Busch 2006, Abschnitt 6.2

RC-Kondensator aufladen

Nach einer Zeitkonstante τ=RC erreicht die Kondensatorspannung rund 63,2 % der angelegten Sprungspannung.

MINTSI
01

Eingaben

Spannung direkt am Kondensator zum betrachteten Zeitpunkt nach dem Einschalten.

Konstante Quellenspannung, die bei t=0 an das zuvor ungeladene RC-Glied gelegt wird.

Gesamter Serienwiderstand im Ladepfad einschließlich relevanter Quellen- und Leitungswiderstände.

Wirksame Kapazität des anfangs ungeladenen Kondensators.

Verstrichene Zeit ab dem idealisierten Spannungssprung bei t=0.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

uC(t) = Uq·[1−exp(−t/(R·C))]

Nach einer Zeitkonstante τ=RC erreicht die Kondensatorspannung rund 63,2 % der angelegten Sprungspannung.

Eingaben verstehen
  • Kondensatorspannung uC(t)Spannung direkt am Kondensator zum betrachteten Zeitpunkt nach dem Einschalten.
  • Sprungspannung UqKonstante Quellenspannung, die bei t=0 an das zuvor ungeladene RC-Glied gelegt wird.
  • Ladewiderstand RGesamter Serienwiderstand im Ladepfad einschließlich relevanter Quellen- und Leitungswiderstände.
  • Kapazität CWirksame Kapazität des anfangs ungeladenen Kondensators.
  • Zeit seit dem Einschalten tVerstrichene Zeit ab dem idealisierten Spannungssprung bei t=0.
Beispiel

Uq=12 V, R=10 kΩ, C=100 µF und t=1 s ergeben τ=1 s und uC≈7,59 V.

Annahmen und Grenzen

Anfangs ungeladener Kondensator, ideale konstante Quelle und lineare Bauelemente; Leckstrom, ESR, Strombegrenzung und Schaltschwellen fehlen.

Fachartikel

RC-Kondensator aufladen verstehen

Der Rechner zeigt den Spannungsverlauf eines anfangs ungeladenen Kondensators nach einem Gleichspannungssprung. Er macht die Zeitkonstante RC unmittelbar greifbar.

Was beschreibt diese Größe?

Die Kondensatorspannung kann beim Schalten nicht springen. Sie nähert sich Uq exponentiell: uC=Uq(1−e^(−t/RC)). τ=RC ist die Zeit bis 63,2 %; nach etwa 5τ sind mehr als 99 % erreicht.

Formel und Variablen

uC(t) = Uq·[1−exp(−t/(R·C))]

  • τ = R·C
  • uC(t) = Uq·(1−e^(−t/τ))
  • i(t) = (Uq/R)·e^(−t/τ)
Symbol / EingabeBedeutung
Kondensatorspannung uC(t)Spannung direkt am Kondensator zum betrachteten Zeitpunkt nach dem Einschalten.
Sprungspannung UqKonstante Quellenspannung, die bei t=0 an das zuvor ungeladene RC-Glied gelegt wird.
Ladewiderstand RGesamter Serienwiderstand im Ladepfad einschließlich relevanter Quellen- und Leitungswiderstände.
Kapazität CWirksame Kapazität des anfangs ungeladenen Kondensators.
Zeit seit dem Einschalten tVerstrichene Zeit ab dem idealisierten Spannungssprung bei t=0.

Eingaben richtig wählen

Uq ist die konstante Spannung nach dem Schalten. R ist der gesamte Widerstand im Ladepfad einschließlich relevanter Quellenanteile. C ist die wirksame Kapazität und t beginnt im Schaltmoment bei einem zuvor ungeladenen Kondensator.

So benutzt du den Rechner

Bestimme den realen Ladepfad, addiere seine Serienwiderstände, übernimm C aus Bauteilwert oder Messung und setze die gewünschte Zeit nach dem Einschalten ein. Vergleiche uC mit einer vorhandenen Schaltschwelle.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

12 V, 10 kΩ und 100 µF ergeben τ=1 s. Genau nach 1 s beträgt uC=12·(1−e⁻¹)≈7,59 V.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Der Kondensator lädt anfangs am schnellsten; die verbleibende Differenz zu Uq wird in jeder weiteren Zeitkonstante mit demselben Faktor e⁻¹ kleiner.

R und C werden intern in Ω und F umgerechnet, sodass τ in Sekunden entsteht. t kann in ms, s, min oder h eingegeben werden; Uq und uC sind Spannungen.

Passender nächster Rechenschritt

Die geometrische Kapazität kann mit Plattenkondensator-Kapazität abgeschätzt werden; für den stationären Strompfad hilft das Ohmsche Gesetz.

Typische Anwendungen

Einschaltverzögerungen, Reset-Netzwerke, einfache Timer, Sensorfilter und Laborübungen zu Ausgleichsvorgängen erster Ordnung.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Gilt für einen anfangs ungeladenen Kondensator und einen idealen Spannungssprung. ESR, Leckstrom, Quellenstromgrenze, Bauteiltoleranz, die Belastung des Abgriffs und nichtlineare Schaltschwellen fehlen.

Typischer Fehler: Die Uhr beginnt beim Schalten; eine vorhandene Anfangsspannung darf nicht ignoriert werden. R muss den tatsächlichen Gesamtpfad enthalten, und µF darf nicht als F-Zahlenwert eingegeben werden.

Häufige Fragen

Wofür ist „RC-Kondensator aufladen“ gedacht?

Einschaltverzögerungen, Reset-Netzwerke, einfache Timer, Sensorfilter und Laborübungen zu Ausgleichsvorgängen erster Ordnung.

Woher kommen die Eingabewerte?

Uq ist die konstante Spannung nach dem Schalten. R ist der gesamte Widerstand im Ladepfad einschließlich relevanter Quellenanteile. C ist die wirksame Kapazität und t beginnt im Schaltmoment bei einem zuvor ungeladenen Kondensator.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Gilt für einen anfangs ungeladenen Kondensator und einen idealen Spannungssprung. ESR, Leckstrom, Quellenstromgrenze, Bauteiltoleranz, die Belastung des Abgriffs und nichtlineare Schaltschwellen fehlen.

Quellen, Methodik und Review

  • Rudolf Busch, Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer und Verfahrenstechniker, 4th ed. 2006, Abschnitt 6.2, Gleichungen (6.14) und (6.15) (local chapter PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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Zuletzt aktualisiert
2026-09-16