L = 2·C + (N₁+N₂)·p/2 + (N₂−N₁)²·p²/(4·π²·C)
Für einen offenen Kettentrieb zweier Kettenräder; die berechnete Länge wird in der Praxis auf eine ganze, meist gerade Anzahl Kettenglieder aufgerundet.
Für einen offenen Kettentrieb zweier Kettenräder; die berechnete Länge wird in der Praxis auf eine ganze, meist gerade Anzahl Kettenglieder aufgerundet.
Zielgröße auswählen und Eingaben berechnen.
Für einen offenen Kettentrieb zweier Kettenräder; die berechnete Länge wird in der Praxis auf eine ganze, meist gerade Anzahl Kettenglieder aufgerundet.
19,05 mm Teilung (ANSI 60), 17/51 Zähne und 500 mm Achsabstand ergeben rund 1.668,95 mm bzw. 87,6 Kettenglieder Länge.
Offener Kettentrieb ohne Spannrad; die reale Kette benötigt eine ganzzahlige, meist gerade Gliederzahl, sodass der Achsabstand geringfügig angepasst wird.
Der Rechner bestimmt aus vier bekannten Größen unter Kettenlänge L, Achsabstand C, Kettenteilung p sowie den beiden Zähnezahlen N₁ und N₂ die jeweils fünfte Größe – für einen offenen Kettentrieb aus Rollenkette und zwei Kettenrädern. Er löst damit zwei häufige Praxisfragen zugleich: Welche Kettenlänge wird für einen geplanten Achsabstand benötigt, und welcher Achsabstand ist für eine bereits vorhandene Kette einzustellen?
Für einen offenen Kettentrieb ergibt sich die Kettenlänge aus der geraden Strecke zwischen den Kettenrädern, der mittleren Zähnezahl und einem Korrekturterm für den Zähnezahlunterschied: L = 2C + (N₁+N₂)·p/2 + (N₂−N₁)²·p²/(4π²C). Diese Konstruktionsgleichung folgt aus der Geometrie des ANSI-B29.1-Kettentriebs und wird identisch in den Ingenieurkatalogen von Martin Sprocket & Gear und Tsubaki verwendet.
Ähnlich wie ein Riemen muss eine Rollenkette exakt zur Kombination aus Achsabstand und Zähnezahlen passen – eine zu kurze Kette lässt sich nicht auflegen, eine zu lange hängt durch und läuft unruhig. Anders als beim Riemen muss die Kettenlänge zusätzlich einer ganzen Anzahl Kettenglieder entsprechen, und aus Symmetriegründen bevorzugt einer geraden Zahl, damit kein spezielles Übergangsglied (Offset Link) benötigt wird. Sowohl der Martin-Sprocket-Ingenieurkatalog als auch die Tsubaki-Kettenauswahl-Unterlagen bestätigen dieselbe Formel unabhängig voneinander.
L = 2·C + (N₁+N₂)·p/2 + (N₂−N₁)²·p²/(4·π²·C)
L = 2C + (N₁+N₂)p/2 + (N₂−N₁)²p²/(4π²C)C = p/4 · [(L/p − (N₁+N₂)/2) + √((L/p − (N₁+N₂)/2)² − 2(N₂−N₁)²/π²)]| Symbol / Eingabe | Bedeutung |
|---|---|
| Kettenlänge L | Wirksame Länge der Rollenkette zwischen den Kettenradmitten. |
| Achsabstand C | Abstand zwischen den Mittelpunkten von Antriebs- und Abtriebskettenrad. |
| Kettenteilung p | Abstand zwischen zwei benachbarten Bolzenmitten der Rollenkette, z. B. 19,05 mm bei ANSI 60. |
| Zähnezahl kleines Kettenrad N₁ | Zähnezahl des kleineren (meist antreibenden) Kettenrads. |
| Zähnezahl großes Kettenrad N₂ | Zähnezahl des größeren (meist angetriebenen) Kettenrads. |
Gib vier der fünf Größen ein, um die fünfte zu bestimmen. Für N₁ und N₂ zählt die tatsächliche Zähnezahl der beiden Kettenräder; welches Rad antreibt und welches angetrieben wird, spielt für die Längenberechnung keine Rolle, da nur der Zähnezahlunterschied eingeht. Verwende für p die genormte Teilung der Rollenkette (z. B. 12,7 mm für ANSI 40, 15,875 mm für ANSI 50, 19,05 mm für ANSI 60), nicht einen gemessenen Näherungswert.
