tv = pe · da / (2 · σzul · νN + pe)
Das Ergebnis tv ist die rechnerische Mindestwanddicke ohne Zuschläge; Wanddickenunterschreitung c1 und Korrosionszuschlag c2 sind für die zu bestellende Wanddicke separat zu addieren.
Das Ergebnis tv ist die rechnerische Mindestwanddicke ohne Zuschläge; Wanddickenunterschreitung c1 und Korrosionszuschlag c2 sind für die zu bestellende Wanddicke separat zu addieren.
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Das Ergebnis tv ist die rechnerische Mindestwanddicke ohne Zuschläge; Wanddickenunterschreitung c1 und Korrosionszuschlag c2 sind für die zu bestellende Wanddicke separat zu addieren.
pe = 16 bar, da = 114,3 mm, σzul = 120 MPa und νN = 1 ergeben tv ≈ 0,76 mm.
Gilt für dünnwandige, gerade Stahlrohre mit da/di ≤ 1,7 unter vorwiegend ruhendem Innendruck; Wärmeausdehnung, Eigengewicht und Schwingungen sind separat zu berücksichtigen.
Der Rechner bestimmt die rechnerische Mindestwanddicke eines geraden Stahlrohrs unter Innendruck nach DIN EN 13480-3 für dünnwandige Rohre.
Für dünnwandige Rohre (da/di ≤ 1,7) folgt die rechnerische Mindestwanddicke tv = pe·da/(2·σzul·νN + pe) aus demselben Berechnungsansatz wie bei geschweißten Druckbehältermänteln. tv ist dabei ausdrücklich ohne Zuschläge und Toleranzen definiert; die tatsächlich zu bestellende Wanddicke ergibt sich erst über t = tv + c1 + c2 mit dem Wanddickenzuschlag c1 und dem Korrosionszuschlag c2.
Man kann sich das wie einen aufgeblasenen Fahrradschlauch vorstellen: Ein höherer Innendruck oder ein größerer Durchmesser erfordern eine dickere Wand, um dieselbe Umfangsspannung nicht zu überschreiten – bei gleichbleibender zulässiger Werkstoffspannung.
tv = pe · da / (2 · σzul · νN + pe)
tv = pe · da / (2 · σzul · νN + pe)pe = 2 · σzul · νN · tv / (da − tv)σzul = (pe·da/tv − pe) / (2·νN)| Symbol / Eingabe | Bedeutung |
|---|---|
| Rechnerische Mindestwanddicke tv | Mindestwanddicke ohne Zuschläge und Toleranzen; bestellte Wanddicke t = tv + c1 + c2. |
| Berechnungsdruck pe | Maßgebender Innendruck bei der Berechnungstemperatur. |
| Rohraußendurchmesser da | Genormter Außendurchmesser, z. B. nach DIN EN 10220. |
| Zulässige Spannung σzul | Zeitunabhängige oder zeitabhängige zulässige Spannung des Rohrwerkstoffs bei Berechnungstemperatur. |
| Schweißnahtfaktor νN | 1,0 bei vollständigem Nachweis der Nahtfehlerfreiheit, 0,85 bei Stichprobenprüfung, 0,7 bei reiner Sichtprüfung. |
pe ist der maßgebende Berechnungsdruck bei Berechnungstemperatur, da der genormte Rohraußendurchmesser, σzul die zulässige (zeitunabhängige oder zeitabhängige) Spannung des Rohrwerkstoffs bei Berechnungstemperatur und νN der Schweißnahtfaktor (1,0 bei vollständigem Nachweis der Nahtfehlerfreiheit, 0,85 bei Stichprobenprüfung, 0,7 bei reiner Sichtprüfung).
Trage pe, da, σzul und νN ein, um tv zu erhalten. Addiere anschließend c1 (Wanddickenunterschreitung nach Rohrnorm) und c2 (Korrosionszuschlag) manuell, um die zu bestellende Wanddicke zu bestimmen.
pe = 16 bar, da = 114,3 mm, σzul = 120 MPa und νN = 1 ergeben tv = 1,6 MPa · 114,3 mm / (2·120 MPa·1 + 1,6 MPa) ≈ 0,76 mm.
tv ≈ 0,76 mm ist die rein rechnerisch aus dem Innendruck erforderliche Wanddicke ohne jegliche Zuschläge. Die tatsächlich zu bestellende Wanddicke liegt wegen c1 und c2 sowie aus Handhabungs- und Steifigkeitsgründen in der Praxis meist deutlich darüber.
pe und σzul werden häufig in bar bzw. MPa, da und tv in mm angegeben; νN ist dimensionslos.
tv ist nach DIN EN 13480-3 explizit als rechnerische Mindestwanddicke OHNE Zuschläge und Toleranzen definiert. Die tatsächlich zu bestellende Wanddicke folgt aus t = tv + c1 + c2, wobei c1 die zulässige Minustoleranz der Rohrwanddicke nach den einschlägigen Stahlrohrnormen ist (oder alternativ als Prozentsatz c1' der bestellten Wanddicke, typischerweise 8 % bis 20 %) und c2 der vom Besteller anzugebende Korrosions- bzw. Erosionszuschlag (bei ferritischen Stählen meist 1 mm, bei nicht korrosionsgefährdeten Anwendungen auch 0 mm). Wer diese Zuschläge vergisst, bestellt eine zu dünne Rohrwand.
Die Formel wird bei der Grundauslegung von Rohrleitungen für Innendruckbelastung verwendet, etwa in der Verfahrenstechnik, im Anlagenbau und bei Druckluft- oder Hydraulikleitungen, bevor weitere Lasten wie Wärmedehnung oder Eigengewicht berücksichtigt werden.
Die Formel gilt ausschließlich für dünnwandige, gerade Stahlrohre mit da/di ≤ 1,7 unter vorwiegend ruhendem Innendruck. Für dickwandige Rohre gilt eine andere, nichtlineare Formel; Wärmeausdehnung, Eigengewicht, Schwingungen und Ermüdung durch Druckwechsel sind gesondert nach DIN EN 13480-3 zu prüfen.
Typischer Fehler: Ein häufiger Fehler ist, die berechnete Mindestwanddicke tv direkt als Bestellwanddicke zu verwenden, ohne die Zuschläge c1 (Fertigungstoleranz) und c2 (Korrosion) zu addieren – die tatsächlich benötigte Rohrwanddicke wird dadurch unterschätzt.
Weil tv die rein rechnerische Mindestwanddicke ohne Zuschläge ist; die real bestellte Wanddicke liegt durch Fertigungstoleranz c1 und Korrosionszuschlag c2 deutlich höher.
Er berücksichtigt den Grad der Qualitätssicherung an der Längsschweißnaht des Rohrs: 1,0 bei vollständigem Nachweis, 0,85 bei Stichprobenprüfung, 0,7 bei reiner Sichtprüfung.
Nein, für da/di > 1,7 gilt eine andere, nichtlineare Formel nach DIN EN 13480-3, die hier nicht abgebildet ist.
Aus den zeitunabhängigen oder zeitabhängigen zulässigen Spannungen des gewählten Rohrwerkstoffs bei Berechnungstemperatur, siehe TB 6-14 und TB 18-10 bei Roloff/Matek.
Ja, diese Formel behandelt ausschließlich die Innendruckbelastung; Längskräfte aus behinderter Wärmedehnung sind mit dem separaten Rechner zu prüfen.