Basquin-Gleichung (Wöhlerlinie); Dubbel Werkstofftechnik E 1.3.2, Bild 19 (Zeitfestigkeitsbereich, Grenzlastspielzahl 2–20·10⁶)

Zeitfestigkeit nach der Basquin-Gleichung

Im doppelt-logarithmischen Wöhlerdiagramm verläuft die Zeitfestigkeitsgerade als Potenzgesetz zwischen Dauerfestigkeit und niedrigeren Lastspielzahlen.

MINTSI
01

Eingaben

Bei N Lastspielen ertragbare Spannungsamplitude im Zeitfestigkeitsbereich.

Ertragbare Spannungsamplitude ab der Eckzyklenzahl ND (Dauerfestigkeitsbereich).

Lastspielzahl, ab der die Wöhlerlinie in die Dauerfestigkeit übergeht; für Stahl häufig 2 bis 10 Millionen.

Lastspielzahl im Zeitfestigkeitsbereich (N<ND), für die die zulässige Amplitude gesucht wird.

Kehrwert der doppelt-logarithmischen Steigung der Zeitfestigkeitsgeraden; werkstoff- und kerbabhängig, häufig 3 bis 15.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

σa = σD · (ND/N)^(1/k)

Im doppelt-logarithmischen Wöhlerdiagramm verläuft die Zeitfestigkeitsgerade als Potenzgesetz zwischen Dauerfestigkeit und niedrigeren Lastspielzahlen.

Eingaben verstehen
  • Zulässige Spannungsamplitude σaBei N Lastspielen ertragbare Spannungsamplitude im Zeitfestigkeitsbereich.
  • Dauerfestigkeit σDErtragbare Spannungsamplitude ab der Eckzyklenzahl ND (Dauerfestigkeitsbereich).
  • Eckzyklenzahl NDLastspielzahl, ab der die Wöhlerlinie in die Dauerfestigkeit übergeht; für Stahl häufig 2 bis 10 Millionen.
  • Gewünschte Lastspielzahl NLastspielzahl im Zeitfestigkeitsbereich (N<ND), für die die zulässige Amplitude gesucht wird.
  • Neigungsexponent kKehrwert der doppelt-logarithmischen Steigung der Zeitfestigkeitsgeraden; werkstoff- und kerbabhängig, häufig 3 bis 15.
Beispiel

σD=200 MPa, ND=2.000.000, N=100.000 und k=5 ergeben σa=200·(20)^0,2≈364,1 MPa.

Annahmen und Grenzen

Gültig nur im Zeitfestigkeitsbereich (N<ND) einer idealisierten doppelt-logarithmisch linearen Wöhlerlinie; Streuung, Kollektivbelastung, Mittelspannungseinfluss und der Übergang in die Kurzzeitfestigkeit fehlen.

Fachartikel

Zeitfestigkeit nach der Basquin-Gleichung verstehen

Der Rechner bestimmt einen Punkt der Zeitfestigkeitsgeraden im Wöhlerdiagramm: die bei einer bestimmten Lastspielzahl ertragbare Spannungsamplitude, ausgehend von der Dauerfestigkeit.

Was beschreibt diese Größe?

Im doppelt-logarithmischen Wöhlerdiagramm verläuft die Zeitfestigkeit zwischen der Kurzzeit- und der Dauerfestigkeit als Gerade. Die Basquin-Gleichung beschreibt sie als Potenzgesetz: σa=σD·(ND/N)^(1/k), mit der Eckzyklenzahl ND als Übergang zur Dauerfestigkeit.

