P = √3·U·I·cosφ

Drehstrom-Leistung-Rechner

Der Faktor √3 gilt für Leiterspannung und symmetrische Belastung; cosφ berücksichtigt Phasenverschiebung.

MINTSI
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Eingaben

Die tatsächlich aufgenommene bzw. abgegebene Wirkleistung des Drehstromverbrauchers – die Leistung, die wirklich in Arbeit oder Wärme umgesetzt wird, im Unterschied zur Scheinleistung.

Die Leiterspannung – die Spannung zwischen zwei der drei Außenleiter (Phasen), in Europa meist 400 V. Nicht zu verwechseln mit der Strangspannung (Leiter gegen Neutralleiter, meist 230 V).

Der Effektivwert des Stroms in jedem der drei Außenleiter (bei symmetrischer Last in allen drei gleich groß). Woher: Strommessung (Zangenamperemeter) oder Typenschild.

Der Leistungsfaktor – das Verhältnis von genutzter Wirkleistung zur insgesamt fließenden Scheinleistung. 1 bedeutet rein ohmsche Last (Heizung); Motoren liegen oft bei 0,8–0,9. Woher: Typenschild des Verbrauchers oder Leistungsmessgerät.

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Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

P = √3 · U · I · cosφ

Der Faktor √3 gilt für Leiterspannung und symmetrische Belastung; cosφ berücksichtigt Phasenverschiebung.

Eingaben verstehen
  • Wirkleistung P — Die tatsächlich aufgenommene bzw. abgegebene Wirkleistung des Drehstromverbrauchers – die Leistung, die wirklich in Arbeit oder Wärme umgesetzt wird, im Unterschied zur Scheinleistung.
  • Leiterspannung U — Die Leiterspannung – die Spannung zwischen zwei der drei Außenleiter (Phasen), in Europa meist 400 V. Nicht zu verwechseln mit der Strangspannung (Leiter gegen Neutralleiter, meist 230 V).
  • Leiterstrom I — Der Effektivwert des Stroms in jedem der drei Außenleiter (bei symmetrischer Last in allen drei gleich groß). Woher: Strommessung (Zangenamperemeter) oder Typenschild.
  • Leistungsfaktor cos φ — Der Leistungsfaktor – das Verhältnis von genutzter Wirkleistung zur insgesamt fließenden Scheinleistung. 1 bedeutet rein ohmsche Last (Heizung); Motoren liegen oft bei 0,8–0,9. Woher: Typenschild des Verbrauchers oder Leistungsmessgerät.
Beispiel

√3 · 400 V · 10 A · 1 = 6,93 kW.

Annahmen und Grenzen

Symmetrisches 50-Hz-System; Oberschwingungen und Unsymmetrie fehlen.

Fachartikel

Drehstrom-Leistung-Rechner verstehen

Der Rechner bestimmt aus drei bekannten Größen unter Wirkleistung P, Leiterspannung U, Leiterstrom I und Leistungsfaktor cos φ die vierte Größe für ein symmetrisch belastetes Drehstromsystem. Er erklärt, woher der charakteristische Faktor √3 stammt und warum europäische Drehstromnetze sowohl 230 V als auch 400 V als Nennspannung führen.

Was beschreibt diese Größe?

Die Wirkleistung eines symmetrisch belasteten Drehstromsystems ergibt sich aus der Leiterspannung U (zwischen zwei Außenleitern), dem Leiterstrom I und dem Leistungsfaktor cos φ: P = √3·U·I·cos φ. Der Faktor √3 berücksichtigt die 120°-Phasenverschiebung zwischen den drei Außenleitern.

Ein Vierleiter-Drehstromnetz führt gleichzeitig zwei Spannungsebenen: Zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter liegen 230 V (Sternspannung), zwischen zwei Außenleitern dagegen 400 V (Leiterspannung). Beide hängen über den Faktor √3 zusammen (400 V ≈ 230 V · √3), da die drei Phasenspannungen um jeweils 120° gegeneinander verschoben sind und sich deshalb nicht einfach verdoppeln, sondern geometrisch addieren.

Formel und Variablen

P = √3 · U · I · cosφ

  • P = √3 · U · I · cos φ
  • I = P / (√3 · U · cos φ)
  • U = P / (√3 · I · cos φ)
Symbol / EingabeBedeutung
Wirkleistung PDie tatsächlich aufgenommene bzw. abgegebene Wirkleistung des Drehstromverbrauchers – die Leistung, die wirklich in Arbeit oder Wärme umgesetzt wird, im Unterschied zur Scheinleistung.
Leiterspannung UDie Leiterspannung – die Spannung zwischen zwei der drei Außenleiter (Phasen), in Europa meist 400 V. Nicht zu verwechseln mit der Strangspannung (Leiter gegen Neutralleiter, meist 230 V).
Leiterstrom IDer Effektivwert des Stroms in jedem der drei Außenleiter (bei symmetrischer Last in allen drei gleich groß). Woher: Strommessung (Zangenamperemeter) oder Typenschild.
Leistungsfaktor cos φDer Leistungsfaktor – das Verhältnis von genutzter Wirkleistung zur insgesamt fließenden Scheinleistung. 1 bedeutet rein ohmsche Last (Heizung); Motoren liegen oft bei 0,8–0,9. Woher: Typenschild des Verbrauchers oder Leistungsmessgerät.

