Zacher/Reuter 2024, Abschnitt 4.3.5: PD-Regler

PD-Regler-Rechner: Stellgröße bei Fehlerrampe

Der P-Anteil bewertet den aktuellen Fehler; der D-Anteil reagiert zusätzlich darauf, wie schnell sich dieser Fehler verändert.

MINTSI
01

Eingaben

Ausgang des PD-Reglers am Ende des Messintervalls. Vor Übergabe an das Stellglied gegen dessen Minimal- und Maximalwert prüfen.

Verstärkung des gesamten Klammerausdrucks. Sie stammt aus Reglerauslegung oder abgestimmtem Versuch.

Gewichtung der Änderungsgeschwindigkeit. Größeres Tv verstärkt die vorausschauende Reaktion, aber auch Messrauschen.

Sollwert minus Istwert am ersten Zeitstempel. Aus Regelungsprotokoll oder Messwerterfassung übernehmen.

Sollwert minus Istwert am Ende des Intervalls; dieser Wert bildet den P-Anteil.

Zeit zwischen e0 und e1. Beide Messungen müssen aus gleich skalierten Signalen stammen.

Stellwert bei fehlerfreiem stationärem Betrieb; aus dem Anlagenbetrieb übernehmen oder 0 setzen.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

PD-Stellgröße während der Fehlerrampe

Der Fehler steigt linear von e₀ auf e₁ (orange). Der D-Anteil Kp·Tv·(e₁−e₀)/Δt ist während der Rampe konstant und hebt u sofort an; der P-Anteil folgt der Rampe.

00,20,40,60,8105101520uu, et [s]— u(t)— e(t)
Noch kein Kurvenpunkt ausgewählt.
Rechenweg

u=u0+Kp·[e1+Tv·(e1−e0)/Δt]

Der P-Anteil bewertet den aktuellen Fehler; der D-Anteil reagiert zusätzlich darauf, wie schnell sich dieser Fehler verändert.

Eingaben verstehen
  • Stellgröße u — Ausgang des PD-Reglers am Ende des Messintervalls. Vor Übergabe an das Stellglied gegen dessen Minimal- und Maximalwert prüfen.
  • Proportionalverstärkung Kp — Verstärkung des gesamten Klammerausdrucks. Sie stammt aus Reglerauslegung oder abgestimmtem Versuch.
  • Vorhaltzeit Tv — Gewichtung der Änderungsgeschwindigkeit. Größeres Tv verstärkt die vorausschauende Reaktion, aber auch Messrauschen.
  • Regeldifferenz am Intervallanfang e0 — Sollwert minus Istwert am ersten Zeitstempel. Aus Regelungsprotokoll oder Messwerterfassung übernehmen.
  • Aktuelle Regeldifferenz e1 — Sollwert minus Istwert am Ende des Intervalls; dieser Wert bildet den P-Anteil.
  • Messzeitabstand Δt — Zeit zwischen e0 und e1. Beide Messungen müssen aus gleich skalierten Signalen stammen.
  • Arbeitspunkt u0 — Stellwert bei fehlerfreiem stationärem Betrieb; aus dem Anlagenbetrieb übernehmen oder 0 setzen.
Beispiel

Kp=2, Tv=0,5 s, e0=2, e1=4, Δt=1 s und u0=9 ergeben u=19: P-Beitrag 8, D-Beitrag 2.

Annahmen und Grenzen

Idealer kontinuierlicher PD-Regler und linearer Fehlerverlauf zwischen zwei Messpunkten; keine Filterzeitkonstante, Begrenzung oder Rauschunterdrückung. Reale D-Anteile benötigen meist einen Tiefpass.

Fachartikel

PD-Regler-Rechner: Stellgröße bei Fehlerrampe verstehen

Berechne die Stellgröße eines Proportional-Differential-Reglers (PD) aus zwei Fehlerwerten und ihrem Messzeitabstand.

Was beschreibt diese Größe?

Der P-Anteil bewertet den aktuellen Fehler; der D-Anteil reagiert zusätzlich darauf, wie schnell sich dieser Fehler verändert. Dieser Rechner bildet einen klar abgegrenzten technischen Zusammenhang aus den angezeigten Größen ab. Die Definition hilft, die Eingaben auf denselben Bezugszustand zu bringen, bevor das Ergebnis interpretiert wird.

