Zacher/Reuter 2024, Abschnitt 5.1.7, Gleichungen 5.18 bis 5.20: Frequenzgang eines P-T2-Glieds

PT2-Frequenzgang: Ausgangsamplitude und Resonanz

Ein schwach gedämpftes PT2-System kann Frequenzen nahe seiner Eigenfrequenz verstärken, obwohl hohe Frequenzen stark abgeschwächt werden.

MINTSI
01

Eingaben

Scheitelamplitude des eingeschwungenen Ausgangssinus. Mit zulässigem Mess-, Schwingungs- oder Bauteilbereich vergleichen; Werte über K·Âin zeigen eine dynamische Resonanzüberhöhung.

Verhältnis von Ausgangs- zu Eingangsamplitude im sehr langsamen Grenzfall. Aus stationären Betriebspunkten oder dem PT2-Modell übernehmen.

Dimensionsloses Maß der Dämpfung. Kleine Werte ermöglichen eine starke Resonanzüberhöhung; aus Modellparametern oder einer gemessenen Ausschwingkurve bestimmen.

Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz ω₀. Aus dem PT2-Modell oder aus Peakabstand und Dämpfung bestimmen.

Abstand zwischen Mittelwert und positivem Scheitel des sinusförmigen Eingangs. Einen Spitze-zu-Spitze-Wert durch zwei teilen; keinen Effektivwert eintragen.

Anzahl vollständiger Sinusperioden je Sekunde. Aus Signalgenerator, Drehzahlanregung oder Spektralanalyse übernehmen; f=0 ist der statische Grenzfall.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

Âout=K·Âin/√{[1−(2πfT₀)²]²+[2D·2πfT₀]²}

Ein schwach gedämpftes PT2-System kann Frequenzen nahe seiner Eigenfrequenz verstärken, obwohl hohe Frequenzen stark abgeschwächt werden.

Eingaben verstehen
  • Stationäre Ausgangsamplitude ÂoutScheitelamplitude des eingeschwungenen Ausgangssinus. Mit zulässigem Mess-, Schwingungs- oder Bauteilbereich vergleichen; Werte über K·Âin zeigen eine dynamische Resonanzüberhöhung.
  • Statische Verstärkung KVerhältnis von Ausgangs- zu Eingangsamplitude im sehr langsamen Grenzfall. Aus stationären Betriebspunkten oder dem PT2-Modell übernehmen.
  • Dämpfungsgrad DDimensionsloses Maß der Dämpfung. Kleine Werte ermöglichen eine starke Resonanzüberhöhung; aus Modellparametern oder einer gemessenen Ausschwingkurve bestimmen.
  • Eigenzeit T₀Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz ω₀. Aus dem PT2-Modell oder aus Peakabstand und Dämpfung bestimmen.
  • Eingangsamplitude ÂinAbstand zwischen Mittelwert und positivem Scheitel des sinusförmigen Eingangs. Einen Spitze-zu-Spitze-Wert durch zwei teilen; keinen Effektivwert eintragen.
  • Anregungsfrequenz fAnzahl vollständiger Sinusperioden je Sekunde. Aus Signalgenerator, Drehzahlanregung oder Spektralanalyse übernehmen; f=0 ist der statische Grenzfall.
Beispiel

K=1, D=0,2, T₀=1 s, Âin=1 und f=1/(2π)≈0,1592 Hz ergeben 2πfT₀=1. Der Nenner ist dann 2D=0,4 und die Ausgangsamplitude beträgt 2,5 – eine deutliche Resonanzüberhöhung.

Annahmen und Grenzen

Lineares zeitinvariantes PT2-System im eingeschwungenen sinusförmigen Zustand mit positiver Dämpfung. Totzeit, Nullstellen, zusätzliche Pole, Nichtlinearität, Sättigung und Einschwinganteile fehlen.

Fachartikel

PT2-Frequenzgang: Ausgangsamplitude und Resonanz verstehen

Der Rechner zeigt, wie ein System zweiter Ordnung periodische Eingangssignale überträgt. Im Gegensatz zum PT1-System kann ein schwach gedämpftes PT2-System eine Frequenz nahe seiner Eigenfrequenz deutlich verstärken – wichtig für Schwingungen, Sensoren und Regelkreise.

Was beschreibt diese Größe?

PT2 bezeichnet ein proportional wirkendes System zweiter Ordnung. Sein normierter Nenner lautet 1+2DT₀s+T₀²s². Im Frequenzgang wird s durch jω ersetzt. Der Betrag des entstehenden komplexen Quotienten bestimmt das Verhältnis von Ausgangs- zu Eingangsamplitude.

