Zacher/Reuter 2024, Abschnitt 3.4: P-Strecken höherer Ordnung

PTn-Glied: Sprungantwort gleicher Verzögerungen

Mit wachsender Ordnung startet die Antwort flacher und wirkt zunehmend wie eine Verzögerung, obwohl das Modell keine reine Totzeit enthält.

MINTSI
01

Eingaben

Bis zum betrachteten Zeitpunkt erreichte Ausgangsänderung. Für den absoluten Prozesswert ist der Ausgang vor dem Sprung zu addieren.

Stationäres Verhältnis aus gesamter Ausgangsänderung und Eingangssprung der vollständigen Kette, nicht die Verstärkung jedes Einzelglieds.

Neuer minus alter Eingangswert am ersten Glied der Kette.

Zeitkonstante jedes identischen PT1-Teilglieds. Sie stammt aus dem gewählten Ersatzmodell oder der Identifikation der Einzelstufen.

Anzahl hintereinandergeschalteter gleicher Verzögerungsglieder. Nur ganze Werte von 1 bis 20 sind zulässig; n=1 entspricht dem PT1-Modell.

Zeitpunkt ab dem Eingangssprung, für den die Kettenantwort benötigt wird.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Berechnete Sprungantwort

Maus oder Finger über die Kurve bewegen, um Zeit und Ausgangswert abzulesen. Das Diagramm aktualisiert sich direkt mit den Eingaben.

y(t)K · Δu14 s
Noch kein Kurvenpunkt ausgewählt.
Rechenweg

y=K·Δu·[1−e^(−t/T)·Σ(k=0…n−1)(t/T)^k/k!]

Mit wachsender Ordnung startet die Antwort flacher und wirkt zunehmend wie eine Verzögerung, obwohl das Modell keine reine Totzeit enthält.

Eingaben verstehen
  • Ausgangsänderung y(t)Bis zum betrachteten Zeitpunkt erreichte Ausgangsänderung. Für den absoluten Prozesswert ist der Ausgang vor dem Sprung zu addieren.
  • Gesamtverstärkung KStationäres Verhältnis aus gesamter Ausgangsänderung und Eingangssprung der vollständigen Kette, nicht die Verstärkung jedes Einzelglieds.
  • Eingangssprung ΔuNeuer minus alter Eingangswert am ersten Glied der Kette.
  • Zeitkonstante je Glied TZeitkonstante jedes identischen PT1-Teilglieds. Sie stammt aus dem gewählten Ersatzmodell oder der Identifikation der Einzelstufen.
  • Ordnung nAnzahl hintereinandergeschalteter gleicher Verzögerungsglieder. Nur ganze Werte von 1 bis 20 sind zulässig; n=1 entspricht dem PT1-Modell.
  • Zeit seit dem Sprung tZeitpunkt ab dem Eingangssprung, für den die Kettenantwort benötigt wird.
Beispiel

K=1, Δu=1, T=2 s, n=3 und t=5 s ergeben y≈0,4562. Der Endwert 1 ist zu diesem Zeitpunkt zu 45,62 % erreicht.

Annahmen und Grenzen

Kaskade aus n linearen, zeitinvarianten PT1-Gliedern mit identischer Zeitkonstante, Ruhelage und idealem Eingangssprung; ungleiche Zeitkonstanten, Totzeit und Nullstellen fehlen.

Fachartikel

PTn-Glied: Sprungantwort gleicher Verzögerungen verstehen

Sprungantwort einer Kette aus n gleichen PT1-Gliedern für einen frei gewählten Zeitpunkt berechnen und darstellen.

Was beschreibt diese Größe?

Mit wachsender Ordnung startet die Antwort flacher und wirkt zunehmend wie eine Verzögerung, obwohl das Modell keine reine Totzeit enthält. Dieser Rechner bildet einen klar abgegrenzten technischen Zusammenhang aus den angezeigten Größen ab. Die Definition hilft, die Eingaben auf denselben Bezugszustand zu bringen, bevor das Ergebnis interpretiert wird.

Formel und Variablen

y=K·Δu·[1−e^(−t/T)·Σ(k=0…n−1)(t/T)^k/k!]

