Busch 2006, Gleichung zur Wheatstone-Abgleichbedingung

Wheatstone-Brücke im Abgleich

Beim Nullabgleich sind die Potenziale der Brückenmitten gleich; daraus folgt Rx = RN·R₁/R₂.

MINTSI
01

Eingaben

Gesuchter Widerstand im Messzweig, nachdem der Nullindikator keinen Brückenstrom mehr anzeigt.

Bekannter, ausreichend genauer Normal- oder Vergleichswiderstand im gegenüberliegenden Brückenzweig.

Bekannter Widerstand auf derselben Potenzialseite wie Rx; sein Verhältnis zu R₂ bestimmt den Messfaktor.

Bekannter Widerstand des zweiten Verhältnisarms; niemals null einsetzen.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

Rx = RN · R₁ / R₂

Beim Nullabgleich sind die Potenziale der Brückenmitten gleich; daraus folgt Rx = RN·R₁/R₂.

Eingaben verstehen
  • Unbekannter Widerstand RxGesuchter Widerstand im Messzweig, nachdem der Nullindikator keinen Brückenstrom mehr anzeigt.
  • Vergleichswiderstand RNBekannter, ausreichend genauer Normal- oder Vergleichswiderstand im gegenüberliegenden Brückenzweig.
  • Verhältniswiderstand R₁Bekannter Widerstand auf derselben Potenzialseite wie Rx; sein Verhältnis zu R₂ bestimmt den Messfaktor.
  • Verhältniswiderstand R₂Bekannter Widerstand des zweiten Verhältnisarms; niemals null einsetzen.
Beispiel

RN=100 Ω, R₁=150 Ω und R₂=100 Ω ergeben im Nullabgleich Rx=150 Ω.

Annahmen und Grenzen

Idealer Gleichstrom-Nullabgleich; Leitungs-, Kontakt- und Eigenerwärmungsfehler sowie eine verbleibende Brückenspannung sind nicht enthalten.

Fachartikel

Wheatstone-Brücke im Abgleich verstehen

Der Rechner bestimmt einen unbekannten Widerstand aus einem echten Nullabgleich der Wheatstone-Brücke. Das Verfahren eignet sich besonders zum Lernen der Brückenbedingung und zur Auswertung eines Laboraufbaus.

Was beschreibt diese Größe?

Beim Abgleich fließt durch den Nullindikator kein Strom, weil beide Brückenmitten dasselbe Potenzial besitzen. Dann hängt Rx nicht von Speisespannung oder Indikatorwiderstand ab, sondern nur vom bekannten Vergleichswiderstand RN und vom Verhältnis R₁/R₂.

Formel und Variablen

Rx = RN · R₁ / R₂

  • Rx = RN · R₁ / R₂
  • Abgleichbedingung: UAB = 0
Symbol / EingabeBedeutung
Unbekannter Widerstand RxGesuchter Widerstand im Messzweig, nachdem der Nullindikator keinen Brückenstrom mehr anzeigt.
Vergleichswiderstand RNBekannter, ausreichend genauer Normal- oder Vergleichswiderstand im gegenüberliegenden Brückenzweig.
Verhältniswiderstand R₁Bekannter Widerstand auf derselben Potenzialseite wie Rx; sein Verhältnis zu R₂ bestimmt den Messfaktor.
Verhältniswiderstand R₂Bekannter Widerstand des zweiten Verhältnisarms; niemals null einsetzen.

Eingaben richtig wählen

RN ist der bekannte Vergleichswiderstand. R₁ und R₂ sind die beiden Verhältnisarme, deren Bezeichnung zur realen Schaltung passen muss. Die Werte stammen aus kalibrierten Widerständen oder aus der Ablesung eines Brückendrahts genau in der Stellung, bei der der Nullindikator null zeigt.

So benutzt du den Rechner

Brücke speisen, R₁/R₂ so einstellen, dass der Diagonalstrom verschwindet, und erst dann RN, R₁ und R₂ eintragen. Das Ergebnis Rx ist nur für diese abgeglichene Stellung gültig.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Mit RN=100 Ω, R₁=150 Ω und R₂=100 Ω ergibt sich Rx=150 Ω.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Rx skaliert direkt mit RN und R₁, aber umgekehrt mit R₂. Vertauschte Verhältnisarme liefern daher den Kehrwert des beabsichtigten Messfaktors.

Alle vier Widerstände besitzen dieselbe Dimension; gemischte Ω-, kΩ- und MΩ-Eingaben werden intern umgerechnet.

Passender nächster Rechenschritt

Für eine einfache Widerstandsbestimmung aus Spannung und Strom steht der Ohmsche-Gesetz-Rechner bereit; temperaturabhängige Sensorwiderstände lassen sich mit Widerstand und Temperatur einordnen.

Typische Anwendungen

Widerstandsmessung im Praktikum, Abgleich von Dehnungsmessstreifen- und Temperatursensorbrücken sowie Plausibilitätskontrolle klassischer Nullmessverfahren.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Nur die abgeglichene Gleichstrombrücke wird ausgewertet. Eine verstimmte Brücke erfordert die Brückenausgangsspannung; Wechselstrombrücken benötigen komplexe Impedanzen und zusätzlich einen Phasenabgleich.

Typischer Fehler: Nicht rechnen, solange der Nullindikator noch ausschlägt. Außerdem R₁ und R₂ nicht anhand ihrer räumlichen Lage raten, sondern die Anschlussbezeichnungen der verwendeten Schaltung nachvollziehen.

Häufige Fragen

Wofür ist „Wheatstone-Brücke im Abgleich“ gedacht?

Widerstandsmessung im Praktikum, Abgleich von Dehnungsmessstreifen- und Temperatursensorbrücken sowie Plausibilitätskontrolle klassischer Nullmessverfahren.

Woher kommen die Eingabewerte?

RN ist der bekannte Vergleichswiderstand. R₁ und R₂ sind die beiden Verhältnisarme, deren Bezeichnung zur realen Schaltung passen muss. Die Werte stammen aus kalibrierten Widerständen oder aus der Ablesung eines Brückendrahts genau in der Stellung, bei der der Nullindikator null zeigt.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Nur die abgeglichene Gleichstrombrücke wird ausgewertet. Eine verstimmte Brücke erfordert die Brückenausgangsspannung; Wechselstrombrücken benötigen komplexe Impedanzen und zusätzlich einen Phasenabgleich.

Quellen, Methodik und Review

  • Rudolf Busch, Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer und Verfahrenstechniker, 4th ed. 2006, Abschnitt 10.5.2, Gleichung (10.23) (local chapter PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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Zuletzt aktualisiert
2026-09-16