Eingaben
Gewindenenndurchmesser d, Steigung P, Zug- und Scherfestigkeit von Schraube und Muttern-/Innengewindewerkstoff; optional das s/d-Verhältnis einer dünnen Mutter oder eines Gewindeeinsatzes.
Nach dem Konstruktionsprinzip der VDI 2230-1 soll eine überlastete Schraubverbindung im Schraubenschaft oder im frei tragenden Gewinde brechen – nicht durch Abstreifen der ineinandergreifenden Gewindegänge. Dieser Rechner bestimmt aus dem Festigkeitsverhältnis RS, ob Innen- oder Bolzengewinde bei unterkritischer Einschraubtiefe zuerst abstreifen würde, und berechnet die dafür jeweils erforderliche Mindesteinschraubtiefe.
Vollständiger Verbindungsnachweis: Schraubenverbindungs-Nachweis (VDI 2230). Vorspannkraft: Anziehdrehmoment.
Gewinde- und Werkstoffdaten eingeben.
Bestimme, ob Innen- oder Bolzengewinde zuerst abstreift, und die dafür erforderliche Mindesteinschraubtiefe.
Gewindenenndurchmesser d, Steigung P, Zug- und Scherfestigkeit von Schraube und Muttern-/Innengewindewerkstoff; optional das s/d-Verhältnis einer dünnen Mutter oder eines Gewindeeinsatzes.
Das Festigkeitsverhältnis RS nach Gleichung (199) entscheidet, welches Gewinde kritisch ist. Je nach Fall liefert Gleichung (207) (Innengewinde) oder die analoge Form von Gleichung (213) (Bolzengewinde) mit den Korrekturfaktoren C1 und C2/C3 die erforderliche effektive Einschraubtiefe meff; mit dem Längenzuschlag mZu=2P ergibt sich die Gesamteinschraubtiefe mges.
M12×1,75, Schraube 10.9 (Rm=1040 MPa) in ein Bauteil aus 16MnCr5 (Rm=700 MPa) – das Zahlenbeispiel R11 der Norm selbst liefert dafür d2=D2=10,863 mm, D1=10,106 mm und RS=0,93 (Innengewinde kritisch), exakt reproduziert von Gleichung (199) dieses Rechners. Für meff verwendet die Norm an dieser Stelle das Diagramm Bild 37 (meff=9,6 mm abgelesen); dieser Rechner berechnet meff stattdessen direkt algebraisch aus Gleichung (207) mit τB,M=460 MPa, was mit meff≈6,35 mm zu einem abweichenden, aber ebenso normkonformen Ergebnis führt – ein Hinweis darauf, dass Diagrammablesung und Formel nicht identisch kalibriert sind.
Quellen und Grenzen: VDI 2230-1:2015-11, Abschnitt 5.5.5, Gleichung (195) bis (213); Zahlenbeispiel R11 im Anhang der Richtlinie.
Bestimme, ob Innen- oder Bolzengewinde zuerst abstreift, und die dafür erforderliche Mindesteinschraubtiefe.
Bricht eine überlastete Schraube im Schaft oder im frei tragenden Gewinde, ist das Versagen von außen sichtbar – die zwei Teile lösen sich, ein gebrochener Bolzen bleibt sichtbar zurück. Streift dagegen das Gewinde in der Mutter oder im Bauteil ab, kann die Schraube äußerlich intakt bleiben, während die Verbindung bereits keine Kraft mehr überträgt – ein deutlich tückischeres Versagensbild. VDI 2230-1 verlangt deshalb ausdrücklich, dass die Einschraubtiefe so bemessen wird, dass dieser Fall gar nicht erst eintreten kann.
RS = [d·(P/2+(d−D2)·tan30°)] / [D1·(P/2+(d2−D1)·tan30°)] · (RmM/RmS)
C3 = 0,728 + 1,769·RS − 2,896·RS² + 1,296·RS³ (0,4 < RS < 1, Innengewinde kritisch)C2 = 5,594 − 13,682·RS + 14,107·RS² − 6,057·RS³ + 0,9353·RS⁴ (1 < RS < 2,2, Bolzengewinde kritisch)meff = RmS·As·P / {C1·C3(oder C2)·τB·[P/2+(…)·tan30°]·π·d}mges = meff + 2·P| Symbol / Eingabe | Bedeutung |
|---|---|
| RS | Festigkeitsverhältnis nach Gleichung (199); RS<1 Innengewinde kritisch, RS≥1 Bolzengewinde kritisch. |
| d, D1, d2, D2 | Nenn-, Kern- und Flankendurchmesser von Bolzen- und Muttergewinde nach ISO 724. |
| RmS, RmM | Zugfestigkeit von Schraube (S) und Mutter-/Innengewindewerkstoff (M). |
| τB | Scherfestigkeit des jeweils kritischen Werkstoffs (τB,M oder τB,S). |
| C1 | Korrekturfaktor für dünnwandige Muttern/Einsätze, C1=1 im Regelfall. |
| C2, C3 | Korrekturfaktoren der ungleichmäßigen Kraftverteilung, abhängig von RS. |
| As | Spannungsquerschnitt der Schraube nach ISO 724. |
| P | Gewindesteigung. |
| meff, mges | Erforderliche effektive und Gesamteinschraubtiefe. |
Gewindenenndurchmesser d, Steigung P, Zug- und Scherfestigkeit von Schraube und Muttern-/Innengewindewerkstoff; optional das s/d-Verhältnis einer dünnen Mutter oder eines Gewindeeinsatzes.
