F₁ = F₂ · e^(μ·θ)
Das Zugkraftverhältnis wächst exponentiell mit Reibwert und Umschlingungswinkel (Euler-Eytelwein-Gleichung).
Das Zugkraftverhältnis wächst exponentiell mit Reibwert und Umschlingungswinkel (Euler-Eytelwein-Gleichung).
Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.
Das Zugkraftverhältnis wächst exponentiell mit Reibwert und Umschlingungswinkel (Euler-Eytelwein-Gleichung).
μ = 0,3 und θ = 180° (π rad) ergeben bei F₂ = 100 N eine maximale Zugtrumkraft von rund 256,7 N.
Kurz vor dem Durchrutschen (Grenzfall); Fliehkrafteinfluss und Riemensteifigkeit fehlen.
Der Rechner bestimmt aus zwei bekannten Größen unter Zugtrumkraft F₁, Losstrumkraft F₂, Reibwert μ und Umschlingungswinkel θ die jeweils fehlende Größe, nach der Capstan- beziehungsweise Euler-Eytelwein-Gleichung. Er beantwortet die zentrale Frage jeder Riemenauslegung: Wie viel mehr Zugkraft kann die gespannte Seite eines Riemens gegenüber der entspannten Seite aufnehmen, bevor der Riemen durchrutscht?
Kurz vor dem Durchrutschen verhält sich das Verhältnis von Zugtrum- zu Losstrumkraft exponentiell zu Reibwert und Umschlingungswinkel: F₁ = F₂·e^(μθ), mit θ im Bogenmaß. Diese als Capstan- oder Euler-Eytelwein-Gleichung bekannte Beziehung gilt allgemein für ein über einen Zylinder oder eine Scheibe gleitendes Seil oder einen Riemen.
Ein Segler kann ein schweres Segel mit geringer Handkraft kontrollieren, indem er die Leine mehrfach um eine Poller-Klampe (Cleat) wickelt: Jede zusätzliche Umschlingung erhöht den Winkel θ und damit exponentiell die Kraft, die die haltende Hand gegenüber der Segellast aufnehmen kann. Genau dieselbe Capstan-Gleichung bestimmt bei einem Riementrieb, wie viel Zugkraftdifferenz zwischen den beiden Riementrumen möglich ist, bevor der Riemen auf der Scheibe durchrutscht.
F₁ = F₂ · e^(μ·θ)
F₁ = F₂ · e^(μθ)F₂ = F₁ · e^(−μθ)μ = ln(F₁/F₂) / θθ = ln(F₁/F₂) / μ| Symbol / Eingabe | Bedeutung |
|---|---|
| Zugtrumkraft F₁ | Kraft im gespannten (ziehenden) Riementrum. |
| Losstrumkraft F₂ | Kraft im entspannten Riementrum. |
| Reibwert μ | Gleitreibwert zwischen Riemen und Scheibe. |
| Umschlingungswinkel θ | Umschlingungswinkel an der betrachteten Scheibe. |
Gib zwei der vier Größen ein. Verwende für θ den Umschlingungswinkel an der Scheibe, an der zuerst ein Durchrutschen zu erwarten ist – meist die kleinere Scheibe eines Riementriebs.
Wähle die gesuchte Zielgröße und trage die übrigen bekannten Werte mit Einheit ein. Das Ergebnis beschreibt den Grenzfall kurz vor dem Durchrutschen; für den sicheren Betrieb sollte die tatsächliche Zugkraftdifferenz einen Sicherheitsabstand zu diesem Grenzwert einhalten.
Gegeben sind F₂ = 100 N, μ = 0,3 und θ = 180° (entspricht π im Bogenmaß). Einsetzen ergibt F₁ = 100 · e^(0,3·π) ≈ 256,6 N.
Eine maximale Zugtrumkraft von 256,6 N bei 100 N Losstrumkraft zeigt, dass unter diesen Bedingungen höchstens eine Zugkraftdifferenz von rund 156,6 N nutzbar ist, bevor der Riemen durchrutscht. Diese Differenz multipliziert mit dem Scheibenradius ergibt das maximal übertragbare Drehmoment.
Kräfte in Newton (N), der Reibwert μ ist dimensionslos, der Umschlingungswinkel wird in Grad oder Radiant angegeben – für die Berechnung selbst ist stets das Bogenmaß maßgeblich.
Die Capstan-Gleichung wird bei der Auslegung von Riemen- und Seiltrieben, Förderbandantrieben, Ankerwinden sowie bei der Dimensionierung von Bremsbändern und Seilklemmen verwendet.
Die Formel beschreibt den statischen Grenzfall unmittelbar vor dem Durchrutschen bei einem masselosen, undehnbaren Riemen. Bei hohen Riemengeschwindigkeiten reduziert die Fliehkraft die effektive Anpresskraft und damit die real übertragbare Kraftdifferenz gegenüber diesem idealen Wert.
Typischer Fehler: Den Umschlingungswinkel nicht in Grad in die Formel einsetzen, ohne zuvor ins Bogenmaß umzurechnen – der Rechner übernimmt diese Umrechnung automatisch, bei einer Handrechnung muss θ jedoch zwingend in Radiant vorliegen. Außerdem den Reibwert μ nicht mit dem Haftreibwert einer trockenen, sauberen Oberfläche gleichsetzen, wenn der Riemen tatsächlich verschmutzt, verschlissen oder geölt ist.
Weil die haltbare Kraftdifferenz exponentiell mit dem Umschlingungswinkel wächst. Jede zusätzliche Umschlingung erhöht θ um 360° (2π) und vervielfacht damit die mögliche Kraftdifferenz.
Der kleinere der beiden Winkel, üblicherweise an der kleinen Scheibe, da dort das Durchrutschen zuerst einsetzt.
Multipliziere die Differenz aus Zug- und Losstrumkraft (F₁ − F₂) mit dem Radius der betrachteten Scheibe, zum Beispiel über den bestehenden Drehmoment-Rechner.