Formel und Variablen

Âout=K·Âin/√{[1−(2πfT₀)²]²+[2D·2πfT₀]²}

  • Frequenzgang: G(jω)=K/[1−(ωT₀)²+j·2DωT₀]
  • Betrag: |G|=K/√{[1−(ωT₀)²]²+(2DωT₀)²}
  • ω=2πf
  • Âout=|G|·Âin
Symbol / EingabeBedeutung
Stationäre Ausgangsamplitude ÂoutScheitelamplitude des eingeschwungenen Ausgangssinus. Mit zulässigem Mess-, Schwingungs- oder Bauteilbereich vergleichen; Werte über K·Âin zeigen eine dynamische Resonanzüberhöhung.
Statische Verstärkung KVerhältnis von Ausgangs- zu Eingangsamplitude im sehr langsamen Grenzfall. Aus stationären Betriebspunkten oder dem PT2-Modell übernehmen.
Dämpfungsgrad DDimensionsloses Maß der Dämpfung. Kleine Werte ermöglichen eine starke Resonanzüberhöhung; aus Modellparametern oder einer gemessenen Ausschwingkurve bestimmen.
Eigenzeit T₀Kehrwert der ungedämpften Eigenkreisfrequenz ω₀. Aus dem PT2-Modell oder aus Peakabstand und Dämpfung bestimmen.
Eingangsamplitude ÂinAbstand zwischen Mittelwert und positivem Scheitel des sinusförmigen Eingangs. Einen Spitze-zu-Spitze-Wert durch zwei teilen; keinen Effektivwert eintragen.
Anregungsfrequenz fAnzahl vollständiger Sinusperioden je Sekunde. Aus Signalgenerator, Drehzahlanregung oder Spektralanalyse übernehmen; f=0 ist der statische Grenzfall.

Eingaben richtig wählen

K ist die statische Verstärkung. D ist der Dämpfungsgrad aus Modell oder gemessener Ausschwingkurve. T₀ ist die Eigenzeit, also 1/ω₀. Âin ist die Scheitelamplitude relativ zum Mittelwert und f die Anregungsfrequenz in vollständigen Perioden pro Sekunde. Alle Modellparameter müssen zum gleichen Betriebspunkt gehören.

So benutzt du den Rechner

K aus stationären Messungen bestimmen, D aus dem Abklingen und T₀ aus Modellparametern oder Peakabständen gewinnen. Die relevante Anregungsfrequenz aus Signalgenerator, Drehzahlordnung oder Spektrum übernehmen. Berechnete Ausgangsamplitude mit zulässigem Schwingungs-, Mess- oder Bauteilbereich vergleichen und besonders Frequenzen um 1/(2πT₀) untersuchen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Mit K=1, D=0,2, T₀=1 s und Âin=1 wird bei f=1/(2π)≈0,1592 Hz der normierte Frequenzwert ωT₀=1. Der Betragsnenner ist dann 2D=0,4 und Âout=2,5. Das System verstärkt diese Anregung also auf das 2,5-Fache.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Bei f→0 nähert sich Âout dem statischen Wert K·Âin. Für kleine D kann vor der Eigenfrequenz eine Resonanzspitze entstehen; bei D<1/√2 liegt ihr Maximum bei ωr=√(1−2D²)/T₀. Große Dämpfung unterdrückt die Überhöhung. Bei hohen Frequenzen fällt der Betrag ungefähr mit 1/f².

f wird in Hertz eingegeben und intern mit ω=2πf in Radiant pro Sekunde umgerechnet. T₀ wird auf Sekunden bezogen; ωT₀ ist dimensionslos. Ein- und Ausgangsamplitude werden in derselben konsistenten Skala behandelt.

Passender nächster Rechenschritt

Bestimme die Modellwerte mit PT2-Dämpfung aus der Ausschwingkurve und PT2-Eigenzeit aus Peakabständen. Die PT2-Sprungantwort zeigt das gleiche Modell im Zeitbereich.

Typische Anwendungen

Nützlich für Resonanzabschätzung, Schwingungsversuche, periodische Störungen, Sensor- und Filtermodelle, rotierende Anregungen und den Einstieg in PT2-Bode-Diagramme.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Gültig für ein lineares zeitinvariantes PT2-Modell im eingeschwungenen Sinusbetrieb. Nicht enthalten sind Einschwingvorgang, Mittelwert, Phasenlage, Totzeit, Nullstellen, weitere Pole, Sättigung und nichtlineare Dämpfung. Ein sehr großer berechneter Wert kann in der Realität durch Begrenzungen oder Modellabweichungen gekappt werden.

Typischer Fehler: Keine Spitze-zu-Spitze- oder Effektivwerte als Scheitelamplitude verwenden. Hertz und rad/s nicht verwechseln. Die ungedämpfte Eigenfrequenz 1/T₀ ist nicht bei jeder Dämpfung exakt die Frequenz der größten Amplitude. Ein hoher Resonanzwert ist eine Warnung, keine zulässige Betriebsfreigabe.

Häufige Fragen

Wofür ist „PT2-Ausgangsamplitude und Resonanz bei Sinusanregung“ gedacht?

Nützlich für Resonanzabschätzung, Schwingungsversuche, periodische Störungen, Sensor- und Filtermodelle, rotierende Anregungen und den Einstieg in PT2-Bode-Diagramme.

Woher kommen die Eingabewerte?

K ist die statische Verstärkung. D ist der Dämpfungsgrad aus Modell oder gemessener Ausschwingkurve. T₀ ist die Eigenzeit, also 1/ω₀. Âin ist die Scheitelamplitude relativ zum Mittelwert und f die Anregungsfrequenz in vollständigen Perioden pro Sekunde. Alle Modellparameter müssen zum gleichen Betriebspunkt gehören.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Gültig für ein lineares zeitinvariantes PT2-Modell im eingeschwungenen Sinusbetrieb. Nicht enthalten sind Einschwingvorgang, Mittelwert, Phasenlage, Totzeit, Nullstellen, weitere Pole, Sättigung und nichtlineare Dämpfung. Ein sehr großer berechneter Wert kann in der Realität durch Begrenzungen oder Modellabweichungen gekappt werden.

Quellen, Methodik und Review

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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Zuletzt aktualisiert
2026-09-20