L = 2·C + π·(D+d)/2 + (D−d)²/(4·C)
Für eine offene (nicht gekreuzte) Riemenverbindung zweier Scheiben mit unterschiedlichem Durchmesser.
Für eine offene (nicht gekreuzte) Riemenverbindung zweier Scheiben mit unterschiedlichem Durchmesser.
Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.
Für eine offene (nicht gekreuzte) Riemenverbindung zweier Scheiben mit unterschiedlichem Durchmesser.
570 mm Achsabstand mit 250/100 mm Scheiben ergeben rund 1.699,6 mm Riemenlänge.
Offener (nicht gekreuzter) Riementrieb; Riemendehnung und -dicke werden vernachlässigt.
Der Rechner bestimmt aus drei bekannten Größen unter Riemenlänge L, Achsabstand C sowie den beiden Scheibendurchmessern D und d die jeweils vierte Größe – für einen offenen (nicht gekreuzten) Riementrieb zweier unterschiedlich großer Scheiben. Er löst damit zwei häufige Praxisfragen zugleich: Welche Riemenlänge wird für einen geplanten Achsabstand benötigt, und welcher Achsabstand ist für einen bereits vorhandenen Riemen einzustellen?
Für einen offenen Riementrieb ergibt sich die wirksame Riemenlänge aus der geraden Strecke zwischen den Scheiben, den beiden Umschlingungsbögen und einem Korrekturterm für den Durchmesserunterschied: L = 2C + π(D+d)/2 + (D−d)²/(4C).
Ein Keilriemen an einem Kompressor oder einer Werkzeugmaschine muss exakt zur Kombination aus Achsabstand und Scheibendurchmessern passen – ein zu kurzer Riemen lässt sich nicht auflegen, ein zu langer läuft mit unzureichender Vorspannung und rutscht durch. Ein Lehrbeispiel für Riemenantriebe (NPTEL/IIT Kharagpur) bestätigt dieselbe Formel unabhängig: Bei D = 560 mm, d = 355 mm und C = 1.500 mm ergibt sich rechnerisch eine Riemenlänge von rund 4.444 mm.
L = 2·C + π·(D+d)/2 + (D−d)²/(4·C)
L = 2C + π(D+d)/2 + (D−d)²/(4C)C = (K + √(K² − 2(D−d)²))/4 mit K = L − π(D+d)/2| Symbol / Eingabe | Bedeutung |
|---|---|
| Riemenlänge L | Wirksame (Teilkreis-)Länge des Riemens. |
| Achsabstand C | Abstand zwischen den Scheibenmittelpunkten. |
| Großer Scheibendurchmesser D | Teilkreisdurchmesser der größeren Scheibe. |
| Kleiner Scheibendurchmesser d | Teilkreisdurchmesser der kleineren Scheibe. |
Gib drei der vier Größen ein, um die vierte zu bestimmen. Verwende für D und d die Teilkreisdurchmesser (die wirksame Lauffläche des Riemens), nicht den reinen Außendurchmesser der Scheiben.
Wähle die gesuchte Zielgröße und trage die drei bekannten Werte mit Einheit ein. Prüfe bei der Achsabstandsberechnung anschließend, ob im Antrieb ein Verstellweg für die Riemenspannung vorgesehen ist, da reale Riemen sich unter Last geringfügig dehnen.
Gegeben sind C = 570 mm, D = 250 mm und d = 100 mm. Einsetzen ergibt L = 2·570 + π·350/2 + 150²/(4·570) ≈ 1.699,6 mm.
Eine Riemenlänge von rund 1.700 mm ist die theoretische Teilkreislänge für diese Anordnung. Bei der Beschaffung wird meist die nächste verfügbare Normlänge gewählt und der Achsabstand entsprechend leicht angepasst, da Riemen üblicherweise nicht in beliebigen Zwischenlängen gefertigt werden.
Alle Längen (L, C, D, d) werden in derselben Längeneinheit angegeben, üblicherweise Millimeter.
Die Formel wird bei der Neukonstruktion von Riementrieben, beim Riemenwechsel mit geänderter Scheibenkombination sowie bei der Nachrüstung von Kompressoren, Lüftern und Werkzeugmaschinen mit anderen Scheibendurchmessern verwendet.
Die Formel gilt für einen offenen (nicht gekreuzten) Riementrieb aus zwei Scheiben ohne zusätzliche Spannrolle. Als grobe Auslegungsregel für den Achsabstand gilt außerdem D < C < 3·(D+d) – deutlich kleinere oder größere Achsabstände weichen von üblicher Konstruktionspraxis ab. Riemendehnung unter Last und Riemendicke werden nicht berücksichtigt.
Typischer Fehler: Nicht den Außendurchmesser der Riemenscheibe anstelle des Teilkreisdurchmessers einsetzen – bei Keilriemen liegt die wirksame Lauffläche innerhalb der Rillenflanke, spürbar unterhalb des Außenmaßes. Außerdem bei der Achsabstandsberechnung die positive Wurzel-Lösung verwenden, da die negative Lösung geometrisch nicht sinnvoll ist.
Der Teilkreisdurchmesser, auf dem der Riemen effektiv läuft – er liegt innerhalb der Rillenflanke und ist kleiner als der reine Außendurchmesser der Scheibe.
Wähle die nächste verfügbare Normlänge und berechne mit dieser Länge den passenden Achsabstand neu, statt am ursprünglich geplanten Achsabstand festzuhalten.
Nein, ein gekreuzter Riementrieb benötigt eine andere Formel, da sich der Riemen zwischen den Scheiben einmal überkreuzt und beide Scheiben denselben effektiven Umschlingungswinkel über 180° erhalten.