FJ ≈ E · α · ΔJ · A
Die Kraft hängt nicht von der Rohrlänge ab, sondern nur vom Wandquerschnitt, dem Werkstoff und der Temperaturänderung – deshalb sind Dehnungsausgleicher oder Rohrschleifen nötig, wenn diese Kraft zu groß wird.
Die Kraft hängt nicht von der Rohrlänge ab, sondern nur vom Wandquerschnitt, dem Werkstoff und der Temperaturänderung – deshalb sind Dehnungsausgleicher oder Rohrschleifen nötig, wenn diese Kraft zu groß wird.
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Die Kraft hängt nicht von der Rohrlänge ab, sondern nur vom Wandquerschnitt, dem Werkstoff und der Temperaturänderung – deshalb sind Dehnungsausgleicher oder Rohrschleifen nötig, wenn diese Kraft zu groß wird.
E = 210 GPa, α = 12 µm/(m·K), ΔJ = 80 K und A = 500 mm² ergeben FJ ≈ 100,8 kN.
Setzt eine vollständig starre Einspannung ohne jede Nachgiebigkeit der Festpunkte oder Kompensation durch Dehnungsausgleicher voraus; in der Praxis wirkt meist eine kleinere Kraft.
Der Rechner bestimmt die axiale Kraft auf die Festpunkte einer vollständig an der Wärmedehnung gehinderten geraden Rohrleitung aus Elastizitätsmodul, Ausdehnungskoeffizient, Temperaturänderung und Wandquerschnitt.
Wird die freie Wärmedehnung einer Rohrleitung vollständig unterbunden (starre Festpunkte, kein Dehnungsausgleicher), entsteht eine axiale Zwängungskraft FJ ≈ E·α·ΔJ·A. Bemerkenswert ist, dass diese Kraft nicht von der Rohrlänge abhängt, sondern ausschließlich von Werkstoff (E, α), Temperaturänderung ΔJ und Wandquerschnitt A.
Man kann sich das wie einen Stab vorstellen, der sich bei Erwärmung ausdehnen möchte, aber zwischen zwei unnachgiebigen Wänden eingespannt ist: Die gesamte would-be-Ausdehnung wird stattdessen in eine innere Spannkraft umgewandelt, unabhängig davon, wie lang der Stab ursprünglich war.
FJ ≈ E · α · ΔJ · A
FJ ≈ E · α · ΔJ · Aα = FJ / (E · ΔJ · A)ΔJ = FJ / (E · α · A)| Symbol / Eingabe | Bedeutung |
|---|---|
| Axiale Rohrkraft FJ | Kraft auf die Festpunkte bei vollständig behinderter Längenänderung. |
| Elastizitätsmodul E | Elastizitätsmodul des Rohrwerkstoffs, für Baustahl ≈ 210 GPa. |
| Längenausdehnungskoeffizient α | Materialkonstante; Baustahl ≈ 12 µm/(m·K), austenitischer Stahl ≈ 17 µm/(m·K). |
| Temperaturänderung ΔJ | Differenz zwischen Betriebs- und Einbautemperatur der Rohrleitung. |
| Rohrwandquerschnitt A | Ringquerschnitt der Rohrwand, A ≈ π·dm·t. |
E ist der Elastizitätsmodul des Rohrwerkstoffs, α der Längenausdehnungskoeffizient, ΔJ die Temperaturänderung zwischen Betriebs- und Einbautemperatur und A der Rohrwandquerschnitt (A ≈ π·dm·t mit dem mittleren Rohrdurchmesser dm).
Trage E, α, ΔJ und A ein, um die axiale Zwängungskraft FJ zu erhalten. Vergleiche diese Kraft mit der zulässigen Belastung der Festpunkte und Halterungen.
E = 210 GPa, α = 12 µm/(m·K), ΔJ = 80 K und A = 500 mm² ergeben FJ ≈ 100,8 kN.
FJ ≈ 100,8 kN ist eine erhebliche Kraft für ein vergleichsweise kleines Rohr – sie zeigt, warum starre Festpunkte ohne Dehnungsausgleich bei größeren Temperaturänderungen schnell überlastet werden können.
E wird in GPa, α in µm/(m·K) (bzw. ppm/K), ΔJ in K und A in mm² angegeben; FJ ergibt sich in kN.
Die Spannung σ = E·ε in einem vollständig eingespannten Stab hängt nur von der behinderten Dehnung ε = α·ΔJ ab, nicht von der Länge des Stabs – denn ε ist bereits eine längenunabhängige, relative Größe. Die daraus resultierende Kraft FJ = σ·A = E·α·ΔJ·A enthält deshalb ebenfalls keine Längenabhängigkeit. Dies unterscheidet die Zwängungskraft grundlegend von der freien Wärmedehnung Δl = α·l·ΔJ, die linear mit der Rohrlänge wächst und im separaten Wärmeausdehnungsrechner behandelt wird.
Die Formel wird zur Abschätzung der Festpunktbelastung und zur Entscheidung verwendet, ob Dehnungsausgleicher, Rohrschleifen oder ein elastisches Festpunktkonzept erforderlich sind, etwa bei Dampf-, Heißwasser- oder Prozessleitungen mit großen Betriebstemperaturschwankungen.
Die Formel setzt eine vollständig starre Einspannung ohne jede Nachgiebigkeit der Festpunkte voraus. In der Praxis wirkt durch geringe elastische Nachgiebigkeit der Halterungen und der Rohrleitung selbst meist eine kleinere Kraft; die Formel liefert damit den oberen Grenzwert.
Typischer Fehler: Ein häufiger Fehler ist anzunehmen, dass eine längere Rohrleitung eine größere Zwängungskraft erzeugt – tatsächlich ist FJ unabhängig von der Rohrlänge, während die freie (unbehinderte) Längenänderung Δl = α·l·ΔJ sehr wohl von der Länge abhängt.
Weil die Zwängungsspannung nur von der relativen (behinderten) Dehnung ε = α·ΔJ abhängt, die längenunabhängig ist; die Kraft FJ = σ·A erbt diese Längenunabhängigkeit.
Dann wirkt eine geringere Kraft als FJ, da ein Teil der Wärmedehnung durch die Nachgiebigkeit der Festpunkte oder Halterungen aufgenommen wird; die Formel liefert den oberen Grenzwert.
Durch Dehnungsausgleicher (Kompensatoren), Rohrschleifen, Richtungsänderungen oder elastische Verbindungen, die die Wärmedehnung gezielt aufnehmen.
Etwa α ≈ 12 µm/(m·K); austenitischer Stahl und Kupfer liegen bei etwa 17 µm/(m·K), Aluminiumlegierungen bei etwa 24 µm/(m·K).
Näherungsweise als A ≈ π·dm·t, mit dem mittleren Rohrdurchmesser dm = da − t und der Wanddicke t.