θ = π − 2·arcsin((D−d)/(2C))

Umschlingungswinkel an der kleinen Riemenscheibe

Der Umschlingungswinkel an der kleinen Scheibe ist stets kleiner als 180° und begrenzt die übertragbare Kraft.

MINTSI
01

Eingaben

Winkel, über den der Riemen die kleinere Scheibe berührt.

Teilkreisdurchmesser der größeren Scheibe.

Teilkreisdurchmesser der kleineren Scheibe.

Abstand zwischen den Scheibenmittelpunkten.

02

Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

θ = π − 2·arcsin((D−d)/(2C))

Der Umschlingungswinkel an der kleinen Scheibe ist stets kleiner als 180° und begrenzt die übertragbare Kraft.

Eingaben verstehen
  • Umschlingungswinkel θ (klein)Winkel, über den der Riemen die kleinere Scheibe berührt.
  • Großer Scheibendurchmesser DTeilkreisdurchmesser der größeren Scheibe.
  • Kleiner Scheibendurchmesser dTeilkreisdurchmesser der kleineren Scheibe.
  • Achsabstand CAbstand zwischen den Scheibenmittelpunkten.
Beispiel

250/100 mm Scheiben bei 570 mm Achsabstand ergeben rund 164,9° Umschlingung an der kleinen Scheibe.

Annahmen und Grenzen

Offener Riementrieb; der Umschlingungswinkel an der großen Scheibe ergibt sich als 360° minus diesem Winkel.

Fachartikel

Umschlingungswinkel an der kleinen Riemenscheibe verstehen

Der Rechner bestimmt aus drei bekannten Größen unter Umschlingungswinkel θ (an der kleinen Scheibe), den Scheibendurchmessern D und d sowie dem Achsabstand C die jeweils vierte Größe. Er zeigt, warum der Umschlingungswinkel an der kleinen Scheibe stets die kritische Größe für die Kraftübertragung eines Riementriebs ist.

Was beschreibt diese Größe?

Bei einem offenen Riementrieb berührt der Riemen die kleinere Scheibe über einen Winkel θ = π − 2·arcsin((D−d)/(2C)), stets kleiner als 180°. Die große Scheibe wird entsprechend über mehr als 180° umschlungen; beide Winkel ergänzen sich zu 360°.

Herstellerangaben zur Leistungsfähigkeit von Keilriemen beziehen sich standardmäßig auf einen Umschlingungswinkel von genau 180°. Weicht der tatsächliche Winkel an der kleinen Scheibe – etwa wegen eines großen Durchmesserunterschieds oder eines kurzen Achsabstands – davon ab, muss die zulässige Leistung mit einem Umschlingungswinkel-Korrekturfaktor angepasst werden, der mit sinkendem Winkel spürbar abnimmt.

Formel und Variablen

θ = π − 2·arcsin((D−d)/(2C))

  • θ = π − 2·arcsin((D−d)/(2C))
  • C = (D−d) / (2·sin((π−θ)/2))
  • D = d + 2C·sin((π−θ)/2)
Symbol / EingabeBedeutung
Umschlingungswinkel θ (klein)Winkel, über den der Riemen die kleinere Scheibe berührt.
Großer Scheibendurchmesser DTeilkreisdurchmesser der größeren Scheibe.
Kleiner Scheibendurchmesser dTeilkreisdurchmesser der kleineren Scheibe.
Achsabstand CAbstand zwischen den Scheibenmittelpunkten.

Eingaben richtig wählen

Gib drei der vier Größen ein, um die vierte zu bestimmen. Der berechnete Winkel θ bezieht sich stets auf die kleinere Scheibe d; der Umschlingungswinkel an der großen Scheibe D ergibt sich als 360° − θ.

