Welche Größen beschreiben den Zugfederkörper?
Drahtdurchmesser d, mittlerer Windungsdurchmesser D und federnde Windungszahl n bestimmen die Federrate des eng gewickelten Federkörpers. Die innere Vorspannkraft F₀ ist die Kraft, die zum Öffnen der aneinanderliegenden Windungen erforderlich ist. Erst oberhalb von F₀ verläuft die idealisierte Kennlinie mit F = F₀ + R·s. Ösen, Haken und andere Anschlüsse gehören nicht zum Körpermodell und müssen gesondert betrachtet werden.
So benutzt du den Rechner
Trage Drahtdurchmesser, mittleren Windungsdurchmesser, aktive Windungen und die innere Vorspannkraft der Zugfeder ein. Gib zusätzlich zwei Arbeitswege an, um die resultierende Zugkraft im genutzten Bereich zu ermitteln.
Schritt-für-Schritt-Beispiel
Eine höhere innere Vorspannkraft verschiebt die Kennlinie nach oben, ohne die Federrate des Körpers zu ändern.
So liest du Vorspannung, Arbeitskraft und Spannung
F₁ und F₂ sind die gesamten Federkräfte an den Wegen s₁ und s₂ – F₀ ist darin bereits enthalten und darf nicht noch einmal addiert werden. Die Federrate R beschreibt nur die Steigung nach dem Öffnen der Windungen. Die korrigierte Körperspannung bewertet den gewickelten Draht; sie sagt nichts über lokale Biege- und Torsionsspannungen der Öse aus. DIN EN 13906-2 weist außerdem darauf hin, dass innere Vorspannung durch Relaxation mit der Zeit abnehmen kann.
Durchmesser in Millimeter, Kraft in N, Weg in Millimeter, Spannung in MPa.
Typische Anwendungen
Auslegen einer Zugfeder für einen bekannten Kraft-Weg-Bereich, etwa bei Rückzugfedern, Spannmechanismen oder Türschließern.
Annahmen, Grenzen und typische Fehler
EN 13906-2; Ösen, Dauerfestigkeit und Fertigungstoleranzen separat nachweisen.
Typischer Fehler: Die innere Vorspannkraft nicht vergessen – anders als bei der Druckfeder beginnt die Zugfeder erst zu dehnen, nachdem diese Vorspannung überschritten ist; eine reine Federratenrechnung ohne Vorspannung unterschätzt die nötige Kraft am Anfang des Wegs. Die Ösen- oder Hakengeometrie wird von diesem Körperrechner nicht mit erfasst und ist oft die tatsächlich versagenskritische Stelle.
Häufige Fragen
Was ist die innere Vorspannkraft?
Sie entsteht beim Wickeln der Zugfeder, da die Windungen bereits im unbelasteten Zustand aneinander anliegen; erst eine äußere Kraft oberhalb dieser Vorspannung öffnet die Windungen und erzeugt Weg.
Warum versagen Zugfedern oft an der Öse statt im Federkörper?
Die Ösen- oder Hakengeometrie erzeugt lokale Spannungsüberhöhungen, die von der reinen Körperspannungsrechnung nach EN 13906-2 nicht erfasst werden und häufig die tatsächliche Lebensdauergrenze bestimmen.
Kann ich die innere Vorspannkraft nachträglich ändern?
Kaum ohne Neufertigung – sie wird beim Wickelprozess festgelegt und lässt sich am fertigen Bauteil praktisch nicht mehr gezielt anpassen.
Ist F₀ in den ausgegebenen Kräften bereits enthalten?
Ja. Für einen Arbeitsweg s gilt im Modell F = F₀ + R·s. F₀ darf deshalb nicht ein zweites Mal zur Ergebnisgröße F₁ oder F₂ addiert werden.
Bleibt die innere Vorspannkraft dauerhaft konstant?
Nicht zwingend. DIN EN 13906-2 beschreibt, dass die Federkräfte mit der Zeit kleiner werden können, wenn die innere Vorspannung durch Relaxation nachlässt; Temperatur und Werkstoffzustand sind dabei wichtig.