Formel und Variablen

σa = σD · (ND/N)^(1/k)

  • σa = σD · (ND/N)^(1/k)
Symbol / EingabeBedeutung
Zulässige Spannungsamplitude σaBei N Lastspielen ertragbare Spannungsamplitude im Zeitfestigkeitsbereich.
Dauerfestigkeit σDErtragbare Spannungsamplitude ab der Eckzyklenzahl ND (Dauerfestigkeitsbereich).
Eckzyklenzahl NDLastspielzahl, ab der die Wöhlerlinie in die Dauerfestigkeit übergeht; für Stahl häufig 2 bis 10 Millionen.
Gewünschte Lastspielzahl NLastspielzahl im Zeitfestigkeitsbereich (N<ND), für die die zulässige Amplitude gesucht wird.
Neigungsexponent kKehrwert der doppelt-logarithmischen Steigung der Zeitfestigkeitsgeraden; werkstoff- und kerbabhängig, häufig 3 bis 15.

Eingaben richtig wählen

σD ist die Dauerfestigkeit (Spannungsamplitude ab ND Lastspielen), ND die Eckzyklenzahl, N die gewünschte Lastspielzahl im Zeitfestigkeitsbereich und k der Neigungsexponent der Zeitfestigkeitsgeraden.

So benutzt du den Rechner

σD und ND aus einem Wöhlerversuch, einer Bauteilkatalogangabe oder einer Norm wie DIN 743 übernehmen; k aus demselben Versuch oder aus Erfahrungswerten für Werkstoff und Kerbfall ableiten.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

σD=200 MPa, ND=2.000.000, N=100.000 und k=5 ergeben σa=200·(20)^0,2≈364,1 MPa.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Für N<ND liegt die zulässige Amplitude stets über σD; je kleiner k, desto stärker fällt die Kurve zu niedrigeren Lastspielzahlen hin an.

σD und σa sind Spannungen, ND, N und k sind dimensionslos.

Passender nächster Rechenschritt

Für die Kombination mehrerer Spannungskomponenten siehe Vergleichsspannung nach der Gestaltänderungsenergiehypothese.

Typische Anwendungen

Abschätzung der zulässigen Spannungsamplitude für eine begrenzte Lebensdauer, etwa bei Sonderlastfällen, Prüfständen oder Bauteilen mit definierter Nutzungsdauer statt unendlicher Lebensdauer.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Gültig nur im linearen Zeitfestigkeitsbereich (N<ND) einer idealisierten Wöhlerlinie; Streuung der Versuchsdaten, Lastkollektive statt Einstufenbelastung, Mittelspannungseinfluss und der Übergang in die Kurzzeitfestigkeit (N<10⁴) fehlen.

Typischer Fehler: Nicht N>ND einsetzen; oberhalb der Eckzyklenzahl gilt die konstante Dauerfestigkeit σD, nicht mehr die Potenzfunktion.

Häufige Fragen

Wofür ist „Zeitfestigkeit nach der Basquin-Gleichung“ gedacht?

Abschätzung der zulässigen Spannungsamplitude für eine begrenzte Lebensdauer, etwa bei Sonderlastfällen, Prüfständen oder Bauteilen mit definierter Nutzungsdauer statt unendlicher Lebensdauer.

Woher kommen die Eingabewerte?

σD ist die Dauerfestigkeit (Spannungsamplitude ab ND Lastspielen), ND die Eckzyklenzahl, N die gewünschte Lastspielzahl im Zeitfestigkeitsbereich und k der Neigungsexponent der Zeitfestigkeitsgeraden.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Gültig nur im linearen Zeitfestigkeitsbereich (N<ND) einer idealisierten Wöhlerlinie; Streuung der Versuchsdaten, Lastkollektive statt Einstufenbelastung, Mittelspannungseinfluss und der Übergang in die Kurzzeitfestigkeit (N<10⁴) fehlen.

Quellen, Methodik und Review

  • Dubbel, Werkstofftechnik E 1.3.2 Schwingbeanspruchungen, Bild 19: Bereiche Dauer-/Zeit-/Kurzzeitfestigkeit, Grenzlastspielzahl 2–20·10⁶ (lokale Kapitel-PDF)
  • Basquin-Gleichung – Wikipedia

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-17