Roloff/Matek Gl. (12.29)

Einpresskraft einer Kegelverbindung

Kleiner Durchmesser oder niedriger Haftbeiwert erhöhen die erforderliche Montagekraft.

MINTSI
01

Eingaben

Erforderliche axiale Montage- oder Vorspannkraft.

Sicher zu übertragendes Betriebsdrehmoment.

Mittelwert aus großem und kleinem Kegeldurchmesser.

Gemeinsamer Näherungswert gegen Rutschen und Lösen.

Sicherheitsfaktor gegen Durchrutschen.

Voller Kegelwinkel; in der Gleichung wirkt α/2.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

Fe = 2·SH·T/DmF · [cos(α/2)+sin(α/2)/μ]

Kleiner Durchmesser oder niedriger Haftbeiwert erhöhen die erforderliche Montagekraft.

Eingaben verstehen
  • Einpresskraft FeErforderliche axiale Montage- oder Vorspannkraft.
  • Drehmoment TSicher zu übertragendes Betriebsdrehmoment.
  • Mittlerer Fugendurchmesser DmFMittelwert aus großem und kleinem Kegeldurchmesser.
  • Haftbeiwert μGemeinsamer Näherungswert gegen Rutschen und Lösen.
  • Haftsicherheit SHSicherheitsfaktor gegen Durchrutschen.
  • Kegelwinkel αVoller Kegelwinkel; in der Gleichung wirkt α/2.
Beispiel

T=500 N·m, DmF=100 mm, μ=0,1, SH=1,3 und α=5,72° ergeben Fe≈19,46 kN.

Annahmen und Grenzen

Ideale Kegelverbindung; derselbe Haftbeiwert wird gegen Rutschen und Lösen angesetzt. Fertigungsabweichungen, Fugendruck und Drehzahl separat prüfen.

Fachartikel

Einpresskraft einer Kegelverbindung verstehen

Einpresskraft einer Kegelverbindung ist eine überschaubare Vorberechnung nach Roloff/Matek. Der Rechner stellt die geschlossene Grundgleichung nach jeder enthaltenen Größe um und trennt das Rechenergebnis bewusst vom vollständigen Bauteilnachweis.

Was beschreibt diese Größe?

Roloff/Matek leitet aus Umfangsreibkraft und Kräftezerlegung am Kegel die erforderliche axiale Einpresskraft ab. Mit demselben Haftbeiwert gegen Rutschen und Lösen vereinfacht sich Gleichung 12.29 zur verwendeten Form.

Formel und Variablen

Fe = 2·SH·T/DmF · [cos(α/2)+sin(α/2)/μ]

  • Fe = 2 SH T / DmF · [cos(α/2) + sin(α/2)/μ]
Symbol / EingabeBedeutung
Einpresskraft FeErforderliche axiale Montage- oder Vorspannkraft.
Drehmoment TSicher zu übertragendes Betriebsdrehmoment.
Mittlerer Fugendurchmesser DmFMittelwert aus großem und kleinem Kegeldurchmesser.
Haftbeiwert μGemeinsamer Näherungswert gegen Rutschen und Lösen.
Haftsicherheit SHSicherheitsfaktor gegen Durchrutschen.
Kegelwinkel αVoller Kegelwinkel; in der Gleichung wirkt α/2.

Eingaben richtig wählen

T ist das sicher zu übertragende Moment, DmF der mittlere Fugendurchmesser, μ der Haftbeiwert, SH die Haftsicherheit und α der volle Kegelwinkel. In der Kräftezerlegung wirkt der halbe Winkel α/2.

So benutzt du den Rechner

Zielgröße auswählen, alle übrigen Felder mit den Größen des tatsächlich betrachteten Bauteils füllen und die Einheiten kontrollieren. Das Resultat anschließend mit den genannten Modellgrenzen sowie den erforderlichen Festigkeits-, Sicherheits- und Betriebsnachweisen abgleichen.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

500 N·m, 100 mm, μ=0,1, SH=1,3 und α=5,72° ergeben rund 19,48 kN.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Fe ist die erforderliche axiale Montage- oder Vorspannkraft, nicht die Normalkraft in der Fuge. Die Seite verlinkt deshalb zum getrennten Reibmoment- und Kegelgeometrie-Rechner.

Der Rechner wandelt intern in kohärente SI-Einheiten um. Längen, Kräfte, Momente, Spannungen und Winkel dürfen daher in den angebotenen Einheiten eingegeben werden; dimensionslose Faktoren werden als Dezimalzahl eingegeben.

Was aus Roloff/Matek übernommen wurde

Verwendet wird ausschließlich die geschlossene Beziehung aus Kapitel 12.3.2, Gleichung (12.29). Tabellenwerte, Werkstoffgrenzen und konstruktive Detailnachweise werden nicht stillschweigend ergänzt; sie bleiben sichtbare Eingaben oder ausdrücklich außerhalb des Modells.

Typische Anwendungen

Einpresskraft einer Kegelverbindung eignet sich für Variantenvergleich, Plausibilitätskontrolle und frühe Dimensionierung innerhalb des jeweiligen Maschinenelement-Clusters. Für die Freigabe einer Konstruktion sind die weiterführenden Nachweise des genannten Kapitels erforderlich.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Ideale, toleranzfreie Kegelverbindung und gleicher Haftbeiwert gegen Rutschen und Lösen; Aufschub, Fugendruck, Bauteilelastizität, Drehzahl und Montageverluste separat prüfen.

Typischer Fehler: Typische Fehler sind eine falsch verstandene Wirklänge oder Kraft, Prozentwerte statt Dezimalzahlen und das Gleichsetzen der Vorberechnung mit einem vollständigen Nachweis. Besonders wichtig: Ideale, toleranzfreie Kegelverbindung und gleicher Haftbeiwert gegen Rutschen und Lösen; Aufschub, Fugendruck, Bauteilelastizität, Drehzahl und Montageverluste separat prüfen.

Häufige Fragen

Ist Einpresskraft einer Kegelverbindung ein vollständiger Festigkeitsnachweis?

Nein. Ideale, toleranzfreie Kegelverbindung und gleicher Haftbeiwert gegen Rutschen und Lösen; Aufschub, Fugendruck, Bauteilelastizität, Drehzahl und Montageverluste separat prüfen.

Woher stammen Gleichung und Gültigkeitsgrenzen?

Aus Roloff/Matek, Maschinenelemente, Kapitel 12.3.2, Gleichung (12.29); die lokale 21. Auflage wurde mit der vorhandenen 24. Auflage gegengeprüft.

Kann ich das Ergebnis direkt als Nennwert bestellen?

Nur nach Abgleich mit verfügbaren Norm- oder Herstellerreihen und nach den zusätzlich erforderlichen Sicherheits-, Werkstoff- und Betriebsnachweisen.

Quellen, Methodik und Review

  • Roloff/Matek, Maschinenelemente, 21. Auflage, Kapitel 12.3.2, Gleichung (12.29) (lokale PDF 978-3-658-02327-0)
  • Roloff/Matek, Maschinenelemente, 24. Auflage, Kapitel 12.3.2, Gleichung (12.29) (lokale PDF 978-3-658-26280-8)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

Verantwortlich
NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-09