Busch 2006, Abschnitt 8.4.3.3, Gl. (8.65) Kloßsche Näherungsgleichung

Drehmomentverhältnis eines Asynchronmotors (Kloßsche Formel)

Die Kloßsche Formel beschreibt die M-s-Kennlinie eines Asynchronmotors allein aus dem Verhältnis von Schlupf zu Kippschlupf, ohne Ersatzschaltbilddaten.

MINTSI
01

Eingaben

Verhältnis des Drehmoments beim betrachteten Schlupf zum Kippmoment; erreicht sein Maximum 1 bei s=sk.

Betriebsschlupf des Motors im betrachteten Punkt.

Schlupf, bei dem der Motor sein maximales Drehmoment (Kippmoment) entwickelt.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

M/Mk = 2 / (s/sk + sk/s)

Die Kloßsche Formel beschreibt die M-s-Kennlinie eines Asynchronmotors allein aus dem Verhältnis von Schlupf zu Kippschlupf, ohne Ersatzschaltbilddaten.

Eingaben verstehen
  • Drehmomentverhältnis M/MkVerhältnis des Drehmoments beim betrachteten Schlupf zum Kippmoment; erreicht sein Maximum 1 bei s=sk.
  • Schlupf sBetriebsschlupf des Motors im betrachteten Punkt.
  • Kippschlupf skSchlupf, bei dem der Motor sein maximales Drehmoment (Kippmoment) entwickelt.
Beispiel

s=0,04 und sk=0,2 ergeben M/Mk=2/(0,2+5)=0,385.

Annahmen und Grenzen

Vereinfachtes Ersatzschaltbild ohne Ständerwiderstand (gültig vor allem für größere Maschinen); Sättigung, Stromverdrängung und Anlaufvorgänge fehlen.

Fachartikel

Drehmomentverhältnis eines Asynchronmotors (Kloßsche Formel) verstehen

Der Rechner bestimmt das Verhältnis des Drehmoments zum Kippmoment eines Asynchronmotors bei einem beliebigen Schlupf, ohne dass Ersatzschaltbildwerte bekannt sein müssen.

Was beschreibt diese Größe?

Die Kloßsche Näherungsformel beschreibt die Drehmoment-Schlupf-Kennlinie allein über das Verhältnis von Betriebsschlupf s zu Kippschlupf sk: M/Mk=2/(s/sk+sk/s). Bei s=sk wird das Maximum M/Mk=1 erreicht.

Formel und Variablen

M/Mk = 2 / (s/sk + sk/s)

  • M/Mk = 2/(s/sk + sk/s)
Symbol / EingabeBedeutung
Drehmomentverhältnis M/MkVerhältnis des Drehmoments beim betrachteten Schlupf zum Kippmoment; erreicht sein Maximum 1 bei s=sk.
Schlupf sBetriebsschlupf des Motors im betrachteten Punkt.
Kippschlupf skSchlupf, bei dem der Motor sein maximales Drehmoment (Kippmoment) entwickelt.

Eingaben richtig wählen

s ist der Betriebsschlupf im betrachteten Punkt, sk der Kippschlupf, bei dem der Motor sein maximales Drehmoment entwickelt.

So benutzt du den Rechner

s aus Drehzahlmessung und Synchrondrehzahl bestimmen ((ns−n)/ns); sk aus dem Datenblatt oder aus dem Verhältnis von Kipp- zu Nennmoment ableiten.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

s=0,04 und sk=0,2 ergeben M/Mk=2/(0,2+5)=0,385.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Für s≪sk verläuft die Kennlinie näherungsweise linear (stabiler Betriebsbereich); für s≫sk sinkt das Drehmoment wieder ab.

s und sk sind dimensionslose Schlupfwerte zwischen 0 und 1. M/Mk ist dimensionslos.

Passender nächster Rechenschritt

Für Synchrondrehzahl und Schlupf aus Frequenz und Polpaarzahl siehe Schlupf eines Asynchronmotors.

Typische Anwendungen

Abschätzung des Drehmoments eines Asynchronmotors bei einem beliebigen Betriebspunkt ohne vollständiges Ersatzschaltbild, Lehre zur Kennlinienform.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Vereinfachtes Ersatzschaltbild ohne Ständerwiderstand, gültig vor allem für größere Maschinen; Sättigung, Stromverdrängung im Läufer und Anlaufvorgänge fehlen.

Typischer Fehler: sk nicht mit dem Nennschlupf verwechseln; der Kippschlupf liegt deutlich über dem normalen Betriebsschlupf.

Häufige Fragen

Wofür ist „Drehmomentverhältnis eines Asynchronmotors (Kloßsche Formel)“ gedacht?

Abschätzung des Drehmoments eines Asynchronmotors bei einem beliebigen Betriebspunkt ohne vollständiges Ersatzschaltbild, Lehre zur Kennlinienform.

Woher kommen die Eingabewerte?

s ist der Betriebsschlupf im betrachteten Punkt, sk der Kippschlupf, bei dem der Motor sein maximales Drehmoment entwickelt.

Was bildet das Ergebnis nicht ab?

Vereinfachtes Ersatzschaltbild ohne Ständerwiderstand, gültig vor allem für größere Maschinen; Sättigung, Stromverdrängung im Läufer und Anlaufvorgänge fehlen.

Quellen, Methodik und Review

  • Rudolf Busch, Elektrotechnik und Elektronik für Maschinenbauer, 4. Auflage 2006, Abschnitt 8.4.3.3, Gl. (8.65) (lokale Kapitel-PDF)
  • Kloßsche Gleichung – Wikipedia

Die methodischen Grundsätze, Quellenhierarchie und automatisierten Prüfungen sind auf der Methodikseite dokumentiert. Methodik ansehen

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NormCalc-Redaktion
Zuletzt aktualisiert
2026-09-17