Dubbel Festigkeitslehre C 5.3.1 Membrantheorie: Kugelschale σφ = σϑ = p·d/(4h)

Wanddicke eines dünnwandigen Kugelbehälters unter Innendruck

Eine Kugel ist bei gleichem Druck, Durchmesser und Werkstoff nur halb so hoch beansprucht wie ein Zylinder und kann daher dünnwandiger ausgeführt werden.

MINTSI
01

Eingaben

Rechnerische Mindestwanddicke der Kugelschale ohne Zuschläge.

Bemessungsinnendruck des Behälters.

Innendurchmesser der Kugelschale.

Zulässige Membranspannung des Werkstoffs bei Betriebstemperatur, gegebenenfalls einschließlich Schweißnahtfaktor.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

s = p·d/(4·σzul)

Eine Kugel ist bei gleichem Druck, Durchmesser und Werkstoff nur halb so hoch beansprucht wie ein Zylinder und kann daher dünnwandiger ausgeführt werden.

Eingaben verstehen
  • Erforderliche Wanddicke sRechnerische Mindestwanddicke der Kugelschale ohne Zuschläge.
  • Innendruck pBemessungsinnendruck des Behälters.
  • Innendurchmesser dInnendurchmesser der Kugelschale.
  • Zulässige Spannung σzulZulässige Membranspannung des Werkstoffs bei Betriebstemperatur, gegebenenfalls einschließlich Schweißnahtfaktor.
Beispiel

p=16 bar, d=1.000 mm und σzul=120 MPa ergeben s=1,6·1.000/(4·120)≈3,33 mm.

Annahmen und Grenzen

Dünnwandige Kugelschale (s≪d) ohne Zuschläge für Korrosion, Fertigung oder Nahtabzug; Ausschnitte, Stutzen, Lasteinleitungen und Außendruck fehlen.

Fachartikel

Wanddicke eines dünnwandigen Kugelbehälters unter Innendruck verstehen

Der Rechner bestimmt die erforderliche Wanddicke eines kugelförmigen Druckbehälters und ergänzt damit den vorhandenen Rechner für zylindrische Rohre um die zweite klassische Kesselformel.

Was beschreibt diese Größe?

Für eine dünnwandige Kugelschale ist die Membranspannung in jeder Richtung gleich groß und halb so hoch wie die Umfangsspannung eines Zylinders gleichen Durchmessers und Drucks: σ=p·d/(4·s), aufgelöst nach der Wanddicke s=p·d/(4·σzul).

Formel und Variablen

s = p·d/(4·σzul)

  • σ = p·d/(4·s)
  • s = p·d/(4·σzul)
Symbol / EingabeBedeutung
Erforderliche Wanddicke sRechnerische Mindestwanddicke der Kugelschale ohne Zuschläge.
Innendruck pBemessungsinnendruck des Behälters.
Innendurchmesser dInnendurchmesser der Kugelschale.
Zulässige Spannung σzulZulässige Membranspannung des Werkstoffs bei Betriebstemperatur, gegebenenfalls einschließlich Schweißnahtfaktor.

Eingaben richtig wählen

p ist der Bemessungsinnendruck, d der Innendurchmesser der Kugelschale, σzul die zulässige Membranspannung des Werkstoffs.

So benutzt du den Rechner

p aus dem Betriebs- oder Auslegungsdruck übernehmen, d aus der Behältergeometrie, σzul aus Werkstoffkennwerten bei Betriebstemperatur, gegebenenfalls mit Schweißnahtfaktor.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

p=16 bar, d=1.000 mm und σzul=120 MPa ergeben s=1,6·1.000/(4·120)≈3,33 mm.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Bei gleichem Druck, Durchmesser und Werkstoff benötigt eine Kugel nur die halbe Wanddicke eines Zylinders; dies erklärt, warum große Drucktanks häufig kugelförmig ausgeführt werden.

p ist ein Druck, d eine Länge, σzul eine Spannung. s wird als Länge ausgegeben.

Passender nächster Rechenschritt

Für zylindrische Rohre und Behälter siehe den vorhandenen Rechner Rohrwanddicke unter Innendruck.

Typische Anwendungen

Überschlägige Vorauslegung kugelförmiger Druckbehälter, Gasspeicherkugeln und Behälterböden mit näherungsweise kugelförmiger Geometrie.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Dünnwandige Kugelschale (s≪d) ohne Zuschläge für Korrosion, Fertigungstoleranzen oder Nahtabzug; Ausschnitte, Stutzen, Lasteinleitungen, Außendruck und die Regeln eines konkreten Regelwerks (z. B. AD 2000 oder EN 13445) fehlen.

Typischer Fehler: Nicht den Faktor 4 (Kugel) mit dem Faktor 2 (Zylinder, Umfangsspannung) verwechseln; eine mit der Zylinderformel berechnete Kugel wäre unnötig doppelt so dick.

Häufige Fragen

Wofür ist „Wanddicke eines dünnwandigen Kugelbehälters unter Innendruck“ gedacht?

Überschlägige Vorauslegung kugelförmiger Druckbehälter, Gasspeicherkugeln und Behälterböden mit näherungsweise kugelförmiger Geometrie.

Woher kommen die Eingabewerte?

p ist der Bemessungsinnendruck, d der Innendurchmesser der Kugelschale, σzul die zulässige Membranspannung des Werkstoffs.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Dünnwandige Kugelschale (s≪d) ohne Zuschläge für Korrosion, Fertigungstoleranzen oder Nahtabzug; Ausschnitte, Stutzen, Lasteinleitungen, Außendruck und die Regeln eines konkreten Regelwerks (z. B. AD 2000 oder EN 13445) fehlen.

Quellen, Methodik und Review

  • Dubbel, Festigkeitslehre C 5.3.1 Membrantheorie für Innendruck: Kugelschale σφ = σϑ = p·r/(2h) = p·d/(4h); Zylinderschale σφ = p·d/(2h) (lokale Kapitel-PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

Verantwortlich
NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-17