Zacher/Reuter 2024, Abschnitt 4.3.6: PID-Regler

PID-Regler-Rechner: Stellgröße bei Fehlerrampe

Der PID-Regler verbindet sofortige Reaktion, aufsummierte Abweichung und vorausschauende Reaktion auf die Fehleränderung.

MINTSI
01

Eingaben

Summe der verstärkten P-, I- und D-Wirkung. Mit Stellbereich des Aktors vergleichen; Begrenzung und Arbeitspunkt müssen extern ergänzt werden.

Gemeinsame Verstärkung der drei Regleranteile aus Entwurf, Simulation oder abgestimmtem Versuch.

Bestimmt die Integrationsgeschwindigkeit: kleine Tn verstärkt das Aufsummieren vergangener Fehler.

Gewichtet die Fehleränderung. Größere Werte reagieren früher und stärker, erhöhen aber die Empfindlichkeit gegen Messrauschen.

Sollwert minus Istwert am Beginn des betrachteten Intervalls.

Sollwert minus Istwert am Intervallende; bildet unmittelbar den P-Anteil.

Zeit zwischen e0 und e1. Der Rechner nimmt dazwischen einen linearen Fehlerverlauf an.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

PID-Stellgröße während der Fehlerrampe

Der Fehler steigt linear von e₀ auf e₁ (orange). Der D-Anteil Kp·Tv·(e₁−e₀)/Δt ist während der Rampe konstant und hebt u sofort an; der P-Anteil folgt der Rampe, der I-Anteil wächst quadratisch mit der Fläche unter e(t).

00,20,40,60,810510uu, et [s]— u(t)— e(t)
Noch kein Kurvenpunkt ausgewählt.
Rechenweg

u=Kp·[e1+(e0+e1)·Δt/(2Tn)+Tv·(e1−e0)/Δt]

Der PID-Regler verbindet sofortige Reaktion, aufsummierte Abweichung und vorausschauende Reaktion auf die Fehleränderung.

Eingaben verstehen
  • Stellgröße u am Intervallende — Summe der verstärkten P-, I- und D-Wirkung. Mit Stellbereich des Aktors vergleichen; Begrenzung und Arbeitspunkt müssen extern ergänzt werden.
  • Proportionalverstärkung Kp — Gemeinsame Verstärkung der drei Regleranteile aus Entwurf, Simulation oder abgestimmtem Versuch.
  • Nachstellzeit Tn — Bestimmt die Integrationsgeschwindigkeit: kleine Tn verstärkt das Aufsummieren vergangener Fehler.
  • Vorhaltzeit Tv — Gewichtet die Fehleränderung. Größere Werte reagieren früher und stärker, erhöhen aber die Empfindlichkeit gegen Messrauschen.
  • Regeldifferenz am Intervallanfang e0 — Sollwert minus Istwert am Beginn des betrachteten Intervalls.
  • Aktuelle Regeldifferenz e1 — Sollwert minus Istwert am Intervallende; bildet unmittelbar den P-Anteil.
  • Messzeitabstand Δt — Zeit zwischen e0 und e1. Der Rechner nimmt dazwischen einen linearen Fehlerverlauf an.
Beispiel

Kp=2, Tn=5 s, Tv=0,5 s, e0=2, e1=4 und Δt=1 s ergeben P=8, I=1,2 und D=2, insgesamt u=11,2.

Annahmen und Grenzen

Idealer paralleler PID-Regler, linearer Fehler im ersten Intervall und Integralzustand null am Intervallanfang; Arbeitspunkt, D-Filter, Ausgangsbegrenzung und Anti-Windup fehlen.

Fachartikel

PID-Regler-Rechner: Stellgröße bei Fehlerrampe verstehen

Berechne P-, I- und D-Anteil sowie die Stellgröße eines PID-Reglers aus Anfangsfehler, aktuellem Fehler und Messzeitabstand.

Was beschreibt diese Größe?

Der PID-Regler verbindet sofortige Reaktion, aufsummierte Abweichung und vorausschauende Reaktion auf die Fehleränderung. Dieser Rechner bildet einen klar abgegrenzten technischen Zusammenhang aus den angezeigten Größen ab. Die Definition hilft, die Eingaben auf denselben Bezugszustand zu bringen, bevor das Ergebnis interpretiert wird.

