Dubbel Elektrotechnik, Einschalten einer ohmsch-induktiven Last

Stromanstieg einer RL-Spule

Nach der Zeitkonstante τ=L/R erreicht der Strom rund 63,2 % seines stationären Werts U/R.

MINTSI
01

Eingaben

Strom im RL-Zweig zum betrachteten Zeitpunkt nach dem Einschalten.

Konstante Gleichspannung, die bei t=0 an den zuvor stromlosen RL-Zweig gelegt wird.

Summe aus Spulenwicklung, Vorwiderstand, Leitungen und relevantem Quelleninnenwiderstand.

Wirksame Induktivität der Spule im betrachteten Strombereich ohne Sättigung.

Verstrichene Zeit ab dem idealisierten Spannungssprung bei t=0.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

i(t) = (U/R)·[1−exp(−R·t/L)]

Nach der Zeitkonstante τ=L/R erreicht der Strom rund 63,2 % seines stationären Werts U/R.

Eingaben verstehen
  • Spulenstrom i(t)Strom im RL-Zweig zum betrachteten Zeitpunkt nach dem Einschalten.
  • Gleichspannungs-Sprung UKonstante Gleichspannung, die bei t=0 an den zuvor stromlosen RL-Zweig gelegt wird.
  • Gesamtwiderstand RSumme aus Spulenwicklung, Vorwiderstand, Leitungen und relevantem Quelleninnenwiderstand.
  • Induktivität LWirksame Induktivität der Spule im betrachteten Strombereich ohne Sättigung.
  • Zeit seit dem Einschalten tVerstrichene Zeit ab dem idealisierten Spannungssprung bei t=0.
Beispiel

U=24 V, R=6 Ω, L=120 mH und t=40 ms ergeben τ=20 ms, I∞=4 A und i≈3,46 A.

Annahmen und Grenzen

Anfangsstrom null, ideale konstante Gleichspannung und konstante lineare Induktivität; Kernsättigung, Freilaufpfad und Schaltüberspannung fehlen.

Fachartikel

Stromanstieg einer RL-Spule verstehen

Der Rechner zeigt, wie schnell der Strom in einer Spule nach dem Einschalten einer Gleichspannung ansteigt. Er verbindet den Endstrom U/R mit der elektromagnetischen Zeitkonstante L/R.

Was beschreibt diese Größe?

Spulenstrom kann nicht springen. Aus L·di/dt+R·i=U folgt i=(U/R)(1−e^(−t/τ)) mit τ=L/R. Nach τ sind 63,2 %, nach etwa 5τ mehr als 99 % des stationären Stroms erreicht.

Formel und Variablen

i(t) = (U/R)·[1−exp(−R·t/L)]

  • τ = L/R
  • I∞ = U/R
  • i(t) = I∞·(1−e^(−t/τ))
Symbol / EingabeBedeutung
Spulenstrom i(t)Strom im RL-Zweig zum betrachteten Zeitpunkt nach dem Einschalten.
Gleichspannungs-Sprung UKonstante Gleichspannung, die bei t=0 an den zuvor stromlosen RL-Zweig gelegt wird.
Gesamtwiderstand RSumme aus Spulenwicklung, Vorwiderstand, Leitungen und relevantem Quelleninnenwiderstand.
Induktivität LWirksame Induktivität der Spule im betrachteten Strombereich ohne Sättigung.
Zeit seit dem Einschalten tVerstrichene Zeit ab dem idealisierten Spannungssprung bei t=0.

Eingaben richtig wählen

U ist die nach dem Schalten konstante Spannung. R umfasst Wicklungs-, Vor-, Leitungs- und relevanten Quellenwiderstand. L ist die wirksame Induktivität im betrachteten Strombereich; t beginnt bei einem anfangs stromlosen Zweig.

So benutzt du den Rechner

Ermittle R im kalten oder betriebswarmen Zustand passend zur Fragestellung, übernimm L aus Datenblatt oder Messung und setze die verfügbare Einschaltzeit ein. Prüfe Ergebnis und Endstrom U/R gegen Schalter- und Spulengrenzen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

24 V, 6 Ω und 120 mH ergeben τ=20 ms und I∞=4 A. Nach 40 ms=2τ fließen etwa 3,46 A.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Eine größere Induktivität verlangsamt den Stromanstieg, verändert aber bei konstantem R nicht den Endstrom. Ein größerer Widerstand senkt den Endstrom und verkürzt zugleich τ.

U in V, R in Ω, L in H/mH/µH und t in ms/s; intern entsteht τ=L/R in Sekunden und I in Ampere.

Passender nächster Rechenschritt

Die Induktivität lässt sich für eine idealisierte Ringkernspule mit Ringkernspulen-Induktivität abschätzen; der Endstrom folgt zusätzlich aus dem Ohmschen Gesetz.

Typische Anwendungen

Magnetventile, Relais, Gleichstromdrosseln, Aktoren und Lehrversuche zu Einschaltvorgängen erster Ordnung.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Konstante lineare Induktivität und ideale Gleichspannungsquelle. Kernsättigung, bewegter Anker, temperaturabhängiger Wicklungswiderstand, PWM, Freilaufpfad und Abschaltüberspannung fehlen.

Typischer Fehler: Nur den externen Vorwiderstand statt des gesamten Serienwiderstands einzusetzen verfälscht Endstrom und Zeitkonstante. Die Abschaltphase folgt außerdem nicht automatisch derselben Schaltung.

Häufige Fragen

Wofür ist „Stromanstieg einer RL-Spule“ gedacht?

Magnetventile, Relais, Gleichstromdrosseln, Aktoren und Lehrversuche zu Einschaltvorgängen erster Ordnung.

Woher kommen die Eingabewerte?

U ist die nach dem Schalten konstante Spannung. R umfasst Wicklungs-, Vor-, Leitungs- und relevanten Quellenwiderstand. L ist die wirksame Induktivität im betrachteten Strombereich; t beginnt bei einem anfangs stromlosen Zweig.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Konstante lineare Induktivität und ideale Gleichspannungsquelle. Kernsättigung, bewegter Anker, temperaturabhängiger Wicklungswiderstand, PWM, Freilaufpfad und Abschaltüberspannung fehlen.

Quellen, Methodik und Review

  • Dubbel, Taschenbuch für den Maschinenbau, Kapitel Elektrotechnik, Kapitel Elektrotechnik, Einschalten einer ohmsch-induktiven Last, Gleichung (45) (local chapter PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

Verantwortlich
NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-16