Statik & Festigkeit · Polygonkontur

Hauptträgheitsmomente und Hauptachsen berechnen

Beliebige Polygonkontur grafisch oder über Koordinaten definieren und die Hauptträgheitsmomente I1, I2 sowie den Hauptachsenwinkel aus Ix, Iy und Ixy berechnen.

I1 / I22D

Die Berechnung erfolgt lokal im Browser. Koordinaten werden weder übertragen noch gespeichert.

Querschnittskontur

Punkte entlang der Außenkontur setzen oder ziehen. Die y-Achse zeigt mathematisch nach oben; Konturen schließen automatisch.

P1P2P3P4

Koordinaten

Punktx (mm)y (mm)Aktion
P1
P2
P3
P4

Ix, Iy und Ixy bezüglich der Standardachsen benötigt? Zum Flächenträgheitsmoment-Rechner für beliebige Querschnitte →

Was berechnet der Rechner?

Der Rechner bestimmt die Hauptträgheitsmomente I1 und I2 sowie den zugehörigen Hauptachsenwinkel φ einer beliebigen polygonalen Querschnittskontur. Schwerpunkt sowie Ix, Iy und Ixy werden dabei intern mit derselben Polygon-Engine bestimmt wie beim Flächenträgheitsmoment- und Schwerpunktrechner.

Von Ix, Iy, Ixy zu den Hauptwerten

Die Hauptträgheitsmomente ergeben sich aus:

I1,2 = (Ix+Iy)/2 ± √(((Ix−Iy)/2)² + Ixy²)

Der zugehörige Hauptachsenwinkel folgt aus tan(2φ) = −2Ixy/(Ix−Iy). Da diese Gleichung zwei um 90° versetzte Lösungen besitzt, wird zusätzlich geprüft, welche der beiden Achsen tatsächlich zu I1 gehört, statt eine bestimmte Vorzeichenkonvention einfach zu unterstellen.

Kontrollwert I1 + I2

Die Summe der Hauptträgheitsmomente ist unabhängig von der Achsdrehung und muss stets gleich Ix + Iy sein (polares Trägheitsmoment bezüglich des Schwerpunkts). Diese Invariante wird auf der Ergebnisseite mit ausgegeben und eignet sich als Plausibilitätskontrolle.

Symmetrische Querschnitte

Besitzt der Querschnitt eine Symmetrieachse, die mit der x- oder y-Achse zusammenfällt, ist Ixy = 0 und die dargestellten Achsen xS/yS sind bereits die Hauptachsen. Bei einem unsymmetrischen Profil sind die Hauptachsen dagegen um den Winkel φ gegenüber xS/yS gedreht.

Beispiel: um 25° gedrehtes Rechteck 100 × 50 mm

Ein achsparalleles Rechteck 100 × 50 mm hat Ix = 1.041.666,667 mm⁴, Iy = 4.166.666,667 mm⁴ und Ixy = 0 – die Hauptachsen fallen bereits mit x/y zusammen (I1 = Iy, φ = 90°, da I1 stets die Achse mit dem größeren Wert kennzeichnet). Wird dieselbe Kontur um 25° um ihren Schwerpunkt gedreht, bleiben I1 = 4.166.666,667 mm⁴ und I2 = 1.041.666,667 mm⁴ unverändert, während sich der Hauptachsenwinkel um denselben Betrag auf φ = 115° verschiebt – die Hauptachsen sind eine Eigenschaft der Form und drehen sich mit ihr.

Gültigkeitsbereich

Unterstützt werden eine geschlossene, nicht selbstschneidende Außenkontur und eine vollständig darin liegende polygonale Innenkontur. Getrennte Teilflächen, Kreisbögen und DXF sind derzeit nicht enthalten.

FAQ

Häufige Fragen

Was sind Hauptträgheitsmomente?

Die Hauptträgheitsmomente I1 und I2 sind die Extremwerte (Maximum und Minimum), die das Flächenträgheitsmoment über alle möglichen Achsrichtungen durch den Schwerpunkt annehmen kann. I1 ist dabei der größere, I2 der kleinere Wert.

Was sind Hauptträgheitsachsen?

Die beiden zueinander senkrechten Schwerpunktachsen, für die das Produktträgheitsmoment Ixy verschwindet. Um diese Achsen treten die Extremwerte I1 und I2 auf.

Wie berechnet man den Hauptachsenwinkel?

Aus tan(2φ) = −2·Ixy/(Ix−Iy) ergeben sich zwei um 90° versetzte Kandidatenwinkel. Welcher der beiden zu I1 gehört, wird durch Einsetzen in die Rotationsgleichung des Flächenträgheitsmoments bestimmt, statt eine feste Vorzeichenregel zu unterstellen.

Wann ist Ixy = 0?

Wenn der Querschnitt mindestens eine Symmetrieachse besitzt, die mit der x- oder y-Achse zusammenfällt. In diesem Fall sind die dargestellten Achsen xS/yS bereits die Hauptachsen, und I1/I2 entsprechen Ix und Iy.

Warum sind Hauptachsen bei unsymmetrischen Profilen gedreht?

Weil die Flächenverteilung bezüglich der ursprünglichen x-/y-Achsen nicht symmetrisch ist. Erst nach Drehung um den Hauptachsenwinkel verschwindet das Produktträgheitsmoment, wodurch Biege- und Verformungsrichtung entkoppelt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Ix/Iy und I1/I2?

Ix und Iy beziehen sich auf die frei wählbaren, meist konstruktiv naheliegenden x-/y-Achsen. I1 und I2 sind die eindeutig bestimmten Extremwerte über alle Achsrichtungen und damit eine reine Eigenschaft der Querschnittsform, unabhängig von der ursprünglichen Achswahl.

Grundlagen

Technische und mathematische Quellen

Berechnungsgrundlage: Technische Mechanik und Flächenintegrale für Polygonquerschnitte; keine normative Bemessungsregel.