Dubbel, Elektrotechnik, Abschnitt Transformatoren (Kappsches Dreieck, Δu ≈ ur·cosφ + ux·sinφ); Busch 2006, Abschnitt 8.3.3.3, Gl. (8.51) als Sonderfall R≈0

Relative Spannungsänderung eines Transformators unter Last

Die Näherung nach Kapp verwendet nur die ohmsche und die induktive Komponente der Kurzschlussspannung sowie den Leistungsfaktor der Last.

MINTSI
01

Eingaben

Abweichung der Sekundärspannung bei Nennlast von der Leerlaufspannung, bezogen auf die Nennspannung.

Wirkanteil der bezogenen Kurzschlussspannung, aus den Kupferverlusten bei Nennstrom.

Blindanteil der bezogenen Kurzschlussspannung, aus der Streuinduktivität.

Verschiebungsfaktor der angeschlossenen Last bei Nennstrom.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

Δu = uR·cosφ + uX·sinφ

Die Näherung nach Kapp verwendet nur die ohmsche und die induktive Komponente der Kurzschlussspannung sowie den Leistungsfaktor der Last.

Eingaben verstehen
  • Relative Spannungsänderung Δu in %Abweichung der Sekundärspannung bei Nennlast von der Leerlaufspannung, bezogen auf die Nennspannung.
  • Ohmsche Kurzschlussspannung uR in %Wirkanteil der bezogenen Kurzschlussspannung, aus den Kupferverlusten bei Nennstrom.
  • Induktive Kurzschlussspannung uX in %Blindanteil der bezogenen Kurzschlussspannung, aus der Streuinduktivität.
  • Leistungsfaktor der Last cos φVerschiebungsfaktor der angeschlossenen Last bei Nennstrom.
Beispiel

uR=1,5 %, uX=4 % und cos φ=0,8 (induktiv) ergeben Δu=1,5·0,8+4·0,6=3,6 %.

Annahmen und Grenzen

Näherungsformel für induktive Last (nacheilender Leistungsfaktor) bei Nennstrom; kapazitive Lasten, Sättigung und der vernachlässigte quadratische Korrekturterm fehlen.

Fachartikel

Relative Spannungsänderung eines Transformators unter Last verstehen

Der Rechner schätzt ab, wie stark die Sekundärspannung eines Transformators bei Nennlast gegenüber dem Leerlauf absinkt, mit der klassischen Näherung nach Kapp.

Was beschreibt diese Größe?

Die bezogene Kurzschlussspannung lässt sich in einen ohmschen Anteil uR (Kupferverluste) und einen induktiven Anteil uX (Streuinduktivität) zerlegen. Für eine Last mit Leistungsfaktor cos φ gilt die Näherung Δu=uR·cosφ+uX·sinφ.

Formel und Variablen

Δu = uR·cosφ + uX·sinφ

  • Δu = uR·cosφ + uX·sinφ
Symbol / EingabeBedeutung
Relative Spannungsänderung Δu in %Abweichung der Sekundärspannung bei Nennlast von der Leerlaufspannung, bezogen auf die Nennspannung.
Ohmsche Kurzschlussspannung uR in %Wirkanteil der bezogenen Kurzschlussspannung, aus den Kupferverlusten bei Nennstrom.
Induktive Kurzschlussspannung uX in %Blindanteil der bezogenen Kurzschlussspannung, aus der Streuinduktivität.
Leistungsfaktor der Last cos φVerschiebungsfaktor der angeschlossenen Last bei Nennstrom.

Eingaben richtig wählen

uR und uX sind die ohmsche und induktive Komponente der bezogenen Kurzschlussspannung, cos φ der Leistungsfaktor der angeschlossenen Last bei Nennstrom.

So benutzt du den Rechner

uR und uX aus dem Kurzschlussversuch beziehungsweise aus Wicklungsdaten ableiten; cos φ aus der bekannten Lastcharakteristik übernehmen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

uR=1,5 %, uX=4 % und cos φ=0,8 (induktiv) ergeben Δu=1,5·0,8+4·0,6=3,6 %.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Eine induktive Last (nacheilender Leistungsfaktor) vergrößert Δu gegenüber einer rein ohmschen Last; bei kapazitiver Last kann Δu sogar negativ werden (Spannungsanstieg).

uR, uX und cos φ sind dimensionslos (in Prozent beziehungsweise als Verhältnis). Δu wird als Prozentwert ausgegeben.

Passender nächster Rechenschritt

Die zugrunde liegende Kurzschlussspannung liefert Kurzschlussstrom eines Transformators; die Wirkungsgradseite liefert Transformatorwirkungsgrad bei Teillast.

Typische Anwendungen

Abschätzung des Spannungsabfalls am Transformatorausgang bei Volllast, Grundlage für die Wahl von Stufenschaltern oder Spannungsreglern.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Näherung für induktive (nacheilende) Last bei Nennstrom; kapazitive Lasten, Sättigungseffekte und der in der vollständigen Kapp-Formel enthaltene quadratische Korrekturterm fehlen.

Typischer Fehler: uR und uX nicht vertauschen; uX ist bei den meisten Transformatoren deutlich größer als uR.

Häufige Fragen

Wofür ist „Relative Spannungsänderung eines Transformators unter Last“ gedacht?

Abschätzung des Spannungsabfalls am Transformatorausgang bei Volllast, Grundlage für die Wahl von Stufenschaltern oder Spannungsreglern.

Woher kommen die Eingabewerte?

uR und uX sind die ohmsche und induktive Komponente der bezogenen Kurzschlussspannung, cos φ der Leistungsfaktor der angeschlossenen Last bei Nennstrom.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Näherung für induktive (nacheilende) Last bei Nennstrom; kapazitive Lasten, Sättigungseffekte und der in der vollständigen Kapp-Formel enthaltene quadratische Korrekturterm fehlen.

Quellen, Methodik und Review

  • Dubbel, Taschenbuch für den Maschinenbau, Kapitel Elektrotechnik, Abschnitt 2 Transformatoren: Δu = u'φ + ½u''φ² ≈ u'φ mit u'φ = ur·cosφ + ux·sinφ (lokale Kapitel-PDF)
  • Rudolf Busch, 4. Auflage 2006, Abschnitt 8.3.3.3, Gl. (8.51): ΔU = I2'·Xσ·sinφ2 (Sonderfall R ≈ 0) (lokale Kapitel-PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-17