Busch 2006, Abschnitt 4.2.2.2

Belasteten Spannungsteiler berechnen

Die Last liegt parallel zum unteren Widerstand und senkt dessen wirksamen Wert sowie die Ausgangsspannung.

MINTSI
01

Eingaben

Spannung am Abgriff, nachdem die angeschlossene Last den unteren Teilerzweig belastet.

Tatsächlich am gesamten Teiler anliegende Versorgungsspannung.

Widerstand von der Versorgung zum Abgriff; er führt den Gesamtstrom aus Last und unterem Widerstand.

Teilerwiderstand vom Abgriff zum Bezugspotenzial, parallel zur Last.

Eingangswiderstand des angeschlossenen Verbrauchers zwischen Abgriff und Bezugspotenzial.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

R₂L = R₂∥RL; Uout = Uin·R₂L/(R₁+R₂L)

Die Last liegt parallel zum unteren Widerstand und senkt dessen wirksamen Wert sowie die Ausgangsspannung.

Eingaben verstehen
  • Belastete Ausgangsspannung UoutSpannung am Abgriff, nachdem die angeschlossene Last den unteren Teilerzweig belastet.
  • Eingangsspannung UinTatsächlich am gesamten Teiler anliegende Versorgungsspannung.
  • Oberer Widerstand R₁Widerstand von der Versorgung zum Abgriff; er führt den Gesamtstrom aus Last und unterem Widerstand.
  • Unterer Widerstand R₂Teilerwiderstand vom Abgriff zum Bezugspotenzial, parallel zur Last.
  • Lastwiderstand RLEingangswiderstand des angeschlossenen Verbrauchers zwischen Abgriff und Bezugspotenzial.
Beispiel

12 V, R₁=1,2 kΩ, R₂=1,0 kΩ und RL=2,2 kΩ ergeben R₂L=687,5 Ω und Uout≈4,37 V.

Annahmen und Grenzen

Reine ohmsche Widerstände und stationäre Gleichspannung; Quelleninnenwiderstand, Eingangsstromänderungen und Bauteiltoleranzen sind nicht enthalten.

Fachartikel

Belasteten Spannungsteiler berechnen verstehen

Dieser Rechner zeigt, welche Spannung ein real belasteter Widerstandsteiler tatsächlich liefert. Er schließt die Lücke zwischen dem unbelasteten Grundrechner und einem Abgriff, an dem ein Sensor-, ADC- oder Geräteeingang Strom aufnimmt.

Was beschreibt diese Größe?

Der Lastwiderstand RL liegt elektrisch parallel zu R₂. Deshalb wird zuerst R₂L = R₂·RL/(R₂+RL) gebildet; erst dieser Ersatzwiderstand darf in die Spannungsteilerbeziehung eingesetzt werden. Je kleiner RL gegenüber R₂ ist, desto stärker bricht Uout ein.

Formel und Variablen

R₂L = R₂∥RL; Uout = Uin·R₂L/(R₁+R₂L)

  • R₂L = R₂ · RL / (R₂ + RL)
  • Uout = Uin · R₂L / (R₁ + R₂L)
Symbol / EingabeBedeutung
Belastete Ausgangsspannung UoutSpannung am Abgriff, nachdem die angeschlossene Last den unteren Teilerzweig belastet.
Eingangsspannung UinTatsächlich am gesamten Teiler anliegende Versorgungsspannung.
Oberer Widerstand R₁Widerstand von der Versorgung zum Abgriff; er führt den Gesamtstrom aus Last und unterem Widerstand.
Unterer Widerstand R₂Teilerwiderstand vom Abgriff zum Bezugspotenzial, parallel zur Last.
Lastwiderstand RLEingangswiderstand des angeschlossenen Verbrauchers zwischen Abgriff und Bezugspotenzial.

Eingaben richtig wählen

Uin misst du an den beiden äußeren Teilerklemmen. R₁ liegt zwischen Versorgung und Abgriff, R₂ zwischen Abgriff und Bezugspotenzial. RL ist nicht der Nennwert des Verbrauchers, sondern dessen wirksamer Eingangswiderstand zwischen denselben Abgriffklemmen; er stammt aus Datenblatt oder Messung.

So benutzt du den Rechner

Übernimm Uin aus der realen Versorgung, die beiden verbauten Widerstandswerte und den kleinsten zu erwartenden Eingangswiderstand RL. Berechne anschließend Uout und vergleiche es mit den zulässigen Eingangsschwellen der angeschlossenen Schaltung.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Bei Uin=12 V, R₁=1,2 kΩ, R₂=1,0 kΩ und RL=2,2 kΩ ist R₂L=687,5 Ω. Damit sinkt Uout auf etwa 4,37 V; ohne Last wären es 5,45 V.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Die Differenz zum unbelasteten Ergebnis ist der Belastungsfehler. Ist sie zu groß, müssen R₁ und R₂ kleiner gewählt, RL vergrößert oder der Abgriff mit einem Impedanzwandler gepuffert werden.

Alle Widerstände dürfen in Ω, kΩ oder MΩ eingegeben werden; intern werden sie einheitlich umgerechnet. Uin und Uout verwenden dieselbe Spannungseinheit.

Passender nächster Rechenschritt

Vergleiche das Ergebnis mit dem unbelasteten Spannungsteiler. Für den Strom durch Leitungen oder Vorwiderstände hilft anschließend der Ohmsche-Gesetz-Rechner.

Typische Anwendungen

Nützlich für ADC-Eingänge, Messgeräte, Sensoreingänge, Vorspannungsnetzwerke und jede Schaltung, deren Eingangswiderstand nicht sehr viel größer als R₂ ist.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Das Modell gilt für lineare ohmsche Widerstände im stationären Zustand. Quelleninnenwiderstand, zeitabhängige Eingangströme, Kondensatoren, Schutzdioden, Eigenerwärmung und Widerstandstoleranzen sind nicht enthalten.

Typischer Fehler: RL darf nicht in Reihe addiert werden. Er liegt parallel zu R₂. Bei Mikrocontroller-Eingängen außerdem nicht nur den statischen Datenblattwert verwenden, wenn ein Abtastkondensator kurzzeitig deutlich mehr Strom zieht.

Häufige Fragen

Wofür ist „Belasteter Spannungsteiler“ gedacht?

Nützlich für ADC-Eingänge, Messgeräte, Sensoreingänge, Vorspannungsnetzwerke und jede Schaltung, deren Eingangswiderstand nicht sehr viel größer als R₂ ist.

Woher kommen die Eingabewerte?

Uin misst du an den beiden äußeren Teilerklemmen. R₁ liegt zwischen Versorgung und Abgriff, R₂ zwischen Abgriff und Bezugspotenzial. RL ist nicht der Nennwert des Verbrauchers, sondern dessen wirksamer Eingangswiderstand zwischen denselben Abgriffklemmen; er stammt aus Datenblatt oder Messung.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Das Modell gilt für lineare ohmsche Widerstände im stationären Zustand. Quelleninnenwiderstand, zeitabhängige Eingangströme, Kondensatoren, Schutzdioden, Eigenerwärmung und Widerstandstoleranzen sind nicht enthalten.

Quellen, Methodik und Review

  • Rudolf Busch, Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer und Verfahrenstechniker, 4th ed. 2006, Abschnitt 4.2.2.2 und Aufgabe 4-12 (local chapter PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-16