Formel und Variablen

u=u0+Kp·[e1+Tv·(e1−e0)/Δt]

Symbol / EingabeBedeutung
Stellgröße uAusgang des PD-Reglers am Ende des Messintervalls. Vor Übergabe an das Stellglied gegen dessen Minimal- und Maximalwert prüfen.
Proportionalverstärkung KpVerstärkung des gesamten Klammerausdrucks. Sie stammt aus Reglerauslegung oder abgestimmtem Versuch.
Vorhaltzeit TvGewichtung der Änderungsgeschwindigkeit. Größeres Tv verstärkt die vorausschauende Reaktion, aber auch Messrauschen.
Regeldifferenz am Intervallanfang e0Sollwert minus Istwert am ersten Zeitstempel. Aus Regelungsprotokoll oder Messwerterfassung übernehmen.
Aktuelle Regeldifferenz e1Sollwert minus Istwert am Ende des Intervalls; dieser Wert bildet den P-Anteil.
Messzeitabstand ΔtZeit zwischen e0 und e1. Beide Messungen müssen aus gleich skalierten Signalen stammen.
Arbeitspunkt u0Stellwert bei fehlerfreiem stationärem Betrieb; aus dem Anlagenbetrieb übernehmen oder 0 setzen.

Eingaben richtig wählen

Stellgröße u: Ausgang des PD-Reglers am Ende des Messintervalls. Vor Übergabe an das Stellglied gegen dessen Minimal- und Maximalwert prüfen. Proportionalverstärkung Kp: Verstärkung des gesamten Klammerausdrucks. Sie stammt aus Reglerauslegung oder abgestimmtem Versuch. Vorhaltzeit Tv: Gewichtung der Änderungsgeschwindigkeit. Größeres Tv verstärkt die vorausschauende Reaktion, aber auch Messrauschen. Regeldifferenz am Intervallanfang e0: Sollwert minus Istwert am ersten Zeitstempel. Aus Regelungsprotokoll oder Messwerterfassung übernehmen. Aktuelle Regeldifferenz e1: Sollwert minus Istwert am Ende des Intervalls; dieser Wert bildet den P-Anteil. Messzeitabstand Δt: Zeit zwischen e0 und e1. Beide Messungen müssen aus gleich skalierten Signalen stammen. Arbeitspunkt u0: Stellwert bei fehlerfreiem stationärem Betrieb; aus dem Anlagenbetrieb übernehmen oder 0 setzen.

So benutzt du den Rechner

Wähle die Zielgröße, trage die übrigen bekannten Größen mit Einheit ein und prüfe das Ergebnis anschließend mit dem angegebenen Beispiel und den Modellgrenzen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Kp=2, Tv=0,5 s, e0=2, e1=4, Δt=1 s und u0=9 ergeben u=19: P-Beitrag 8, D-Beitrag 2.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Der P-Anteil bewertet den aktuellen Fehler; der D-Anteil reagiert zusätzlich darauf, wie schnell sich dieser Fehler verändert. Lies das Ergebnis als Modellwert für den gewählten Betriebspunkt und prüfe anschließend Einheit, Vorzeichen, Größenordnung und die Randbedingungen deiner Anwendung.

Verwende die im Rechner angezeigten Einheiten und rechne erst danach um. Besonders häufige Fehler entstehen bei Vorsätzen wie k-, m- und µ-.

Typische Anwendungen

PD-Regler-Rechner: Stellgröße bei Fehlerrampe: Solche Grundrechnungen dienen als Plausibilitätsprüfung, als Vorbereitung einer Bauteilauswahl und als Ausgangspunkt für einen vollständigen Nachweis.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Idealer kontinuierlicher PD-Regler und linearer Fehlerverlauf zwischen zwei Messpunkten; keine Filterzeitkonstante, Begrenzung oder Rauschunterdrückung. Reale D-Anteile benötigen meist einen Tiefpass.

Typischer Fehler: Ein formal korrektes Ergebnis kann fachlich unpassend sein, wenn Lastfall, Bezugszustand oder Einheit nicht zur Anwendung passen.

Häufige Fragen

Wie prüfe ich das Ergebnis?

Vergleiche Einheit und Größenordnung mit einer zweiten Rechnung und variiere die Eingaben einzeln.

Sind die Annahmen automatisch erfüllt?

Nein. Der Rechner zeigt das gewählte Modell; reale Randbedingungen müssen separat geprüft werden.

Kann ich beliebige Einheiten mischen?

Nur wenn der Rechner die Umrechnung innerhalb derselben physikalischen Größenart anbietet.

Quellen, Methodik und Review

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

Verantwortlich
NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-18