Busch 2006, Abschnitt 5.8.1 Komplexer Widerstand (Beispiel R = 10 Ω, L = 64 mH, 50 Hz → Z = 22,4 Ω)

Scheinwiderstand einer RL-Reihenschaltung

Ohne Kondensator ergibt sich der Scheinwiderstand aus der geometrischen Summe von Wirkwiderstand und induktivem Blindwiderstand.

MINTSI
01

Eingaben

Betrag des komplexen Wechselstromwiderstands der Reihenschaltung.

Ohmscher Anteil, etwa Wicklungswiderstand einer Drossel oder Motorwicklung.

Wirksame Induktivität bei der betrachteten Frequenz ohne Sättigung.

Frequenz der sinusförmigen Wechselspannung.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

Z = √(R² + (2π·f·L)²)

Ohne Kondensator ergibt sich der Scheinwiderstand aus der geometrischen Summe von Wirkwiderstand und induktivem Blindwiderstand.

Eingaben verstehen
  • Scheinwiderstand ZBetrag des komplexen Wechselstromwiderstands der Reihenschaltung.
  • Wirkwiderstand ROhmscher Anteil, etwa Wicklungswiderstand einer Drossel oder Motorwicklung.
  • Induktivität LWirksame Induktivität bei der betrachteten Frequenz ohne Sättigung.
  • Frequenz fFrequenz der sinusförmigen Wechselspannung.
Beispiel

R=10 Ω, L=50 mH und f=50 Hz ergeben XL≈15,71 Ω und Z≈18,62 Ω.

Annahmen und Grenzen

Lineare ideale Bauelemente im eingeschwungenen Sinusbetrieb ohne Kapazität im Zweig; Skineffekt, Kernverluste und Sättigung fehlen.

Fachartikel

Scheinwiderstand einer RL-Reihenschaltung verstehen

Der Rechner bestimmt den Scheinwiderstand einer Reihenschaltung aus Widerstand und Spule ohne Kondensator, dem in der Praxis häufigsten Fall einer Drossel- oder Motorwicklung am Wechselstromnetz.

Was beschreibt diese Größe?

Bei einer Reihenschaltung aus R und L addieren sich Wirk- und Blindwiderstand geometrisch: Z=√(R²+XL²) mit XL=2π·f·L.

Formel und Variablen

Z = √(R² + (2π·f·L)²)

  • Z = √(R² + (2π·f·L)²)
  • XL = 2π·f·L
Symbol / EingabeBedeutung
Scheinwiderstand ZBetrag des komplexen Wechselstromwiderstands der Reihenschaltung.
Wirkwiderstand ROhmscher Anteil, etwa Wicklungswiderstand einer Drossel oder Motorwicklung.
Induktivität LWirksame Induktivität bei der betrachteten Frequenz ohne Sättigung.
Frequenz fFrequenz der sinusförmigen Wechselspannung.

Eingaben richtig wählen

R ist der ohmsche Wicklungswiderstand, L die wirksame Induktivität und f die Netz- beziehungsweise Betriebsfrequenz.

So benutzt du den Rechner

R aus einer Gleichstrommessung, L aus Datenblatt oder Messbrücke übernehmen und die tatsächliche Betriebsfrequenz einsetzen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

R=10 Ω, L=50 mH und f=50 Hz ergeben XL≈15,71 Ω und Z≈18,62 Ω.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Bei niedrigen Frequenzen dominiert R, bei hohen Frequenzen dominiert XL den Scheinwiderstand.

R und Z sind Widerstände, L eine Induktivität und f eine Frequenz.

Passender nächster Rechenschritt

Mit zusätzlicher Kapazität liefert Strom einer RLC-Reihenschaltung den vollständigen Fall.

Typische Anwendungen

Abschätzung des Anlaufstroms von Drosseln und Motorwicklungen am Wechselstromnetz sowie Vorstufe zur vollständigen RLC-Berechnung, wenn kein Kondensator vorhanden ist.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Lineare ideale Bauelemente im eingeschwungenen Sinusbetrieb ohne Kapazität im Zweig; Skineffekt, Kernverluste, Sättigung und Oberschwingungen fehlen.

Typischer Fehler: Nicht den bereits vorhandenen RLC-Rechner mit C=0 missbrauchen; dieser Rechner ist für den reinen RL-Fall direkter und übersichtlicher.

Häufige Fragen

Wofür ist „Scheinwiderstand einer RL-Reihenschaltung“ gedacht?

Abschätzung des Anlaufstroms von Drosseln und Motorwicklungen am Wechselstromnetz sowie Vorstufe zur vollständigen RLC-Berechnung, wenn kein Kondensator vorhanden ist.

Woher kommen die Eingabewerte?

R ist der ohmsche Wicklungswiderstand, L die wirksame Induktivität und f die Netz- beziehungsweise Betriebsfrequenz.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Lineare ideale Bauelemente im eingeschwungenen Sinusbetrieb ohne Kapazität im Zweig; Skineffekt, Kernverluste, Sättigung und Oberschwingungen fehlen.

Quellen, Methodik und Review

  • Rudolf Busch, Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer und Verfahrenstechniker, 4th ed. 2006, Abschnitt 5.8.1 Komplexer Widerstand; Buchbeispiel R = 10 Ω, L = 64 mH, 50 Hz → Z = 22,4 Ω, φ = 63,4° (local chapter PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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Zuletzt aktualisiert
2026-09-16