Eingaben richtig wählen

Gib drei der vier Größen ein, um die vierte zu bestimmen. U ist stets die Leiterspannung zwischen zwei Außenleitern (in Europa meist 400 V), nicht die Sternspannung gegen den Neutralleiter (230 V).

So benutzt du den Rechner

Wähle die gesuchte Zielgröße und trage die übrigen bekannten Werte mit Einheit ein. Bei rein ohmschen Lasten setze cos φ = 1; bei Motoren und anderen induktiven Lasten verwende den auf dem Typenschild angegebenen Leistungsfaktor.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Gegeben sind U = 400 V, I = 10 A und cos φ = 1. Einsetzen ergibt P = √3 · 400 V · 10 A · 1 ≈ 6,93 kW.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Eine Wirkleistung von 6,93 kW zeigt die tatsächlich in Arbeit umgesetzte Leistung des symmetrisch belasteten Drehstromsystems. Bei cos φ < 1 wäre die Scheinleistung (√3·U·I) höher als die Wirkleistung, während die Differenz als Blindleistung zwischen Quelle und Verbraucher pendelt, ohne nutzbare Arbeit zu verrichten.

Leiterspannung in Volt (V), Leiterstrom in Ampere (A), Leistung in Watt (W) beziehungsweise kW. Der Leistungsfaktor cos φ ist dimensionslos und liegt zwischen 0 und 1.

Woher stammt der Faktor √3 im Drehstromsystem?

In einem symmetrischen Drehstromsystem sind die drei Phasenspannungen um jeweils 120° gegeneinander phasenverschoben. Die Spannung zwischen zwei Außenleitern (Leiterspannung) ergibt sich geometrisch als Vektordifferenz zweier um 120° versetzter Phasenspannungen, nicht als einfache Summe. Diese vektorielle Differenz liefert über den Sinus von 120° den Faktor √3, sodass die Leiterspannung stets das √3-Fache der Sternspannung (Phasenspannung gegen Neutralleiter) beträgt. Derselbe Faktor taucht deshalb konsequent in der Leistungsformel für symmetrische Drehstromsysteme auf.

Typische Anwendungen

Die Formel wird zur Auslegung von Drehstrommotoren, industriellen Drehstromanschlüssen, Ladestationen für Elektrofahrzeuge sowie zur Abschätzung des Leistungsbedarfs dreiphasig versorgter Anlagen verwendet.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Die Formel gilt für ein symmetrisch belastetes Drehstromsystem mit sinusförmigen 50/60-Hz-Größen ohne Oberschwingungen. Bei unsymmetrischer Last (unterschiedliche Ströme je Außenleiter) oder nichtsinusförmigen Strömen liefert die einfache Formel nur eine Näherung; für die genaue Analyse ist dann eine Betrachtung je Außenleiter oder eine Oberschwingungsanalyse nötig.

Typischer Fehler: Leiterspannung (400 V, zwischen zwei Außenleitern) nicht mit der Sternspannung (230 V, gegen Neutralleiter) verwechseln – beide unterscheiden sich um den Faktor √3 und dürfen nicht ungeprüft gegeneinander ausgetauscht werden. Außerdem den Leistungsfaktor cos φ nicht vergessen: Ohne ihn wird bei induktiven Lasten die Scheinleistung statt der tatsächlichen Wirkleistung berechnet.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Leiterspannung und Sternspannung?

Die Sternspannung (in Europa meist 230 V) liegt zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter an, die Leiterspannung (meist 400 V) zwischen zwei Außenleitern. Es gilt Leiterspannung = √3 · Sternspannung.

Muss ich bei rein ohmschen Lasten den Leistungsfaktor berücksichtigen?

Bei rein ohmschen Lasten ist cos φ = 1, sodass die Formel direkt die Wirkleistung liefert. Bei Motoren oder anderen induktiven Verbrauchern ist cos φ meist kleiner als 1.

Gilt die Formel auch bei unsymmetrischer Belastung?

Nur näherungsweise. Bei deutlich unterschiedlichen Strömen je Außenleiter ist eine separate Betrachtung jeder Phase erforderlich.