Symbol / EingabeBedeutung
Ausgangsänderung y(t)Bis zum betrachteten Zeitpunkt erreichte Ausgangsänderung. Für den absoluten Prozesswert ist der Ausgang vor dem Sprung zu addieren.
Gesamtverstärkung KStationäres Verhältnis aus gesamter Ausgangsänderung und Eingangssprung der vollständigen Kette, nicht die Verstärkung jedes Einzelglieds.
Eingangssprung ΔuNeuer minus alter Eingangswert am ersten Glied der Kette.
Zeitkonstante je Glied TZeitkonstante jedes identischen PT1-Teilglieds. Sie stammt aus dem gewählten Ersatzmodell oder der Identifikation der Einzelstufen.
Ordnung nAnzahl hintereinandergeschalteter gleicher Verzögerungsglieder. Nur ganze Werte von 1 bis 20 sind zulässig; n=1 entspricht dem PT1-Modell.
Zeit seit dem Sprung tZeitpunkt ab dem Eingangssprung, für den die Kettenantwort benötigt wird.

Eingaben richtig wählen

Ausgangsänderung y(t): Bis zum betrachteten Zeitpunkt erreichte Ausgangsänderung. Für den absoluten Prozesswert ist der Ausgang vor dem Sprung zu addieren. Gesamtverstärkung K: Stationäres Verhältnis aus gesamter Ausgangsänderung und Eingangssprung der vollständigen Kette, nicht die Verstärkung jedes Einzelglieds. Eingangssprung Δu: Neuer minus alter Eingangswert am ersten Glied der Kette. Zeitkonstante je Glied T: Zeitkonstante jedes identischen PT1-Teilglieds. Sie stammt aus dem gewählten Ersatzmodell oder der Identifikation der Einzelstufen. Ordnung n: Anzahl hintereinandergeschalteter gleicher Verzögerungsglieder. Nur ganze Werte von 1 bis 20 sind zulässig; n=1 entspricht dem PT1-Modell. Zeit seit dem Sprung t: Zeitpunkt ab dem Eingangssprung, für den die Kettenantwort benötigt wird.

So benutzt du den Rechner

Wähle die Zielgröße, trage die übrigen bekannten Größen mit Einheit ein und prüfe das Ergebnis anschließend mit dem angegebenen Beispiel und den Modellgrenzen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

K=1, Δu=1, T=2 s, n=3 und t=5 s ergeben y≈0,4562. Der Endwert 1 ist zu diesem Zeitpunkt zu 45,62 % erreicht.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Mit wachsender Ordnung startet die Antwort flacher und wirkt zunehmend wie eine Verzögerung, obwohl das Modell keine reine Totzeit enthält. Lies das Ergebnis als Modellwert für den gewählten Betriebspunkt und prüfe anschließend Einheit, Vorzeichen, Größenordnung und die Randbedingungen deiner Anwendung.

Verwende die im Rechner angezeigten Einheiten und rechne erst danach um. Besonders häufige Fehler entstehen bei Vorsätzen wie k-, m- und µ-.

Typische Anwendungen

PTn-Glied: Sprungantwort gleicher Verzögerungen: Solche Grundrechnungen dienen als Plausibilitätsprüfung, als Vorbereitung einer Bauteilauswahl und als Ausgangspunkt für einen vollständigen Nachweis.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Kaskade aus n linearen, zeitinvarianten PT1-Gliedern mit identischer Zeitkonstante, Ruhelage und idealem Eingangssprung; ungleiche Zeitkonstanten, Totzeit und Nullstellen fehlen.

Typischer Fehler: Ein formal korrektes Ergebnis kann fachlich unpassend sein, wenn Lastfall, Bezugszustand oder Einheit nicht zur Anwendung passen.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich das Ergebnis?

Vergleiche Einheit und Größenordnung mit einer zweiten Rechnung und variiere die Eingaben einzeln.

Sind die Annahmen automatisch erfüllt?

Nein. Der Rechner zeigt das gewählte Modell; reale Randbedingungen müssen separat geprüft werden.

Kann ich beliebige Einheiten mischen?

Nur wenn der Rechner die Umrechnung innerhalb derselben physikalischen Größenart anbietet.

Quellen, Methodik und Review

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

Verantwortlich
NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-18