Berechne Federmomentrate, Momente und Biegespannungen einer zylindrischen Schraubendrehfeder aus Runddraht nach EN 13906-3.
EN13906-3
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Ergebnisse
ƒ(x)
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Eingaben und Rechenweg
Drehfeder-/Schenkelfeder-Rechner nach DIN EN 13906-3
Bestimme Federmomentrate, Drehmoment und Biegespannung einer Schraubendrehfeder aus Drahtdurchmesser, Windungsdurchmesser, Windungszahl und zwei Drehwinkeln.
Eingaben
Drahtdurchmesser d, mittlerer Windungsdurchmesser D, Anzahl federnder Windungen n sowie zwei Drehwinkel α₁ und α₂ gegenüber der unbelasteten Lage werden benötigt; zusätzlich, ob die Belastung die Windungen öffnet oder schließt.
Bei einer Drehfeder liegt die höchste Biegespannung an der Innenseite des Drahtes. Schenkelwinkel und Einspannung bestimmen das reale Moment, weil Reibung oder Kontakt die ideale freie Kennlinie verändern können.
Zusammenhang
Die Federmomentrate folgt aus RM = E·d⁴/(3667·D·n); das Moment bei jedem Winkel ist M(α) = RM·α. Die nominelle Biegespannung σ = 32·M/(π·d³) wird bei öffnender Belastung mit dem Krümmungsfaktor q = (w+0,07)/(w−0,75) korrigiert, wobei w = D/d das Wickelverhältnis ist.
Beispiel
d = 2 mm, D = 16 mm (w = 8), n = 6, Werkstoff EN 10270-1 (E = 206.000 MPa), α₁ = 20°, α₂ = 90°: RM = 206.000·2⁴/(3667·16·6) = 9,363 N·mm/°. M(α₂) = 9,363·90 = 842,7 N·mm. σ(α₂) = 32·842,7/(π·2³) = 1072,9 MPa, korrigiert mit q = (8+0,07)/(8−0,75) = 1,113 auf σk(α₂) = 1194,2 MPa.
Quellen und Grenzen: DIN EN 13906-3:2014-06, Gleichungen für Federmomentrate, Moment und Biegespannung mit Krümmungskorrektur (Bezeichnungen wie in der Norm).
Fachartikel
Drehfeder-/Schenkelfeder-Rechner nach DIN EN 13906-3 im Detail
Bestimme Federmomentrate, Drehmoment und Biegespannung einer Schraubendrehfeder aus Drahtdurchmesser, Windungsdurchmesser, Windungszahl und zwei Drehwinkeln.
Auf welche Beanspruchung wird eine Drehfeder ausgelegt?
Eine Schraubendrehfeder wird über ihre Schenkel um die Wickelachse verdreht und speichert die Energie als Biegung des gewickelten Drahtes – nicht als Torsion, wie der deutsche Name vermuten lässt. Die höchste Spannung liegt an der Innenfaser des Drahtes, wo sich Biegespannung und ein Krümmungseinfluss überlagern, der bei öffnender Belastung (Wickelrichtung wird aufgeweitet) größer ausfällt als bei schließender. Dieser Rechner bildet ausschließlich den Federkörper ab: Drahtdurchmesser d, mittlerer Windungsdurchmesser D, Windungszahl n und die beiden Drehwinkel α₁/α₂ bestimmen Momentrate, Moment und Biegespannung – Schenkelbiegung, Einspannung und Reibung sind gesonderte Nachweise.
Formel und Variablen
RM = E·d⁴ / (3667·D·n)
M(α) = RM·α
σ = 32·M / (π·d³)
q = (w + 0,07) / (w − 0,75), w = D/d
σk = q·σ (nur bei öffnender Belastung)
Symbol / Eingabe
Bedeutung
RM
Federmomentrate in N·mm pro Grad Verdrehwinkel.
E
Elastizitätsmodul des Federdrahts, z. B. 206.000 MPa für EN 10270-1/-2, 180.000 MPa für EN 10270-3.
d
Drahtdurchmesser des runden Federdrahts in mm.
D
Mittlerer Windungsdurchmesser (Drahtmitte zu Drahtmitte) in mm.
n
Anzahl der federnd wirksamen Windungen.
α
Drehwinkel gegenüber der unbelasteten Lage in Grad.
M(α)
Federmoment beim jeweiligen Drehwinkel in N·mm.
σ
Nominelle Biegespannung ohne Krümmungskorrektur in MPa.
w
Wickelverhältnis w = D/d, gültig im Rechner für 4 ≤ w ≤ 20.
q
Krümmungsfaktor der Biegespannung nach EN 13906-3, angewendet bei öffnender Belastung.
Eingaben richtig wählen
Drahtdurchmesser d, mittlerer Windungsdurchmesser D, Anzahl federnder Windungen n sowie zwei Drehwinkel α₁ und α₂ gegenüber der unbelasteten Lage werden benötigt; zusätzlich, ob die Belastung die Windungen öffnet oder schließt. Bei einer Drehfeder liegt die höchste Biegespannung an der Innenseite des Drahtes. Schenkelwinkel und Einspannung bestimmen das reale Moment, weil Reibung oder Kontakt die ideale freie Kennlinie verändern können.
So benutzt du den Rechner
Drahtdurchmesser d, mittleren Windungsdurchmesser D, Anzahl federnder Windungen n sowie die beiden Drehwinkel α₁ und α₂ eintragen. Angeben, ob die Last die Windungen öffnet oder schließt – das legt fest, ob der Krümmungsfaktor angewendet wird.
