Busch 2006, Abschnitt 10.2 Genauigkeitsklasse

Messfehler aus der Genauigkeitsklasse

Die Klasse bezieht sich auf den Messbereichsendwert, nicht auf den gerade angezeigten Messwert.

MINTSI
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Eingaben

Größtmögliche prozentuale Abweichung bezogen auf den angezeigten Strom; bei kleiner Skalenanzeige steigt dieser Wert stark.

Auf der Skala angegebene Zahl; 1,5 bedeutet ±1,5 % des Messbereichsendwerts, nicht des Messwerts.

Oberer Skalenwert des tatsächlich eingestellten Strommessbereichs.

Abgelesener Stromwert, für den der relative Fehler beurteilt werden soll.

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Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

ΔImax = Klasse·IEnd/100; frel = 100·ΔImax/IAnzeige

Die Klasse bezieht sich auf den Messbereichsendwert, nicht auf den gerade angezeigten Messwert.

Eingaben verstehen
  • Maximaler relativer Fehler in %Größtmögliche prozentuale Abweichung bezogen auf den angezeigten Strom; bei kleiner Skalenanzeige steigt dieser Wert stark.
  • Genauigkeitsklasse in %Auf der Skala angegebene Zahl; 1,5 bedeutet ±1,5 % des Messbereichsendwerts, nicht des Messwerts.
  • Messbereichsendwert IEndOberer Skalenwert des tatsächlich eingestellten Strommessbereichs.
  • Angezeigter Messwert IAnzeigeAbgelesener Stromwert, für den der relative Fehler beurteilt werden soll.
Beispiel

Klasse 1,5 bei 200 A Endwert ergibt ±3 A; bei 50 A Anzeige sind das maximal ±6 %.

Annahmen und Grenzen

Klassenangabe eines analogen Zeigerinstruments mit endwertbezogener Fehlergrenze; Auflösung, Ablese-, Temperatur- und Anschlussfehler fehlen.

Fachartikel

Messfehler aus der Genauigkeitsklasse verstehen

Der Rechner zeigt, welche Fehlergrenze bei einem analogen Strommessgerät aus der aufgedruckten Genauigkeitsklasse folgt und warum ein zu großer Messbereich die Aussagekraft verschlechtert.

Was beschreibt diese Größe?

Die Genauigkeitsklasse ist ein Prozentwert des Messbereichsendwerts. Die absolute Grenze bleibt deshalb über die ganze Skala gleich; relativ zum angezeigten Wert wird sie bei kleinem Ausschlag immer größer.

Formel und Variablen

ΔImax = Klasse·IEnd/100; frel = 100·ΔImax/IAnzeige

  • ΔImax = (Klasse/100)·IEnd
  • frel = ΔImax/IAnzeige
Symbol / EingabeBedeutung
Maximaler relativer Fehler in %Größtmögliche prozentuale Abweichung bezogen auf den angezeigten Strom; bei kleiner Skalenanzeige steigt dieser Wert stark.
Genauigkeitsklasse in %Auf der Skala angegebene Zahl; 1,5 bedeutet ±1,5 % des Messbereichsendwerts, nicht des Messwerts.
Messbereichsendwert IEndOberer Skalenwert des tatsächlich eingestellten Strommessbereichs.
Angezeigter Messwert IAnzeigeAbgelesener Stromwert, für den der relative Fehler beurteilt werden soll.

Eingaben richtig wählen

Die Klasse steht auf der Instrumentenskala. IEnd ist der Endwert des tatsächlich gewählten Bereichs, nicht die maximale Gerätefähigkeit. IAnzeige ist der abgelesene Wert ohne vorweggenommene Korrektur.

So benutzt du den Rechner

Wähle zuerst den aktiven Messbereich und lies dessen Endwert ab. Trage Klasse und Anzeige ein. Nutze die absolute Grenze ΔImax=Klasse·IEnd zur Ergebnisangabe und den relativen Fehler zur Wahl eines besser passenden Bereichs.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Klasse 1,5 und 200 A ergeben ΔImax=3 A. Bei 50 A Anzeige entspricht das ±6 %; bei 150 A wären es nur ±2 %.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Ein hoher relativer Wert bedeutet nicht, dass das Gerät defekt ist, sondern dass die Skala schlecht ausgenutzt wird. Busch empfiehlt deshalb eine Anzeige im oberen Skalendrittel.

Klasse und Ergebnis werden in Prozent angegeben; Endwert und Anzeige müssen dieselbe Stromeinheit verwenden.

Passender nächster Rechenschritt

Ein Strommessbereich wird durch einen parallel zum Messwerk dimensionierten Shunt erweitert; unbekannte Widerstände lassen sich mit der Wheatstone-Brücke bestimmen.

Typische Anwendungen

Auswahl des Messbereichs im Labor, Plausibilisierung alter Schalttafelinstrumente und Einführung in Messunsicherheit.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Gilt für endwertbezogene Klassen analoger Instrumente. Digitale Angaben wie ±(% vom Messwert + Digits), Auflösung, Parallaxe und Umgebungsbedingungen benötigen ein anderes Modell.

Typischer Fehler: Die Klasse nicht direkt auf die Anzeige anwenden. Klasse 1,5 bedeutet nicht automatisch ±1,5 % des angezeigten Werts.

Häufige Fragen

Wofür ist „Messfehler aus der Genauigkeitsklasse“ gedacht?

Auswahl des Messbereichs im Labor, Plausibilisierung alter Schalttafelinstrumente und Einführung in Messunsicherheit.

Woher kommen die Eingabewerte?

Die Klasse steht auf der Instrumentenskala. IEnd ist der Endwert des tatsächlich gewählten Bereichs, nicht die maximale Gerätefähigkeit. IAnzeige ist der abgelesene Wert ohne vorweggenommene Korrektur.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Gilt für endwertbezogene Klassen analoger Instrumente. Digitale Angaben wie ±(% vom Messwert + Digits), Auflösung, Parallaxe und Umgebungsbedingungen benötigen ein anderes Modell.

Quellen, Methodik und Review

  • Rudolf Busch, Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer und Verfahrenstechniker, 4th ed. 2006, Abschnitt 10.2, Genauigkeitsklasse (local chapter PDF)

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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Zuletzt aktualisiert
2026-09-16