τ = 2T/(π·d²·b)

Drehmomentkapazität einer zylindrischen Klebverbindung

Wie bei der ebenen Überlappklebung ist dies eine nominelle, gleichmäßig über den Umfang verteilte Scherspannung; real konzentriert sich die Beanspruchung an den Enden der Klebfuge.

MINTSI
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Eingaben

Überschlägig übertragbares Drehmoment der zylindrischen Klebfuge.

Durchmesser der zylindrischen Klebfläche zwischen Welle und Nabe.

Axiale Länge der zylindrischen Klebfuge.

Bindefestigkeit geteilt durch Sicherheit; typische Klebstoff-Scherfestigkeiten liegen bei etwa 5 bis 20 MPa.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

T = τzul · π · d² · b / 2

Wie bei der ebenen Überlappklebung ist dies eine nominelle, gleichmäßig über den Umfang verteilte Scherspannung; real konzentriert sich die Beanspruchung an den Enden der Klebfuge.

Eingaben verstehen
  • Übertragbares Drehmoment TÜberschlägig übertragbares Drehmoment der zylindrischen Klebfuge.
  • Klebdurchmesser dDurchmesser der zylindrischen Klebfläche zwischen Welle und Nabe.
  • Klebbreite (Fügelänge) bAxiale Länge der zylindrischen Klebfuge.
  • Zulässige Scherspannung τzulBindefestigkeit geteilt durch Sicherheit; typische Klebstoff-Scherfestigkeiten liegen bei etwa 5 bis 20 MPa.
Beispiel

20 mm Klebdurchmesser, 30 mm Fügelänge und eine zulässige Scherspannung von 8 MPa ergeben T = 8 MPa · π · (20 mm)² · 30 mm / 2 ≈ 150,8 N·m.

Annahmen und Grenzen

Nominelle, gleichmäßig über den Umfang und die Fügelänge verteilte Scherspannung; reale Klebfugen unter Torsion zeigen eine ungleichmäßige Spannungsverteilung, zusätzlich beeinflusst durch Fügespalt, Klebschichtdicke und Oberflächenvorbehandlung.

Fachartikel

Drehmomentkapazität einer zylindrischen Klebverbindung verstehen

Der Rechner bestimmt die überschlägig übertragbare Drehmomentkapazität einer zylindrischen Klebverbindung zwischen Welle und Nabe aus Klebdurchmesser, Fügelänge und zulässiger Scherspannung.

Was beschreibt diese Größe?

Bei einer zylindrischen Klebverbindung unter Torsion wirkt die Scherspannung tangential über den gesamten Umfang der Klebfläche. Aus der nominellen, gleichmäßig verteilten Scherspannung τ = 2T/(π·d²·b) folgt durch Umstellen die überschlägig übertragbare Drehmomentkapazität T = τzul·π·d²·b/2.

Man kann sich die zylindrische Klebfuge wie viele parallel wirkende kleine Hebelarme vorstellen, die alle im Abstand d/2 von der Drehachse angreifen: Jedes Flächenelement trägt anteilig zum Gesamtmoment bei, und die Summe über den gesamten Umfang und die gesamte Fügelänge ergibt das übertragbare Drehmoment.

Formel und Variablen

T = τzul · π · d² · b / 2

  • T = τzul·π·d²·b/2
  • τzul = 2T/(π·d²·b)
  • d = √(2T/(τzul·π·b))
Symbol / EingabeBedeutung
Übertragbares Drehmoment TÜberschlägig übertragbares Drehmoment der zylindrischen Klebfuge.
Klebdurchmesser dDurchmesser der zylindrischen Klebfläche zwischen Welle und Nabe.
Klebbreite (Fügelänge) bAxiale Länge der zylindrischen Klebfuge.
Zulässige Scherspannung τzulBindefestigkeit geteilt durch Sicherheit; typische Klebstoff-Scherfestigkeiten liegen bei etwa 5 bis 20 MPa.

Eingaben richtig wählen

Klebdurchmesser d, axiale Fügelänge b und zulässige Scherspannung τzul bestimmen das übertragbare Drehmoment. τzul sollte aus der Bindefestigkeit des Klebstoffs, typisch etwa 5 bis 20 MPa, geteilt durch eine angemessene Sicherheit gewählt werden.

