L = k·di^0,67 (Richtwert, AD2000-HP100R)

Stützweite waagerecht verlegter Rohrleitungen

Ein leeres, ungedämmtes Rohr (k = 0,3) verträgt eine größere Stützweite als ein gefülltes und gedämmtes Rohr (k = 0,2), weil dessen Eigengewicht deutlich höher ist.

MINTSI
01

Eingaben

Empfohlener Höchstabstand zweier Unterstützungspunkte.

0,3 für leeres, ungedämmtes Rohr; 0,2 für gefülltes (Wasser) und gedämmtes Rohr.

Innendurchmesser nach der verwendeten Rohrnorm.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

L = k · di^0,67 (di in mm, L in m)

Ein leeres, ungedämmtes Rohr (k = 0,3) verträgt eine größere Stützweite als ein gefülltes und gedämmtes Rohr (k = 0,2), weil dessen Eigengewicht deutlich höher ist.

Eingaben verstehen
  • Stützweite LEmpfohlener Höchstabstand zweier Unterstützungspunkte.
  • Ausführungsbeiwert k0,3 für leeres, ungedämmtes Rohr; 0,2 für gefülltes (Wasser) und gedämmtes Rohr.
  • Rohrinnendurchmesser diInnendurchmesser nach der verwendeten Rohrnorm.
Beispiel

k = 0,3 und di = 100 mm ergeben L ≈ 6,56 m.

Annahmen und Grenzen

Erfahrungsrichtwert für gerade Abschnitte ohne Einzellasten wie Armaturen oder Abzweige; verbindlich sind die zulässigen Stützweiten nach AD2000-Merkblatt HP100R.

Fachartikel

Stützweite waagerecht verlegter Rohrleitungen verstehen

Der Rechner schätzt den überschlägigen Abstand der Unterstützungspunkte einer waagerecht verlegten, geraden Stahlrohrleitung aus dem Rohrinnendurchmesser ab.

Was beschreibt diese Größe?

Die Faustformel L = k·di^0,67 (mit di in mm und L in m) liefert einen Richtwert für die Stützweite waagerechter Stahlrohrleitungen, abhängig vom Ausführungsbeiwert k. Ein leeres, ungedämmtes Rohr (k = 0,3) verträgt eine größere Stützweite als ein gefülltes und gedämmtes Rohr (k = 0,2), weil dessen Eigengewicht deutlich höher ist.

Man kann sich das wie die Durchhangbegrenzung einer Wäscheleine vorstellen: Ein schwereres, nasses Wäschestück (gefülltes, gedämmtes Rohr) benötigt engere Aufhängepunkte, um denselben Durchhang wie ein leichtes, trockenes Stück (leeres, ungedämmtes Rohr) zu vermeiden.

Formel und Variablen

L = k · di^0,67 (di in mm, L in m)

  • L = k · di^0,67 (di in mm, L in m)
  • di = (L/k)^(1/0,67)
  • k = L / di^0,67
Symbol / EingabeBedeutung
Stützweite LEmpfohlener Höchstabstand zweier Unterstützungspunkte.
Ausführungsbeiwert k0,3 für leeres, ungedämmtes Rohr; 0,2 für gefülltes (Wasser) und gedämmtes Rohr.
Rohrinnendurchmesser diInnendurchmesser nach der verwendeten Rohrnorm.

Eingaben richtig wählen

k ist der Ausführungsbeiwert (0,3 für leeres, ungedämmtes Rohr; 0,2 für gefülltes und gedämmtes Rohr) und di der Rohrinnendurchmesser nach der verwendeten Rohrnorm.

So benutzt du den Rechner

Wähle k entsprechend dem Betriebszustand (leer/gefüllt, gedämmt/ungedämmt) und trage di ein, um die empfohlene Stützweite L zu erhalten.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

k = 0,3 und di = 100 mm ergeben L = 0,3 · 100^0,67 ≈ 6,56 m.

Ergebnis und Einheiten verstehen

L ≈ 6,56 m ist der überschlägig empfohlene Höchstabstand zweier Unterstützungspunkte für dieses leere, ungedämmte Rohr. Für die verbindliche Auslegung sind die zulässigen Stützweiten nach AD2000-Merkblatt HP100R heranzuziehen.

di wird in mm, L in m angegeben; k ist dimensionslos. Die Formel ist ausdrücklich nur für di in mm und L in m definiert.

Warum di in mm und L in m eingesetzt wird

Wie schon bei der Kehlnahtdicken-Faustformel handelt es sich um eine empirische, nicht dimensionshomogene Gleichung: Der Exponent 0,67 und der Ausführungsbeiwert k wurden speziell für di in Millimetern und L in Metern kalibriert. Würde man di in einer anderen Einheit einsetzen, ergäbe sich ein falscher Zahlenwert für L, weil die Potenzfunktion nicht linear mit der Einheit skaliert. Dieser Rechner rechnet daher intern immer mit di in Millimetern, unabhängig von der am Eingabefeld gewählten Anzeigeeinheit.

Typische Anwendungen

Die Faustformel wird in der Vorentwurfsphase von Rohrleitungssystemen verwendet, um schnell eine sinnvolle Anzahl und Anordnung von Rohrhalterungen für gerade Abschnitte abzuschätzen.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Der Richtwert gilt für gerade Abschnitte waagerecht verlegter Stahlrohrleitungen ohne Einzellasten wie Armaturen, Abzweige oder Kompensatoren. Er ersetzt nicht die verbindliche Stützweitenberechnung nach AD2000-Merkblatt HP100R, die zusätzliche Faktoren wie Durchbiegungsgrenze und zulässige Biegespannung berücksichtigt.

Typischer Fehler: Ein häufiger Fehler ist, den Rohraußendurchmesser statt des Innendurchmessers di einzusetzen, oder den Wert k unabhängig vom tatsächlichen Betriebszustand (leer/gefüllt) pauschal zu wählen.

Häufige Fragen

Welchen k-Wert wähle ich für ein wassergefülltes, gedämmtes Rohr?

k = 0,2, da das höhere Eigengewicht durch Füllung und Dämmung eine engere Stützweite erfordert.

Ist L eine verbindliche Vorgabe?

Nein, es ist ein überschlägiger Richtwert; die verbindlichen zulässigen Stützweiten sind AD2000-Merkblatt HP100R zu entnehmen.

Gilt die Formel auch für senkrechte Rohrabschnitte?

Nein, sie gilt ausdrücklich für waagerecht verlegte, gerade Stahlrohrleitungen; senkrechte Abschnitte haben andere Halterungsanforderungen.

Was, wenn im Abschnitt eine Armatur oder ein Abzweig sitzt?

Dann ist zusätzlich eine Einzellast zu berücksichtigen, die über die reine Faustformel hinausgeht und gesondert nachzuweisen ist.

Warum sinkt L nicht proportional zum Durchmesser?

Weil der Exponent 0,67 kleiner als 1 ist: Größere Rohre gewinnen an Steifigkeit unterproportional zu ihrem zusätzlichen Eigengewicht, sodass die Stützweite mit wachsendem Durchmesser degressiv zunimmt.