich Betriebslasten, Setzverhalten, Dauerfestigkeit, Flächenpressung und die Klemmteile nach VDI 2230 zu prüfen.
σv
Montagebeanspruchung lokal prüfen
Was dieser Rechner leistet
Aus Vorspannkraft, Gewindegeometrie und Gewindedrehmoment werden Zug-, Torsions- und Vergleichsspannung sowie Ausnutzung berechnet.
Die Vergleichsspannung zeigt die lokale Beanspruchung beim Anziehen. Äußere Axiallast, Biegung, Querlast, Kerbwirkung und schwingende Belastung sind darin nicht enthalten.
Für die Torsionsspannung zählt der im Gewinde wirksame Anteil, nicht das gesamte Anziehdrehmoment.
02
Betriebslast ergänzen
Lastaufteilung zwischen Schraube und verspannten Teilen aus deren Nachgiebigkeiten bestimmen.
03
Ermüdung und Querlast
Schwingbeanspruchung und mögliche Relativbewegung benötigen eigene Nachweise.
Sinnvolle Anschlussnormen
01
VDI 2230 Blatt 1
Vollständige Montage-, Betriebs-, Ermüdungs- und Klemmkraftnachweise.
02
ISO 898-1
Mechanische Eigenschaften und Prüfspannungen von Schrauben aus Kohlenstoff- und legiertem Stahl.
03
ISO 898-2
Tragfähigkeit der passenden Mutter bzw. des Innengewindes berücksichtigen.
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