Ingenieurmäßige Vorbemessung

Biegefrequenz eines umlaufenden Riemens

Ein kurzer, schneller Riemen über viele Scheiben wird häufiger gebogen; die zulässige Biegefrequenz ist produktspezifisch.

MINTSI
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Eingaben

Anzahl der Scheibenüberläufe beziehungsweise Biegeereignisse je Sekunde.

Anzahl der Scheiben, die ein Riemenpunkt während eines vollständigen Umlaufs überläuft.

Lineare Umlaufgeschwindigkeit des Riemens.

Weglänge eines vollständigen Riemenumlaufs entlang der neutralen Faser.

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Ergebnis

Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.

Rechenweg

fB = zs · v / L

Ein kurzer, schneller Riemen über viele Scheiben wird häufiger gebogen; die zulässige Biegefrequenz ist produktspezifisch.

Eingaben verstehen
  • Biegefrequenz fBAnzahl der Scheibenüberläufe beziehungsweise Biegeereignisse je Sekunde.
  • Überlaufene Scheiben zsAnzahl der Scheiben, die ein Riemenpunkt während eines vollständigen Umlaufs überläuft.
  • Riemengeschwindigkeit vLineare Umlaufgeschwindigkeit des Riemens.
  • Wirksame Riemenlänge LWeglänge eines vollständigen Riemenumlaufs entlang der neutralen Faser.
Beispiel

Ein 2 m langer Riemen läuft mit 10 m/s über zwei Scheiben: fB = 2·10/2 = 10 Hz.

Annahmen und Grenzen

Jeder Scheibenüberlauf wird als ein Biegeereignis gezählt; Gegenbiegung, unterschiedliche Durchmesser und produktspezifische Schädigung werden nicht gewichtet.

Fachartikel

Biegefrequenz eines umlaufenden Riemens verstehen

Der Rechner bestimmt, wie oft ein bestimmter Punkt des umlaufenden Riemens pro Sekunde über eine Scheibe läuft und dabei gebogen wird. Diese Biegefrequenz ist neben Scheibendurchmesser, Geschwindigkeit und Vorspannung eine wichtige Lebensdauerkenngröße.

Was beschreibt diese Größe?

Ein Riemenpunkt benötigt für einen Umlauf die Zeit L/v. Überläuft er dabei zs Scheiben, entstehen zs Biegeereignisse je Umlauf. Deshalb gilt fB = zs/(L/v) = zs·v/L.

Markiere einen Punkt auf dem Riemen. Bei 10 m/s und 2 m Länge kehrt er fünfmal je Sekunde zurück. Läuft er pro Runde über zwei Scheiben, wird er zehnmal je Sekunde gebogen.

Formel und Variablen

fB = zs · v / L

  • Umlauffrequenz fU = v/L
  • Biegefrequenz fB = zs·fU = zs·v/L
  • L = zs·v/fB
Symbol / EingabeBedeutung
Biegefrequenz fBAnzahl der Scheibenüberläufe beziehungsweise Biegeereignisse je Sekunde.
Überlaufene Scheiben zsAnzahl der Scheiben, die ein Riemenpunkt während eines vollständigen Umlaufs überläuft.
Riemengeschwindigkeit vLineare Umlaufgeschwindigkeit des Riemens.
Wirksame Riemenlänge LWeglänge eines vollständigen Riemenumlaufs entlang der neutralen Faser.

Eingaben richtig wählen

L ist die vollständige Wirklänge des Endlosriemens, v seine lineare Geschwindigkeit und zs die Zahl der pro Umlauf überlaufenen Scheiben einschließlich relevanter Spannrollen. zs sollte als ganze Anzahl eingegeben werden.

So benutzt du den Rechner

Zähle alle Scheiben, die der markierte Riemenpunkt pro Runde berührt, und trage L sowie v ein. Vergleiche fB anschließend mit dem Datenblatt des konkreten Riemens und prüfe besonders Rückenspannrollen als Gegenbiegung.

Schritt-für-Schritt-Beispiel

L = 2 m, v = 10 m/s und zs = 2 ergeben eine Umlauffrequenz von 5 Hz und eine Biegefrequenz fB = 10 Hz. Eine dritte Spannrolle erhöht sie bei sonst gleichen Werten auf 15 Hz.

Ergebnis und Einheiten verstehen

10 Hz bedeuten zehn Scheibenüberläufe je Sekunde. Das ist keine direkte Lebensdauerprognose: ein kleiner Scheibendurchmesser schädigt pro Wechsel stärker als ein großer, und Gegenbiegung kann kritischer sein.

v/L ergibt 1/s beziehungsweise Hz. Länge und Geschwindigkeit werden intern in Meter und Meter pro Sekunde umgerechnet. Drehzahl allein genügt nur, wenn daraus zuerst v bestimmt wird.

Warum Spannrollen die Lebensdauer beeinflussen

Eine zusätzliche Rolle erhöht zs und damit unmittelbar die Zahl der Biegewechsel. Liegt sie auf dem Riemenrücken, kehrt sie außerdem die Biegerichtung um. Dubbel und moderne Herstellerhandbücher empfehlen deshalb ausreichend große Rollen und möglichst die Vermeidung unnötiger Gegenbiegung.

Typische Anwendungen

Die Biegefrequenz unterstützt die Prüfung schnelllaufender Keil-, Flach- und Zahnriemen, die Bewertung zusätzlicher Spannrollen und den Vergleich zweier Layouts mit gleicher Leistung, aber unterschiedlicher Länge oder Scheibenanzahl.

Annahmen, Grenzen und typische Fehler

Alle Überläufe werden gleich gezählt. Das Modell unterscheidet keine Durchmesser, Umschlingungen, Biegerichtungen, Materialien oder Temperatur. Herstellergrenzen und Mindestdurchmesser bestimmen die tatsächliche Eignung.

Typischer Fehler: Nicht nur die beiden Hauptscheiben zählen, wenn der Riemen zusätzlich über Spann- oder Umlenkrollen läuft. L nicht mit Achsabstand verwechseln und Zahn-Eingriffsfrequenz nicht als Biegefrequenz interpretieren.

Häufige Fragen

Was ist die Biegefrequenz eines Riemens?

Die Anzahl der Scheibenüberläufe eines Riemenpunkts pro Sekunde; fB = zs·v/L.

Zählt eine Spannrolle mit?

Ja, wenn der Riemenpunkt sie pro Umlauf überläuft. Eine Rückenspannrolle kann wegen Gegenbiegung zusätzlich kritisch sein.

Ist Biegefrequenz gleich Umlauffrequenz?

Nur bei genau einer Scheibe pro Umlauf. Allgemein ist fB die Umlauffrequenz v/L multipliziert mit zs.

Welche Biegefrequenz ist zulässig?

Das hängt von Riemenprofil, Aufbau, Durchmessern und Temperatur ab. Verbindlich ist die aktuelle Herstellerangabe.

Wie kann ich fB verringern?

Durch geringere Riemengeschwindigkeit, größere Riemenlänge oder weniger überlaufene Rollen; alle Änderungen beeinflussen jedoch das Gesamtlayout.