Ff = (m/L) · v²
Die Fliehkraft steigt mit der Riemenmasse je Länge und quadratisch mit der Geschwindigkeit; sie vermindert die für Nutzkraft verfügbare Zugkraftreserve.
Die Fliehkraft steigt mit der Riemenmasse je Länge und quadratisch mit der Geschwindigkeit; sie vermindert die für Nutzkraft verfügbare Zugkraftreserve.
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Die Fliehkraft steigt mit der Riemenmasse je Länge und quadratisch mit der Geschwindigkeit; sie vermindert die für Nutzkraft verfügbare Zugkraftreserve.
1 kg Riemenmasse auf 2 m Länge entspricht q = 0,5 kg/m; bei 20 m/s entstehen Ff = 200 N.
Gleichförmiger Lauf und konstante Linienmasse; Unwucht, Spleiß, Schwingung, Biegung und produktspezifische Höchstgeschwindigkeit bleiben unberücksichtigt.
Dieser Rechner bestimmt den Fliehkraftanteil in einem schnell laufenden Riemen. Statt eine möglicherweise unbekannte Linienmasse direkt zu verlangen, kann die Masse m eines bekannten Riemenabschnitts mit seiner Länge L eingegeben werden; daraus folgt q = m/L.
Jedes Massenelement des umlaufenden Riemens muss auf der gekrümmten Bahn der Scheibe radial beschleunigt werden. Die dafür erforderliche Kraft erscheint als gleichmäßiger Zugkraftanteil Ff = q·v² = (m/L)·v² im Riemen. Sie wächst quadratisch mit der Geschwindigkeit.
Ein leichtes Seil lässt sich langsam nahezu ohne spürbare Fliehkraft im Kreis führen. Bei doppelter Geschwindigkeit ist für dieselbe Masse jedoch die vierfache Radialkraft nötig. Genau diese quadratische Zunahme beansprucht einen schnelllaufenden Riemen zusätzlich.
Ff = (m/L) · v²
q = m/LFf = q·v²v = √(Ff/q)m = Ff·L/v²| Symbol / Eingabe | Bedeutung |
|---|---|
| Riemen-Fliehkraft Ff | Gleichmäßig im laufenden Riemen wirkender geschwindigkeitsbedingter Zugkraftanteil. |
| Masse des Abschnitts m | Masse eines bekannten Riemenabschnitts der Länge L. |
| Länge des Abschnitts L | Länge, auf die sich die eingegebene Riemenmasse bezieht. |
| Riemengeschwindigkeit v | Lineare Geschwindigkeit entlang der neutralen Riemenfaser. |
m und L müssen sich auf denselben Riemenabschnitt beziehen. v ist die lineare Riemengeschwindigkeit an der neutralen Faser, nicht die Wellendrehzahl. Alternativ kann aus einem Datenblattwert in kg/m eine beliebige bequeme Abschnittslänge gewählt und m = q·L eingesetzt werden.
Gib Masse und Länge eines Abschnitts sowie die Betriebsgeschwindigkeit ein. Wähle Ff als Ziel. Für eine zulässige Fliehkraft kann der Rechner nach v umgestellt werden; das Ergebnis ersetzt jedoch nicht die niedrigere produktspezifische Höchstgeschwindigkeit des Herstellers.
Ein 2 m langer Abschnitt wiegt 1 kg, also q = 0,5 kg/m. Bei v = 20 m/s folgt Ff = 0,5·20² = 200 N. Bei 40 m/s wären es bereits 800 N.
200 N wirken im gesamten umlaufenden Riemen zusätzlich. Dieser Anteil erzeugt keine Nutzleistung, beansprucht aber den Zugträger und reduziert die verbleibende Reserve bis zur zulässigen maximalen Trumkraft.
Die Linienmasse muss in kg/m und v in m/s vorliegen, damit Newton resultieren. Der Rechner wandelt die auswählbaren Einheiten intern über SI um. Gramm pro Meter sind zahlenmäßig durch 1.000 zu teilen, um kg/m zu erhalten.
Da Ff proportional zu v² ist, erhöht eine Geschwindigkeitssteigerung um 10 % die Fliehkraft um 21 %. Gleichzeitig steigen typischerweise Biegefrequenz, Ventilationsverluste und Empfindlichkeit gegenüber Unwucht. Deshalb begrenzen Hersteller die zulässige Geschwindigkeit abhängig von Profil, Scheibendurchmesser und Aufbau.
Die Rechnung hilft bei schnelllaufenden Flach- und Keilriemen, den Einfluss einer Geschwindigkeitssteigerung zu beurteilen, eine Fliehkraftreserve abzuschätzen und Datenblattangaben zur Riemenmasse in eine Betriebskraft umzusetzen.
Das Modell setzt gleichförmigen Lauf und konstante Linienmasse voraus. Es erfasst weder lokale Spannungsspitzen am Spleiß noch Unwucht, Querschwingungen, Biegespannung, Erwärmung oder die zulässige Drehzahl eines konkreten Riemenprofils.
Typischer Fehler: Drehzahl in min⁻¹ nicht direkt als v einsetzen; zuerst ist die Umfangsgeschwindigkeit zu bestimmen. Außerdem darf die Gesamtmasse des Endlosriemens nur zusammen mit seiner gesamten Länge verwendet werden. Ff nicht mit nutzbarer Umfangskraft Fᵤ verwechseln.
Ein Zugkraftanteil, der die Riemenmasse beim Umlauf auf der gekrümmten Scheibenbahn hält; nach Dubbel gilt Ff = q·v².
In der Kraftbilanz eines Riemenelements kürzt sich der Radius zwischen radialer Beschleunigung und der auf den Bogen wirkenden Zugkraft heraus.
Nutze den Herstellerwert in kg/m oder teile die Masse eines bekannten Riemenabschnitts durch dessen Länge.
Nein. Sie ist ein geschwindigkeitsbedingter Belastungsanteil und reduziert die für Nutzkraft verfügbare Zugkraftreserve.
Nur als Teilprüfung. Herstellergrenzen für Geschwindigkeit, Biegefrequenz, Mindestdurchmesser, Erwärmung und Spleiß sind zusätzlich einzuhalten.