Schritt-für-Schritt-Beispiel
d = 2 mm, D = 16 mm (w = 8), n = 6, Werkstoff EN 10270-1 (E = 206.000 MPa), α₁ = 20°, α₂ = 90°: RM = 206.000·2⁴/(3667·16·6) = 9,363 N·mm/°. M(α₂) = 9,363·90 = 842,7 N·mm. σ(α₂) = 32·842,7/(π·2³) = 1072,9 MPa, korrigiert mit q = (8+0,07)/(8−0,75) = 1,113 auf σk(α₂) = 1194,2 MPa.
Wie liest du Momentrate und Spannung?
Die Federmomentrate RM ist über den linearen Bereich konstant – das Moment M(α) wächst proportional zum Drehwinkel, ähnlich wie bei einer Druckfeder die Kraft proportional zum Federweg wächst. Die ausgewiesene Biegespannung ist bereits um den Krümmungsfaktor q korrigiert, wenn die Belastung die Windungen öffnet; bei schließender Belastung entfällt diese Korrektur, weil sich Windungs- und damit Innendurchmesser dabei verkleinern statt vergrößern und die Norm für diesen Fall keinen pauschalen Korrekturfaktor angibt. Ob die korrigierte Spannung zulässig ist, hängt vom tatsächlichen Rm-Wert des verwendeten Drahtes ab – dieser Rechner vergleicht nicht automatisch gegen eine Werkstofffestigkeit.
Durchmesser in Millimeter, Moment in N·mm, Momentrate in N·mm/°, Winkel in Grad, Spannung in MPa.
Typische Anwendungen
Auslegen einer Drehfeder für ein bekanntes Moment-Winkel-Verhältnis, etwa bei Rückstellhebeln, Klappen, Scharnieren, Rastmechanismen oder Spannarmen.
Annahmen, Grenzen und typische Fehler
DIN EN 13906-3:2014-06, Gleichungen für Federmomentrate, Moment und Biegespannung mit Krümmungskorrektur (Bezeichnungen wie in der Norm).
Typischer Fehler: Die Wickelrichtung nicht vernachlässigen – eine Drehfeder ist üblicherweise nur für eine Belastungsrichtung ausgelegt; Last in Gegenrichtung öffnet oder schließt die Windungen anders als vorgesehen und kann die zulässige Spannung überschreiten oder den Windungsdurchmesser unzulässig verändern. Reibung an Dorn oder Führung wird von der reinen Kennlinienrechnung nicht erfasst und macht das real nötige Moment größer als den theoretischen Wert. Die berechnete Spannung nicht ungeprüft als zulässig ansehen – sie ist erst mit dem Rm-Wert des tatsächlich verwendeten Drahtes (siehe Federdraht-Festigkeitsrechner) zu bewerten.
Häufige Fragen
Wie berechnet man das Drehmoment einer Schenkelfeder?
Aus der Federmomentrate RM = E·d⁴/(3667·D·n) und dem Drehwinkel α über M(α) = RM·α – im linearen Bereich der Kennlinie proportional zum Winkel.
Was ist die Federmomentrate einer Drehfeder?
Die Steigung der Moment-Winkel-Kennlinie: das zusätzliche Moment je Grad Verdrehung. Sie hängt mit der vierten Potenz vom Drahtdurchmesser ab, aber nur linear von Windungsdurchmesser und -zahl.
Wird eine Drehfeder auf Torsion oder auf Biegung beansprucht?
Auf Biegung. Trotz des Namens "Drehfeder" wird der Draht beim Verdrehen der Schenkel gebogen, nicht auf Torsion beansprucht – die Spannungsformel σ = 32M/(πd³) ist deshalb eine Biege-, keine Torsionsgleichung.
Warum ändert sich der Innendurchmesser beim Spannen?
Beim Verdrehen wird der Draht länger und dünner (öffnende Belastung) oder kürzer und dicker (schließende Belastung), wodurch sich Windungs- und Innendurchmesser entsprechend verändern. Bei öffnender Belastung sinkt der Innendurchmesser während der Draht sich gleichzeitig gegen den Führungsdorn bewegt.
Sollte eine Drehfeder im Wickelsinn belastet werden?
Eine Drehfeder soll grundsätzlich nur in der Richtung belastet werden, für die sie gewickelt wurde – meist so, dass sich die Windungen beim Arbeiten öffnen, weil die Norm dafür den Krümmungsfaktor definiert. Belastung in Gegenrichtung ist normativ nicht abgedeckt und kann zu unkontrolliertem Verhalten führen.
Wie unterscheiden sich Drehfeder und Drehstabfeder?
Diese gewickelte Drehfeder (dieser Rechner) speichert Energie als Biegung eines gewickelten Drahtes und wird über Schenkel belastet. Eine Drehstabfeder ist ein gerader Stab, der auf reiner Torsion beansprucht wird – mechanisch und rechnerisch ein anderes Bauteil.
Einsatz
Wofür dieser Rechner da ist
Der Rechner bildet die lineare Moment-Winkel-Kennlinie des Federkörpers zwischen zwei Arbeitspunkten ab und berücksichtigt beim Öffnen der Windungen den Krümmungseinfluss.
Abgrenzung
Was zusätzlich geprüft werden muss
Schenkelbiegung, Einspannung, Reibung, Hysterese und ein vollständiger dynamischer Nachweis sind nicht enthalten und müssen konstruktiv ergänzt werden.
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