Wähle die gesuchte Zielgröße und trage die vier bekannten Werte mit Einheit ein. Runde eine berechnete Kettenlänge in der Praxis auf die nächste ganze, möglichst gerade Anzahl Kettenglieder auf und berechne mit dieser gerundeten Länge anschließend den tatsächlich einzustellenden Achsabstand neu.
Gegeben sind eine ANSI-60-Kette mit p = 19,05 mm, ein Antriebsritzel mit N₁ = 17 Zähnen, ein Abtriebsrad mit N₂ = 51 Zähnen und ein Achsabstand von C = 500 mm. Einsetzen ergibt L = 2·500 + (17+51)·19,05/2 + (51−17)²·19,05²/(4π²·500) ≈ 1.668,95 mm, also rund 87,6 Kettenglieder.
Eine Kettenlänge von 87,6 Teilungen ist zunächst nur ein theoretischer Wert; da eine reale Kette eine ganze Gliederzahl besitzt und eine gerade Zahl das spezielle Übergangsglied vermeidet, wird in der Praxis auf 88 Glieder aufgerundet. Mit dieser gerundeten Länge lässt sich anschließend der exakt passende Achsabstand zurückrechnen, der geringfügig größer als die ursprünglich geplanten 500 mm ausfällt.
Kettenlänge L, Achsabstand C und Teilung p werden in derselben Längeneinheit angegeben, üblicherweise Millimeter. N₁ und N₂ sind dimensionslose Zähnezahlen.
Die Formel wird bei der Neukonstruktion von Kettentrieben, bei Zähnezahländerungen zur Anpassung der Übersetzung sowie bei der Umrüstung von Förderanlagen, Landmaschinen und Antrieben mit anderen Kettenrädern verwendet.
Die Formel gilt für einen offenen Kettentrieb aus zwei Kettenrädern ohne Spannrad oder Führungsschiene. Als grobe Konstruktionsregel wird ein Achsabstand von 30 bis 50 Teilungen empfohlen; für Achsabstände über etwa 80 Teilungen sollten Spannrollen oder Führungsschienen zur Abstützung der Kette vorgesehen werden. Kettendurchhang, Verschleißdehnung und der Polygoneffekt werden nicht berücksichtigt.
Typischer Fehler: Nicht den Außendurchmesser oder eine grob gemessene Teilung anstelle der genormten Kettenteilung einsetzen. Bei der Achsabstandsberechnung außerdem berücksichtigen, dass eine reale Kette nur in ganzen Gliedern verfügbar ist – der rechnerische Wert muss vor der Montage auf die nächste ganze, möglichst gerade Gliederzahl gerundet und der Achsabstand entsprechend angepasst werden.
Eine gerade Gliederzahl lässt sich mit den beiden gleichartigen Kettengliedertypen (Innen- und Außenglied) ohne Zwischenstück schließen; bei einer ungeraden Zahl ist ein spezielles Übergangsglied (Offset Link) nötig, das eine geringere Tragfähigkeit als ein normales Kettenglied hat und nach Möglichkeit vermieden werden sollte.
Für die Kettenlänge spielt es keine Rolle, welches Rad antreibt – nur der Unterschied zwischen beiden Zähnezahlen geht in die Formel ein. Üblicherweise wird N₁ als kleineres, N₂ als größeres Kettenrad bezeichnet.
Der Achsabstand muss stets größer als die halbe Summe der beiden Kettenradaußendurchmesser sein, damit sich die Zähne nicht berühren; als Richtwert werden 30 bis 50 Teilungen empfohlen, bei Übersetzungen über etwa 3:1 mindestens die Summe beider Kettenraddurchmesser.