Formel und Variablen

u=Kp·[e1+(e0+e1)·Δt/(2Tn)+Tv·(e1−e0)/Δt]

Symbol / EingabeBedeutung
Stellgröße u am IntervallendeSumme der verstärkten P-, I- und D-Wirkung. Mit Stellbereich des Aktors vergleichen; Begrenzung und Arbeitspunkt müssen extern ergänzt werden.
Proportionalverstärkung KpGemeinsame Verstärkung der drei Regleranteile aus Entwurf, Simulation oder abgestimmtem Versuch.
Nachstellzeit TnBestimmt die Integrationsgeschwindigkeit: kleine Tn verstärkt das Aufsummieren vergangener Fehler.
Vorhaltzeit TvGewichtet die Fehleränderung. Größere Werte reagieren früher und stärker, erhöhen aber die Empfindlichkeit gegen Messrauschen.
Regeldifferenz am Intervallanfang e0Sollwert minus Istwert am Beginn des betrachteten Intervalls.
Aktuelle Regeldifferenz e1Sollwert minus Istwert am Intervallende; bildet unmittelbar den P-Anteil.
Messzeitabstand ΔtZeit zwischen e0 und e1. Der Rechner nimmt dazwischen einen linearen Fehlerverlauf an.

Eingaben richtig wählen

Stellgröße u am Intervallende: Summe der verstärkten P-, I- und D-Wirkung. Mit Stellbereich des Aktors vergleichen; Begrenzung und Arbeitspunkt müssen extern ergänzt werden. Proportionalverstärkung Kp: Gemeinsame Verstärkung der drei Regleranteile aus Entwurf, Simulation oder abgestimmtem Versuch. Nachstellzeit Tn: Bestimmt die Integrationsgeschwindigkeit: kleine Tn verstärkt das Aufsummieren vergangener Fehler. Vorhaltzeit Tv: Gewichtet die Fehleränderung. Größere Werte reagieren früher und stärker, erhöhen aber die Empfindlichkeit gegen Messrauschen. Regeldifferenz am Intervallanfang e0: Sollwert minus Istwert am Beginn des betrachteten Intervalls. Aktuelle Regeldifferenz e1: Sollwert minus Istwert am Intervallende; bildet unmittelbar den P-Anteil. Messzeitabstand Δt: Zeit zwischen e0 und e1. Der Rechner nimmt dazwischen einen linearen Fehlerverlauf an.

So benutzt du den Rechner

Wähle die Zielgröße, trage die übrigen bekannten Größen mit Einheit ein und prüfe das Ergebnis anschließend mit dem angegebenen Beispiel und den Modellgrenzen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Kp=2, Tn=5 s, Tv=0,5 s, e0=2, e1=4 und Δt=1 s ergeben P=8, I=1,2 und D=2, insgesamt u=11,2.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Der PID-Regler verbindet sofortige Reaktion, aufsummierte Abweichung und vorausschauende Reaktion auf die Fehleränderung. Lies das Ergebnis als Modellwert für den gewählten Betriebspunkt und prüfe anschließend Einheit, Vorzeichen, Größenordnung und die Randbedingungen deiner Anwendung.

Verwende die im Rechner angezeigten Einheiten und rechne erst danach um. Besonders häufige Fehler entstehen bei Vorsätzen wie k-, m- und µ-.

Typische Anwendungen

PID-Regler-Rechner: Stellgröße bei Fehlerrampe: Solche Grundrechnungen dienen als Plausibilitätsprüfung, als Vorbereitung einer Bauteilauswahl und als Ausgangspunkt für einen vollständigen Nachweis.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Idealer paralleler PID-Regler, linearer Fehler im ersten Intervall und Integralzustand null am Intervallanfang; Arbeitspunkt, D-Filter, Ausgangsbegrenzung und Anti-Windup fehlen.

Typischer Fehler: Ein formal korrektes Ergebnis kann fachlich unpassend sein, wenn Lastfall, Bezugszustand oder Einheit nicht zur Anwendung passen.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich das Ergebnis?

Vergleiche Einheit und Größenordnung mit einer zweiten Rechnung und variiere die Eingaben einzeln.

Sind die Annahmen automatisch erfüllt?

Nein. Der Rechner zeigt das gewählte Modell; reale Randbedingungen müssen separat geprüft werden.

Kann ich beliebige Einheiten mischen?

Nur wenn der Rechner die Umrechnung innerhalb derselben physikalischen Größenart anbietet.

Quellen, Methodik und Review

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

Verantwortlich
NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-18