Mb = F/4·(t+b); σb = Mb/Wb

Biegespannung eines Gabelbolzens

Ein Gabelbolzen ist nie reiner Scherbeanspruchung ausgesetzt; die verteilte Auflagerung an Gabel und Stange erzeugt zusätzlich ein Biegemoment, das bei schlanken Bolzen maßgebend werden kann.

MINTSI
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Eingaben

Maximale Biegespannung im Bolzenquerschnitt zwischen Gabel und Stange.

Über den Bolzen übertragene Querkraft.

Dicke je Gabelschenkel (Annahme: beide Schenkel gleich dick).

Breite des mittleren Stangenauges zwischen den Gabelschenkeln.

Durchmesser des Gabelbolzens.

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Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

Mb = F/4 · (t + b); Wb = π·d³/32; σb = Mb/Wb

Ein Gabelbolzen ist nie reiner Scherbeanspruchung ausgesetzt; die verteilte Auflagerung an Gabel und Stange erzeugt zusätzlich ein Biegemoment, das bei schlanken Bolzen maßgebend werden kann.

Eingaben verstehen
  • Biegespannung σbMaximale Biegespannung im Bolzenquerschnitt zwischen Gabel und Stange.
  • Gelenkkraft FÜber den Bolzen übertragene Querkraft.
  • Gabelschenkeldicke tDicke je Gabelschenkel (Annahme: beide Schenkel gleich dick).
  • Stangenaugenbreite bBreite des mittleren Stangenauges zwischen den Gabelschenkeln.
  • Bolzendurchmesser dDurchmesser des Gabelbolzens.
Beispiel

5.000 N, 10 mm Gabelschenkeldicke, 20 mm Stangenaugenbreite und 16 mm Bolzendurchmesser ergeben Mb = 37,5 N·m und σb ≈ 93,3 MPa.

Annahmen und Grenzen

Idealisiertes Modell mit Spielpassung an Gabel und Stange und gleichmäßig verteilter Auflagerlast je Bauteil (Bild „Querbelastete Bolzenverbindung“); Presssitze, Gelenkspiel und reale Lastverteilung verschieben Betrag und Ort des maximalen Biegemoments.

Fachartikel

Biegespannung eines Gabelbolzens verstehen

Der Rechner bestimmt die maximale Biegespannung eines zweischnittigen Gabelbolzens aus Gelenkkraft, Gabelschenkeldicke, Stangenaugenbreite und Bolzendurchmesser.

Was beschreibt diese Größe?

Ein Gabelbolzen ist nie reiner Scherbeanspruchung ausgesetzt: Die verteilte Auflagerung an den Gabelschenkeln und dem Stangenauge erzeugt zusätzlich ein Biegemoment. Bei Spielpassung an beiden Bauteilen ergibt sich das maximale Biegemoment zu Mb = F/4·(t+b), mit dem Widerstandsmoment Wb = π·d³/32 und der Biegespannung σb = Mb/Wb.

Man kann sich den Bolzen wie einen kurzen, beidseitig auf den Gabelschenkeln gelagerten Balken vorstellen, der in der Mitte durch das Stangenauge belastet wird – ähnlich einem einfachen Biegebalken auf zwei Stützen mit einer Einzellast in der Mitte, nur dass hier die Lasteinleitung selbst über eine gewisse Breite verteilt erfolgt.

Formel und Variablen

Mb = F/4 · (t + b); Wb = π·d³/32; σb = Mb/Wb

  • Mb = F/4·(t+b)
  • Wb = π·d³/32
  • σb = Mb/Wb
Symbol / EingabeBedeutung
Biegespannung σbMaximale Biegespannung im Bolzenquerschnitt zwischen Gabel und Stange.
Gelenkkraft FÜber den Bolzen übertragene Querkraft.
Gabelschenkeldicke tDicke je Gabelschenkel (Annahme: beide Schenkel gleich dick).
Stangenaugenbreite bBreite des mittleren Stangenauges zwischen den Gabelschenkeln.
Bolzendurchmesser dDurchmesser des Gabelbolzens.

Eingaben richtig wählen

Gelenkkraft F, Gabelschenkeldicke t, Stangenaugenbreite b und Bolzendurchmesser d bestimmen die maximale Biegespannung.

