Busch 2006, Gleichungen zu Synchrondrehzahl und Schlupf

Schlupf eines Asynchronmotors

Im Motorbetrieb läuft der Läufer unterhalb der Synchrondrehzahl; die relative Differenz ist der Schlupf.

MINTSI
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Eingaben

Relative Drehzahldifferenz zwischen Drehfeld und Läufer; 0,04 entspricht 4 %.

Elektrische Grundfrequenz der Ständerspannung, bei Netzbetrieb meist 50 Hz oder 60 Hz.

Anzahl der magnetischen Polpaare; ein vierpoliger Motor besitzt p=2, nicht p=4.

Mechanische Wellendrehzahl im selben stationären Betriebspunkt wie die Frequenz.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

ns = 60f/p; s = (ns−n)/ns

Im Motorbetrieb läuft der Läufer unterhalb der Synchrondrehzahl; die relative Differenz ist der Schlupf.

Eingaben verstehen
  • Schlupf sRelative Drehzahldifferenz zwischen Drehfeld und Läufer; 0,04 entspricht 4 %.
  • Ständerfrequenz f₁Elektrische Grundfrequenz der Ständerspannung, bei Netzbetrieb meist 50 Hz oder 60 Hz.
  • Polpaarzahl pAnzahl der magnetischen Polpaare; ein vierpoliger Motor besitzt p=2, nicht p=4.
  • Gemessene Läuferdrehzahl nMechanische Wellendrehzahl im selben stationären Betriebspunkt wie die Frequenz.
Beispiel

Bei 50 Hz und p=2 beträgt ns=1.500 min⁻¹. Mit n=1.440 min⁻¹ folgt s=0,04 beziehungsweise 4 %.

Annahmen und Grenzen

Stationärer Motorbetrieb mit bekannter Grundfrequenz und ganzzahliger Polpaarzahl; Generatorbetrieb, Oberwellenfelder und Drehzahlschwankungen fehlen.

Fachartikel

Schlupf eines Asynchronmotors verstehen

Der Rechner ordnet eine gemessene Motordrehzahl der elektrischen Drehfelddrehzahl zu. Er eignet sich für Typenschildkontrolle, Labor und das Verständnis, warum ein Asynchronmotor unter Last nicht synchron läuft.

Was beschreibt diese Größe?

Das Drehfeld rotiert mit ns=60f/p in min⁻¹. Im Motorbetrieb liegt die Läuferdrehzahl n darunter; s=(ns−n)/ns. Der Schlupf erzeugt die Relativbewegung, die für Läuferinduktion und Drehmoment nötig ist.

Formel und Variablen

ns = 60f/p; s = (ns−n)/ns

  • ns = 60f/p
  • s = (ns−n)/ns
  • f₂ = s·f₁
Symbol / EingabeBedeutung
Schlupf sRelative Drehzahldifferenz zwischen Drehfeld und Läufer; 0,04 entspricht 4 %.
Ständerfrequenz f₁Elektrische Grundfrequenz der Ständerspannung, bei Netzbetrieb meist 50 Hz oder 60 Hz.
Polpaarzahl pAnzahl der magnetischen Polpaare; ein vierpoliger Motor besitzt p=2, nicht p=4.
Gemessene Läuferdrehzahl nMechanische Wellendrehzahl im selben stationären Betriebspunkt wie die Frequenz.

Eingaben richtig wählen

f ist die elektrische Grundfrequenz am Ständer, bei Umrichterbetrieb also die tatsächliche Ausgangsfrequenz. p zählt Polpaare: 2 Pole bedeuten p=1, 4 Pole p=2. n ist die zeitgleich gemessene mechanische Wellendrehzahl.

So benutzt du den Rechner

Lies Frequenz und Polzahl aus Netz/Umrichter und Motordaten, wandle die Polzahl in Polpaare um und miss n im stabilen Lastpunkt. Berechne s und vergleiche es mit Typenschild und Belastung.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

50 Hz und p=2 ergeben ns=1.500 min⁻¹. Bei 1.440 min⁻¹ beträgt die Differenz 60 min⁻¹ und s=60/1.500=0,04=4 %.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Größerer positiver Schlupf bedeutet bei gleichem Motor meist höhere Belastung, darf aber nicht ohne Kennlinie als direkte Drehmomentmessung verwendet werden. s=1 ist Stillstand, s=0 idealer Synchronismus.

f in Hz, n in min⁻¹ oder rad/s, p ganzzahlig dimensionslos. s wird als Dezimalzahl ausgegeben; mit 100 multiplizieren ergibt Prozent.

Passender nächster Rechenschritt

Für die elektrische Aufnahmeleistung eines symmetrischen Motors steht Dreiphasenleistung zur Verfügung; die mechanische Wellenleistung kann mit Mechanische Leistung geprüft werden.

Typische Anwendungen

Asynchronmotor-Typenschild verstehen, Laständerungen beurteilen, Frequenzumrichter-Betrieb prüfen und Läuferfrequenz f₂=s·f₁ vorbereiten.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Der Rechner ist auf stationären Motorbetrieb 0≤s≤1 begrenzt. Generatorischer Betrieb mit negativem Schlupf, Oberwellenfelder, Polumschaltung und dynamische Drehzahländerungen sind nicht enthalten.

Typischer Fehler: Die häufigste Verwechslung ist Polzahl statt Polpaarzahl: Ein vierpoliger Motor hat p=2. Außerdem Netzfrequenz nicht einsetzen, wenn ein Umrichter eine andere Grundfrequenz ausgibt.

Häufige Fragen

Wofür ist „Schlupf eines Asynchronmotors“ gedacht?

Asynchronmotor-Typenschild verstehen, Laständerungen beurteilen, Frequenzumrichter-Betrieb prüfen und Läuferfrequenz f₂=s·f₁ vorbereiten.

Woher kommen die Eingabewerte?

f ist die elektrische Grundfrequenz am Ständer, bei Umrichterbetrieb also die tatsächliche Ausgangsfrequenz. p zählt Polpaare: 2 Pole bedeuten p=1, 4 Pole p=2. n ist die zeitgleich gemessene mechanische Wellendrehzahl.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Der Rechner ist auf stationären Motorbetrieb 0≤s≤1 begrenzt. Generatorischer Betrieb mit negativem Schlupf, Oberwellenfelder, Polumschaltung und dynamische Drehzahländerungen sind nicht enthalten.

Quellen, Methodik und Review

  • Rudolf Busch, Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer und Verfahrenstechniker, 4th ed. 2006, Abschnitte 8.4.1 und 8.4.3.2, Gleichungen (8.57) bis (8.60) (local chapter PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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Zuletzt aktualisiert
2026-09-16