So benutzt du den Rechner

Wähle die gesuchte Zielgröße und trage die drei bekannten Werte mit Einheit ein. Vergleiche den berechneten Winkel anschließend mit den Herstellerangaben zum Umschlingungswinkel-Korrekturfaktor deines Riementyps, falls er spürbar von 180° abweicht.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

Gegeben sind D = 250 mm, d = 100 mm und C = 570 mm. Einsetzen ergibt θ = π − 2·arcsin(150/1.140) ≈ 164,9° an der kleinen Scheibe.

Ergebnis und Einheiten verstehen

Ein Umschlingungswinkel von 164,9° liegt nahe an den für Leistungstabellen üblichen 180° und deutet auf eine gute Kraftübertragungsfähigkeit hin. An der großen Scheibe ergibt sich entsprechend ein Winkel von 360° − 164,9° = 195,1°.

Der Winkel wird in Grad (°) oder Radiant angegeben, Durchmesser und Achsabstand in derselben Längeneinheit, üblicherweise Millimeter.

Warum ist der Umschlingungswinkel an der kleinen Scheibe entscheidend?

Die von einem Riemen übertragbare Kraft hängt nach der Capstan-Gleichung exponentiell vom Umschlingungswinkel ab: F₁/F₂ = e^(μθ). Da die kleine Scheibe stets den kleineren der beiden Winkel aufweist, begrenzt sie die maximal übertragbare Kraft, bevor der Riemen durchrutscht. Herstellertabellen für die Leistungsfähigkeit von Keilriemen gehen deshalb von einem Referenzwinkel von 180° aus; bei kleineren Winkeln wird die zulässige Leistung über einen Korrekturfaktor entsprechend reduziert. Eine Vergrößerung des Achsabstands oder eine zusätzliche Spannrolle können den Umschlingungswinkel an der kleinen Scheibe erhöhen, ohne die Übersetzung selbst zu verändern.

Typische Anwendungen

Der Umschlingungswinkel wird bei der Auslegung von Riementrieben mit großem Durchmesserunterschied, bei der Anwendung von Umschlingungswinkel-Korrekturfaktoren aus Herstellertabellen sowie bei der Fehlersuche bei durchrutschenden Riemen verwendet.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Die Formel gilt für einen offenen Riementrieb aus zwei Scheiben ohne Spannrolle. Eine zusätzliche Spannrolle kann den Umschlingungswinkel an der kleinen Scheibe gezielt vergrößern und wird von dieser einfachen Zwei-Scheiben-Formel nicht erfasst.

Typischer Fehler: Den Umschlingungswinkel nicht mit dem Achsabstand oder dem Durchmesserverhältnis verwechseln – ein kleiner Achsabstand bei großem Durchmesserunterschied senkt den Winkel an der kleinen Scheibe deutlich, auch wenn die Übersetzung selbst unverändert bleibt. Außerdem bei sehr kleinem Achsabstand prüfen, ob (D−d)/(2C) kleiner als 1 bleibt, da sonst geometrisch kein gültiger Winkel existiert.

Häufige Fragen

Warum ist der Umschlingungswinkel an der kleinen Scheibe immer kleiner als 180°?

Weil die Verbindungslinie zwischen den Scheibenmittelpunkten bei unterschiedlichen Durchmessern schräg zur Riementangente verläuft; dieser Schrägungswinkel verkleinert die Umschlingung an der kleinen und vergrößert sie an der großen Scheibe um denselben Betrag.

Warum spielt der 180°-Referenzwert eine Rolle?

Weil Herstellerangaben zur Leistungsfähigkeit von Riemen standardmäßig für einen Umschlingungswinkel von 180° gelten. Bei abweichendem Winkel wird die zulässige Leistung über einen Korrekturfaktor angepasst.

Wie kann ich den Umschlingungswinkel erhöhen, ohne die Übersetzung zu ändern?

Durch Vergrößern des Achsabstands oder den Einsatz einer zusätzlichen Spannrolle, die den Riemen zusätzlich um die kleine Scheibe führt.