Gewindegeometrie sowie Zug- und Scherfestigkeit von Schraube und Mutter-/Innengewindewerkstoff eingeben. Der Rechner bestimmt automatisch, welches Gewinde kritisch ist, und liefert die dafür erforderliche effektive und Gesamteinschraubtiefe.
M12×1,75, Schraube 10.9 (Rm=1040 MPa) in ein Bauteil aus 16MnCr5 (Rm=700 MPa) – das Zahlenbeispiel R11 der Norm selbst liefert dafür d2=D2=10,863 mm, D1=10,106 mm und RS=0,93 (Innengewinde kritisch), exakt reproduziert von Gleichung (199) dieses Rechners. Für meff verwendet die Norm an dieser Stelle das Diagramm Bild 37 (meff=9,6 mm abgelesen); dieser Rechner berechnet meff stattdessen direkt algebraisch aus Gleichung (207) mit τB,M=460 MPa, was mit meff≈6,35 mm zu einem abweichenden, aber ebenso normkonformen Ergebnis führt – ein Hinweis darauf, dass Diagrammablesung und Formel nicht identisch kalibriert sind.
Für das Zahlenbeispiel R11 der Norm liefert dieser Rechner exakt dieselben Zwischenwerte wie der Normtext (d2, D1, RS) – das Festigkeitsverhältnis ist also zweifelsfrei richtig implementiert. Für die eigentliche Einschraubtiefe meff verwendet die Norm an dieser Stelle aber ein Diagramm (Bild 37), das grafisch abgelesen wird, während dieser Rechner die zugrunde liegende Gleichung (207) direkt algebraisch auswertet. Beide Wege sind normkonform, liefern aber unterschiedliche Werte, weil das Diagramm vermutlich mit einer anderen Annahme für die Schraubenzugfestigkeit (z. B. Rm,max statt Rm,min) oder mit Rundung auf Diagrammraster arbeitet. Für eine verbindliche Auslegung ist deshalb im Zweifel das in der Praxis vereinbarte Verfahren (Diagramm oder Gleichung) und die jeweils zugehörige Annahme für Rm maßgebend.
Längen in Millimeter, Festigkeiten in MPa, RS und die Korrekturfaktoren sind dimensionslos.
Auslegung von Einschraubverbindungen in Bauteile mit geringerer Festigkeit als die Schraube (häufig bei Aluminium- oder Gusseisengehäusen), Festlegung der Mindest-Gewindetiefe von Sacklochbohrungen, Bewertung dünnwandiger Muttern oder Gewindeeinsätze über das s/d-Verhältnis.
VDI 2230-1:2015-11, Abschnitt 5.5.5, Gleichung (195) bis (213); Zahlenbeispiel R11 im Anhang der Richtlinie.
Typischer Fehler: Nicht Rm,S mit dem Mindestwert der Festigkeitsklasse gleichsetzen, ohne den Hinweis der Norm zu beachten: Für den ungünstigsten Fall empfiehlt VDI 2230-1 Rm,max ≈ 1,2·Rm,min. Ebenso wenig τB,M pauschal schätzen – Tabelle 6 der Norm nennt nur Anhaltsbereiche je Werkstoffgruppe, der tatsächliche Wert des vorliegenden Werkstoffs ist maßgebend.
Bei RS < 1 (Gleichung 199) streift bei unterkritischer Einschraubtiefe zuerst das Innengewinde ab – der Regelfall, wenn eine hochfeste Schraube in ein weicheres Bauteil eingeschraubt wird. Bei RS ≥ 1 streift stattdessen das Bolzengewinde ab, etwa wenn eine Schraube in eine sehr feste Mutter eingeschraubt wird.
mZu = 2·P berücksichtigt, dass ein Teil der Einschraublänge keinen vollen Gewindekontakt hat – etwa durch Ansenkung, Fase am Lochanfang oder den nicht voll tragenden Gewindegang an der Bolzenkuppe. Er wird zur rechnerischen effektiven Einschraubtiefe addiert, um die tatsächlich auszuführende Gesamttiefe zu erhalten.