So benutzt du den Rechner

Gib Kraft, Gabelschenkeldicke, Stangenaugenbreite und Bolzendurchmesser ein, um die Biegespannung zu prüfen. Vergleiche das Ergebnis mit der zulässigen Biegespannung des Bolzenwerkstoffs und zusätzlich mit dem Scher- und Flächenpressungsnachweis.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

5.000 N, 10 mm Gabelschenkeldicke, 20 mm Stangenaugenbreite und 16 mm Bolzendurchmesser ergeben Mb = 37,5 N·m und σb ≈ 93,3 MPa.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Eine Biegespannung von 93,3 MPa liegt bei diesem Bolzendurchmesser bereits in einer Größenordnung, die bei vielen Stählen einen spürbaren Anteil der zulässigen Biegespannung ausmacht – deutlich höher als die zugehörige Scherspannung von rund 12,4 MPa für dieselbe Geometrie, was zeigt, dass hier die Biegung und nicht das Abscheren die Auslegung bestimmt.

Kraft wird in N angegeben, Längen in mm und die resultierende Spannung in MPa (N/mm²).

Warum ein Gabelbolzen nie rein auf Abscheren beansprucht wird

Eine ideale Scherbeanspruchung würde voraussetzen, dass die Last an Gabel und Stange jeweils exakt in einer unendlich dünnen Ebene angreift. Tatsächlich verteilt sich die Last aber über die endliche Dicke der Gabelschenkel und die Breite des Stangenauges, wodurch sich der Bolzen wie ein kurzer, beidseitig gelagerter Balken verhält und zusätzlich zur Scherspannung eine Biegespannung entsteht. Je größer der Abstand zwischen den Lasteinleitungspunkten im Verhältnis zum Bolzendurchmesser, desto stärker dominiert die Biegespannung gegenüber der Scherspannung – ein schlanker, langer Bolzen ist deshalb biegekritischer als ein kurzer, dicker.

Typische Anwendungen

Die Berechnung wird bei der Auslegung und Überprüfung von Gabelgelenken an Hydraulikzylindern, Lenkgestängen, Kipphebeln und ähnlichen Konstruktionen verwendet, bei denen ein Bolzen zwischen einer Gabel und einer Stange Kräfte quer zu seiner Achse überträgt.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Das Modell setzt Spielpassung an beiden Bauteilen und eine gleichmäßig über Gabelschenkel und Stangenauge verteilte Auflagerlast voraus (idealisiertes Modell nach Bild „Querbelastete Bolzenverbindung“). Bei Presssitz an Gabel oder Stange verschiebt sich sowohl Betrag als auch Ort des maximalen Biegemoments; reales Spiel im Gelenk kann die Lasteinleitung zusätzlich verändern.

Typischer Fehler: Ein häufiger Fehler ist, einen Gabelbolzen ausschließlich auf Abscheren statt auch auf Biegung zu prüfen, obwohl bei schlanken Bolzen mit größerem Schenkel- oder Augenabstand die Biegespannung häufig maßgebend wird. Ebenso wird manchmal übersehen, dass unterschiedliche Passungen (Preßsitz statt Spielsitz) das idealisierte Biegemoment verändern.

Häufige Fragen

Warum entsteht überhaupt eine Biegespannung im Bolzen?

Weil die Last nicht in einer Ebene, sondern verteilt über die Gabelschenkel- und Stangenaugenbreite angreift, wodurch der Bolzen wie ein kurzer Biegebalken wirkt; siehe den Abschnitt weiter oben.

Wann dominiert Biegung gegenüber Abscheren?

Bei schlanken Bolzen mit großem Abstand zwischen den Auflagerbereichen im Verhältnis zum Durchmesser; kurze, dicke Bolzen sind eher scherkritisch.

Ändert sich das Biegemoment bei Presssitz?

Ja, bei Presssitz an Gabel oder Stange statt Spielsitz verschiebt sich das idealisierte Biegemoment auf andere Werte, wie in der Quellenliteratur für die jeweilige Passungskombination angegeben.

Reicht die Biegeprüfung allein für einen vollständigen Nachweis?

Nein, zusätzlich müssen Abscherspannung und Flächenpressung an Gabel und Stange geprüft werden.

Wie verringere ich die Biegespannung bei gegebener Kraft?

Durch einen größeren Bolzendurchmesser (wirkt mit der dritten Potenz auf das Widerstandsmoment), eine geringere Gabelschenkeldicke oder Stangenaugenbreite, oder eine engere Anordnung von Gabel und Stange.