So benutzt du den Rechner

Gib Klebdurchmesser, Fügelänge und zulässige Scherspannung ein, um das übertragbare Drehmoment zu berechnen. Für eine Auslegungsfrage – welcher Durchmesser oder welche Fügelänge für ein Zieldrehmoment nötig ist – wähle d oder b als Zielgröße.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

20 mm Klebdurchmesser, 30 mm Fügelänge und eine zulässige Scherspannung von 8 MPa ergeben T = 8 MPa · π · (20 mm)² · 30 mm / 2 ≈ 150,8 N·m.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Ein übertragbares Drehmoment von 150,8 N·m bei nur 20 mm Durchmesser zeigt die grundsätzliche Eignung zylindrischer Klebverbindungen für kompakte Welle-Nabe-Verbindungen – der Durchmesser geht dabei quadratisch, die Fügelänge dagegen nur linear in die Kapazität ein.

Durchmesser und Fügelänge werden in mm angegeben, Spannung in MPa und das resultierende Drehmoment in N·m.

Warum der Durchmesser quadratisch, die Länge nur linear eingeht

In der Formel T = τzul·π·d²·b/2 steckt der Durchmesser doppelt: einmal über den Hebelarm d/2, mit dem eine Umfangskraft ein Moment erzeugt, und einmal über den Umfang π·d, der die verfügbare Klebfläche mitbestimmt. Beide Effekte multiplizieren sich, sodass eine Verdopplung des Durchmessers bei gleicher Fügelänge das übertragbare Drehmoment vervierfacht. Die Fügelänge b geht dagegen nur einfach über die Klebfläche ein und wirkt deshalb nur linear auf das Drehmoment – ein größerer Durchmesser ist bei gleichem zusätzlichen Bauraum meist wirkungsvoller als eine entsprechend längere Fügung.

Typische Anwendungen

Die Berechnung wird bei der Vorauslegung geklebter Welle-Nabe-Verbindungen verwendet, etwa für Sensor- oder Kupplungsanbindungen, bei denen eine formschlüssige oder reibschlüssige Verbindung aus Bauraum- oder Gewichtsgründen ungünstig wäre; dasselbe nominelle Spannungsmodell gilt sinngemäß auch für zylindrische Hartlötverbindungen mit entsprechend höherer zulässiger Spannung.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Das Modell nimmt eine über Umfang und Fügelänge gleichmäßig verteilte Scherspannung an. Analysen nach Volkersen zeigen, dass die tatsächliche Spannungsverteilung in zylindrischen Klebfugen unter Torsion stark ungleichmäßig ist und sich an den axialen Enden der Fügung konzentriert; zusätzlich beeinflussen Fügespalt, Klebschichtdicke und Oberflächenvorbehandlung die reale Tragfähigkeit erheblich.

Typischer Fehler: Ein häufiger Fehler ist, die Fügelänge beliebig zu vergrößern, um ein höheres Drehmoment zu erreichen, obwohl wegen der ungleichmäßigen Spannungsverteilung die reale Tragfähigkeit langsamer wächst als die nominelle Formel vorhersagt. Ebenso wird manchmal ein für ebene Überlappklebungen ermittelter τzul-Wert unverändert für die zylindrische Geometrie übernommen, obwohl Fügespalt und Aushärtebedingungen bei einer Rundklebung abweichen können.

Häufige Fragen

Warum wirkt der Durchmesser stärker als die Fügelänge?

Weil der Durchmesser sowohl den Hebelarm als auch über den Umfang die Klebfläche bestimmt, während die Fügelänge nur über die Fläche eingeht; siehe den Abschnitt weiter oben.

Welche zulässigen Scherspannungen sind für Klebstoffe typisch?

Je nach Klebstoffsystem und Sicherheitsabschlag liegen zulässige Werte häufig im Bereich von etwa 5 bis 20 MPa; das konkrete Datenblatt des verwendeten Klebstoffs ist maßgebend.

Gilt die Formel auch für Hartlötverbindungen?

Ja, das nominelle Spannungsmodell ist identisch; für Hartlötverbindungen ist lediglich eine deutlich höhere zulässige Scherspannung einzusetzen.

Was zeigt die Volkersen-Analyse zur realen Spannungsverteilung?

Sie zeigt, dass sich die Scherspannung in einer zylindrischen Klebfuge unter Torsion an den axialen Enden der Fügung konzentriert statt gleichmäßig verteilt zu sein, ähnlich wie bei der ebenen Überlappklebung.

Wie wähle ich Durchmesser oder Fügelänge für ein Zieldrehmoment?

Wähle d oder b als Zielgröße und gib das gewünschte Drehmoment sowie die jeweils andere Abmessung und die zulässige Spannung ein; bedenke dabei, dass der Durchmesser quadratisch wirkt.